Delmenhorster Kreisblatt beta
2007-01-08 - Ganderkesee

Doppelte Kraft gegen Eon

Zwei Delegationen aus Ganderkesee und Harpstedt besuchen Ministerpräsidenten

Für die Hoffnung auf eine Erdverkabelung sollte man jede Chance nutzen, meint Bürgermeisterin Gerken-Klaas. Minimalziel der Freileitungsgegner ist eine Trassenkorrektur.
Von Torsten Heidemann
Ganderkesee·Harpstedt. ,,Hier war noch nie ein CDU-Mensch vor Ort", hat Gerd von Seggern, Bürgersprecher aus Meierhafe, die Hoffnung auf christsoziale Hilfe im Kampf gegen die Eon-Stromtrasse eigentlich schon aufgegeben. Eigentlich.
Denn der Heilerzieher hat einen Termin beim niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff bekommen. Am 25. Januar nimmt sich der ,,Landesvater" eine Stunde Zeit. Unterstützt wird von Seggern durch die Ganderkeseer Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas, dem Fachbereichsleiter Gemeindeentwicklung Peter Meyer, seinem Nachbarn Herbert Müller und Rudi Geisler, der als Vertreter der ,,Schutzgemeinschaft Klein Henstedter Heide" mit nach Hannover reist. Dieter Osterloh (CDU), der Vorsitzende des Ausschusses für Straßen, Verkehr, Umweltschutz und Landwirtschaft, hat nach Auskunft von Seggerns noch nicht auf die Anfrage, ob er mitkomme, reagiert.
Zwei Tage vor den Ganderkeseern, am 23. Januar, werden die Interessen der Freileitungsgegner bereits durch eine Harpstedter Delegation artikuliert. Die Interessengemeinschaft ,,Vorsicht Hochspannung" kann sich ebenfalls der Stimme ihres Rathaus-Chefs Uwe Cordes sicher sein.
Die doppelte Kraft, um das Eon-Vorhaben noch zu verhindern, sei aus terminlichen Gründen erwachsen, so Gerd von Seggern und Alice Gerken-Klaas jeweils auf dk-Nachfrage. ,,Die Zeichen der Zeit stehen auf Erdverkabelung", sagte die parteilose Bürgermeisterin. ,,Ich werde vorher noch mit den Harp-stedtern sprechen, dass wir einen einheitlichen Wissensstand vortragen."
Gerd von Seggern arbeitet derzeit an einer Präsentation mit Filmsequenz, um Christian Wulff einen Eindruck zu verschaffen. ,,Markannte Brennpunkte" wie das Einhalten der Abstände seien beim Raumordnungsverfahren (wir berichteten) nicht erkannt worden. Minimalziel bleibe eine Trassenkorrektur.
Besonderen Unmut hegt der Sprecher der ,,Arbeitsgemeinschaft gegen Elektrosmog" (AGE) gegen den Behindertenbeauftragten des Landes, Karl Finke. Weil Gerd von Seggern in Meierhafe integrative Nachmittage und Reittherapie für behinderte Menschen anbietet, habe er Finke auf die gesundheitlichen Folgen einer 380-Kilovolt-Leitung aufmerksam gemacht. ,,Erst hat er das Problem als nicht behindertenrelevant betrachtet, dann war er nicht mehr zuständig. Ich werde mich bei Wulff über ihn beschweren."

 
 
© Verlag RIECK GmbH & Co. KG 2002-2010 - Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Die Inhalte sind nur für die persönliche Information bestimmt. Jede weitergehende Verwendung, insbesondere die Speicherung in Datenbanken, Veröffentlichung, Vervielfältigung und jede Form von gewerblicher Nutzung sowie die Weitergabe an Dritte - auch in Teilen oder in überarbeiteter Form - ohne Zustimmung des Delmenhorster Kreisblattes ist untersagt.