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,,Der Energiepass wird eine Art Qualitätsmerkmal sein"
Sven Freese, Meyer Technik Unternehmensgruppe, zu Energieausweis und Energetischer Sanierung
VON Sonia Eßmann
Ab 1. August ist der Energiepass Pflicht. Für viele Immobilieneigentümer stellt sich die Frage, ob und wie sie reagieren müssen. Das dk spricht mit Sven Freese, der bei der Meyer Technik Unternehmensgruppe für den Bereich Energetische Sanierung zuständig ist.
dk: Betrifft der Energiepass alle, die ein Haus oder eine Wohnung besitzen?
Sven Freese: Nein, der Energiepass, der offiziell Energieausweis heißt, ist nur dann verpflichtend, wenn ein Objekt verkauft, neu vermietet oder neu verpachtet werden soll. Auf bestehende Verträge hat der Energiepass keinerlei Auswirkungen. Wird ein Objekt ausschließlich vom Eigentümer bewohnt, benötigt man ebenfalls keinen Energiepass.
Bedeutet der Energiepass für Hausbesitzer nur Aufwand oder hat er auch Vorteile?
Käufer und Mieter erfahren mit dem Pass, wie hoch die Kosten für Heizung und Warmwasser in etwa sein werden, und bekommen Basisinformationen über die Gebäudehülle und Heizungsanlage. Besitzer erhalten eine erste Information über den energetischen Zustand ihres Hauses.
Habe ich als Mieter oder Käufer einen Anspruch darauf, den Energieausweis einzusehen und was bringt er mir?
Ab dem 1. August ist es Pflicht bei Verkauf, Vermietung oder Verpachtung den Ausweis auf Verlangen des Interessenten vorzulegen. Ansonsten begeht der Verkäufer, Vermieter oder Verpächter eine Ordnungswidrigkeit im Sinne des Energieeinsparunsgesetzes. Da gerade diese Kosten für Käufer und Mieter auf einer einfachen Skala von grün bis rot abzulesen sind, wird der Energiepass eine Art Qualitätsmerkmal sein.
Welche Informationen finde ich im Energiepass und was sagen sie mir?
Das vierseitige Papier verschafft einen Überblick, wie viel Energie ein Gebäude pro Quadratmeter Wohnfläche pro Jahr verbraucht. Es gibt zwei Varianten: Beim Bedarfsausweis wird durch eine technische Analyse der Bausubstanz und der Heizungsanlage der Energiebedarf von Wohngebäuden ermittelt. Beim Verbrauchsausweis wird der Energieverbrauch hinsichtlich der Heizung und der Warmwasseraufbereitung der letzten drei Jahre angegeben. Hierbei hängt die Angabe allerdings von der Stärke der Nutzung ab.
Wie kann ich reagieren, wenn die Energiepass-Werte für meine Immobilie schlecht ausfallen?
Der Energiepass stellt keinen genauen Ablaufplan für die notwendige Sanierung auf. Im Energiepass sollten jedoch Modernisierungstipps stehen und die zu erwartende Verbesserung des Energieverbrauchs.
Was kostet mich der Energieausweis ungefähr?
Für den Energieausweis gibt es derzeit noch keinen einheitlichen Bemessungssatz, so dass die Preise variieren können. Für den bedarfsorientierten Ausweis beträgt das Honorar etwa 400 bis 600 Euro, bei großen Gebäuden auch mehr. Die anhand der Verbrauchswerte berechnete Variante ist günstiger. Im Gespräch sind je nach Anbieter und Objekt etwa 50 bis 150 Euro je Gebäude. Wir empfehlen generell den bedarfsorientierten Ausweis, da der Verbrauchsausweis keinen objektiven Zustand des Gebäudes widerspiegelt.



