Delmenhorster Kreisblatt beta
2007-09-18 - Lokalsport
30 Grad herrschten in Riccione, als sich Gabriele Rost-Brasholz auf den Weg machte, um zwei Medaillen zu erlaufen. FOTO: privat
Gold und Silber brachte Gabriele Rost-Brasholz mit. FOTO: Dieter Freese (2 Bilder)

Gabriele Rost-Brasholz jetzt auch Weltmeisterin

Im Marathonlauf Silber im Einzel und Sieg mit dem Team

Europameisterin war sie schon und mehrfach deutsche Titelträgerin. Jetzt landete die 61-Jährige auch bei der WM in Riccione ganz vorne.
Von Dieter Freese
Delmenhorst. Sie ist ehrgeizig und erfolgsverwöhnt. Das brachte ihr schon viele Siege. Den jüngsten errang die für LG Bremen-Nord startende Delmenhorsterin Gabriele Rost-Brasholz jetzt bei der Senioren-Weltmeisterschaft im italienischen Riccione. In der AK60 erlief sie sich auf der Marathonstrecke bei Temperaturen um 30 Grad in 3:47:46 Stunden im Einzel die Silbermedaille. In der nationalen Mannschaftswertung wurde es sogar Gold. Rost-Brasholz, Karin Risch und Gisela Meffert hatten rund eine Stunde Vorsprung vor den Italienerinnen. Mit fast 900 Teilnehmern stellte Deutschland unter den insgesamt knapp 9.000 Aktiven nach Gastgeber Italien die größte Mannschaft.
Eigentlich hatte sich Rost-Brasholz keine Spitzenplatzierung ausgerechnet, da sechs Läuferinnen mit schnelleren Zeiten gemeldet waren. Doch es lief gut. Auf der Strecke, die teilweise an der Strandstraße entlang führte, erfuhr sie durch Zurufe, dass sie hinter der Bayerin Karin Risch und einer mitfavorisierten Japanerin auf Position drei lag. Allerding saßen ihr zwei Konkurrentinnen im Nacken. Darunter auch die Britin Carol Spong, die im vorigen Jahr bei der EM in Polen lange geführt hatte und sich noch von Rost-Brasholz geschlagen geben musste.
Bei Kilometer 25 lag Spong in Riccione nur 1:40 Minuten hinter der Delmenhorsterin. Die mobilisierte noch einmal alle Reserven, überholte noch die Japanerin, die entkräftet aufgab, und erkämpfte sich hinter Risch die Silbermedaille.
WM-unwürdig war allerding die Organisation. Ab Kilometer 30 gab es keine Schwämme und kein Wasser mehr. Etliche Sportler kollabierten. Auch die Siegerehrung zog sich endlos hin. Per SMS aus Deutschland erfuhr Rost-Brasholz, dass sie sichere Zweite geworden war.

 
 
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