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Jörg Posiwio hat die Zukunft im Blick

Großhändler für Deko-Artikel kennt schon jetzt die Trends für Weihnachten und das nächste Frühjahr

5000 bis 6000 Artikel lagern ständig in den Posiwio-Hallen. Kaufen können Normalbürger hier aber nichts – die Firma beliefert nur den Handel.

von jens t. schmidt

delmenhorst. Jörg Posiwio kann in die Zukunft blicken. Er weiß, womit die Wohnzimmer zu Weihnachten 2007 geschmückt sein werden und er kann voraussagen, was in unzähligen Gärten im Frühjahr 2008 stehen wird. Der Geschäftsführer des gleichnamigen Großhandelsunternehmens für Garten- und Innenraum-Deko kennt die Trends mindestens ein Jahr im voraus.

„Für das nächste Frühjahr sind Rosa und Grün die Trendfarben“, wagt Jörg Posiwio einen Blick in die Zukunft. Und vieles spricht dafür, dass er mit seinen Prognosen sehr oft richtig liegt, denn anders wäre die Erfolgsgeschichte des Familienunternehmens nur schwer zu erklären.

„Gegründet wurde die Firma 1960 von meinem Vater Heinz Posiwio in Bremen“, erzählt er und holt, als müsse er diese Aussage beweisen, ein altes Ölgemälde hervor. Darauf zu sehen: Ein typisches altes Speicherhaus aus dem Bremer Steintorviertel. Hier habe sein Vater als Händler für Glas, Geschenke und Porzellan begonnen.

Zehn Jahre später folgte der Umzug nach Seckenhausen, um 1980 erneut umzuziehen – an den jetzigen Standort am Handelshof. In dieser Zeit wuchs die Mitarbeiterzahl von rund zehn auf über 50, darunter fünf Auszubildende. Diese Belegschaft arbeitet auf derzeit rund 10.000 Quadratmetern. Zuletzt baute Posiwio Ende 2006 eine neue Lagerhalle. 5000 bis 6000 Artikel hat die Firma ständig vor Ort, sagt der Chef.

„Familienunternehmen“ ist bei Posiwio keine leere Worthülse. „Bei uns arbeiten drei Generationen. Mein Vater ist auch mit 86 täglich zweieinhalb Stunden im Betrieb und erledigt Aufgaben, die er sich auch nicht nehmen lässt“, erzählt Jörg Posiwio. Und auch seine Kinder Jana und Mat-thias arbeiten hier.

Zu sehen gibt es bei Posiwio jede Menge – zu kaufen für Otto-Normal-Verbraucher aber nicht. Das Unternehmen beliefert nur Großkunden wie Gartencenter.

Die Designs stammen aus Deutschland, produziert wird zum Großteil in Fernost, erklärt der Geschäftsführer. Das provoziert Nachfragen zu den dortigen Arbeitsbedingungen. Ein Thema, mit dem sich Jörg Posiwio, der seit 1983 geschäftliche Kontakte nach China pflegt, offenbar intensiv beschäftigt. Auf China angesprochen, hält er einen Vortrag, den er auch in einem Uni-Hörsaal hätte geben können.

„Wir sind regelmäßig in den Fabriken und ich hatte nie den Eindruck, dass es dort schlimme Auswüchse wie Zwangsarbeit oder Ähnliches gibt“, berichtet er. Ebenfalls sei ein Indiz für sich bessernde Verhältnisse, dass die Einkaufspreise nach oben gingen, „eben auch, weil die Löhne steigen.“ Der Umweltgedanke sei im Reich der Mitte noch unterentwickelt, aber er wachse stetig. Auch in den Zeitungen gebe es erste Tendenzen zu kritischer Berichterstattung. „Das sind erste Erfolge der bisherigen, kleinen Öffnung des Landes“, meint der Firmeninhaber.

Wann wird China eine Demokratie ? So weit reichen Jörg Posiwios hellseherische Fähigkeiten dann doch nicht.

 
 
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