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| SPD-Mitglied Prof. Dr. Gerd Turowski FOTO: Archiv |
Renommierter Professor ergreift vehement Partei für Swantje Hartmann
Turowski sieht ,,negative Entwicklung" in der Volkspartei SPD
Delmenhorst (ua). Der in überregionalen Gremien vertretene und anerkannte ehemalige Raumplaner und Baudirektor Prof. Dr. Gerd Turows- ki, der sich für das Renommee der Stadt einsetzt, hat jetzt Partei für die noch amtierende Bürgermeisterin und Parteikollegin Swantje Hartmann ergriffen. In einem Schreiben an das Delmenhorster Kreisblatt zeigt sich der Sozialdemokrat aus dem Ortsverein Hasport besorgt über die Zukunft seiner Partei.
Turowski: ,,Aus bundesweiter Sicht befindet sich nach meiner Einschätzung die SPD nicht nur im Bewusstsein der Bevölkerung, sondern auch unter politikwissenschaftlichen Maßstäben auf dem Weg, ihren Status als Volkspartei zu verlieren. Diese negative Entwicklung droht jetzt auch die Delmenhorster SPD zu erreichen. ,,Was sich derzeit in der ,,Affäre" Swantje Hartmann vollzieht, ist in meiner 40-jährigen Parteizugehörigkeit ohne Beispiel," so Turowski
Kritische innerparteiliche Reaktionen gegenüber einem Parteimitglied würden doch stets durch öffentlichen Druck ausgelöst. Im Falle Swantje Hartmann liege kein Handlungsbedarf in öffentlichem Interesse vor, da weder die Allgemeinheit noch die wachsamen Medien oder die politischen Gegner Verhaltenskritik an ihrer Person vorgetragen hätten. Es handele sich also um einen innerparteilichen Konflikt, der auf Grund seiner objektiv betrachteten Geringfügigkeit intern hätte gelöst werden können und müssen. Da dies nicht geschehen sei, muss gefolgert werden, dass hier einerseits jahrelange Versäumnisse einer desolaten Kassenführung von Verantwortlichen überdeckt und andererseits eine außerordentlich erfolgreiche, weitreichende Funktionen ausübende Politikerin entmachtet werden soll. Wer nach sorgfältiger Bewertung der gesamten Sachlage zu einer anderen Schlussfolgerung gelangt, setze sich dem drohenden Vorwurf mangelnder Realitätswahrnehmung und/oder persönlicher Nutzengewinne aus.
Wer jetzt ernsthaft weiteren Schaden, insbesondere den Verlust von Wählerstimmen und Mitgliedern, von der SPD abwenden wolle, müsse sich unverzüglich dafür einsetzen, dass die Verursacher der Krise um Swantje Hartmann auf Bezirks- und Landesebene mit ihren Verfehlungen um eine ordnungsgemäße Haushaltsführung zur Verantwortung gezogen und die wahren Hintergründe öffentlich gemacht werden. Die nach wie vor das Vertrauen der Bevölkerung und auch eines Großteils ihrer politischen Kolleginnen und Kollegen genießende Swantje Hartmann müsse ihre Position als Bürgermeisterin behalten.
Abschließend sei folgendes zu beachten: Wenn sich nach Abschluss dieser unseligen Angelegenheit herausstellen wird, dass formale oder rechtliche Fehler sowie moralische Verwerfungen entstanden sind, werden die dafür Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen sein. Kommentar



