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2006-06-09 - Stuhr
Zwar favorisiert Raits Tikums die Ölmalerei, dennoch lässt sich der Lette auch immer wieder auf neue Projekte mit anderen Materialien ein. FOTO: sandra bischoff

Die Kunst als Sprache verstehen

Raits Tikums aus Sigulda ist im Rahmen des Künstleraustausches zu Besuch

Ob traditionelle Einbaumboote oder Ölmalereien - der 52-jährige Künstler und Lehrer gibt sich vielfältig.
stuhr (sb). Auch wenn er im idyllischen Heiligenrode wohnt, Raits Tikums ist nicht zum Urlaub machen und Faulenzen in Stuhr, sondern um zu arbeiten. Der 52-Jährige aus der Partnerstadt Sigulda ist der elfte in der Reihe des regelmäßigen Künstleraustausches zwischen der Gemeinde und ihrer Partnerstadt.
Für vier Wochen ist Raits Tikums in Stuhr zu Gast und lebt und arbeitet während dieser Zeit in der Künstlerstätte. Einen ersten Anknüpfungspunkt hatte er gleich am Tag seiner Ankunft vor einer Woche, als Sabine Wewer und Rita Bieler im Rahmen ihrer Ausstellung zum Künstlerinnengespräch in der Künstlerstätte eingeladen hatten. ,,Dadurch gab es gleich den ersten Kontakt zur hiesigen Kulturszene", erklärt Edgar Wöltje, bei der Gemeinde zuständig für Kultur und Städtepartnerschaften. Außerdem waren beide Künstlerinnen in den 90er Jahren im Rahmen des Austausches zu Gast in Sigulda. An Gesprächsstoff mangelte es also nicht.
Er liebe alle Richtungen der Kunst, erklärt Raits Tikums. Die Ölmalerei sei allerdings seine favorisierte Technik, gibt der Lette zu, der eine eindrucksvolle Biografie vorzuweisen hat. Vor seiner Zeit als Kunstlehrer im Staatsgymnasium Sigulda, wo er insbesondere Holzverarbeitung für die Jungen unterrichtet, arbeitete er als Assistent im Filmstudio Riga. Er organisiert das Kunstleben in Sigulda und hat bereits zweimal den Preis der Dänischen Kulturstiftung gewonnen. Zusammen mit einer Künstlerin hat er im Sommer 1993 das Jugendkunstzentrum Sigulda gebildet. Außerdem widmet er sich der Forschung über die lettische Tradition des Baus von Einbaumbooten. ,,Für mich ist die Kunst eine Sprache, und ich hoffe, dass wir sie noch lange sprechen werden", sagt der 52-Jährige.
1990 wurde der Künstleraustausch ins Leben gerufen, seitdem besuchen sich die Kunstschaffenden beider Kommunen gegenseitig und arbeiten für vier bis acht Wochen in dem fremden Land. ,,Den Rhythmus haben wir seitdem etwas gestreckt, der Austausch findet nicht mehr wie am Anfang in jedem Jahr statt", erklärt Wöltje.
Auch beim Ligo-Fest am Freitag, 23. Juni, ab 18 Uhr auf dem Gut Varrel will der Künstler mit dabei sein. Alle zwei Jahre organisiert die Gemeinde die Veranstaltung. ,,Das ist in Lettland das größte Fest überhaupt", berichtet der Künstler, der die Feier in Deutschland gespannt erwartet. Dazu reisen außerdem viele Gäste aus Sigulda an. Höhepunkt ist nach Aussage von Edgar Wöltje das traditionelle hochgeschichtete Pyramidenfeuer, das am Abend entzündet wird.
Am Ende des Besuchs steht eine Ausstellung, sagt der Kulturbeauftagte. Wann diese eröffnet werden soll, steht bislang allerdings nicht fest.

 
 
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