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SPD von Kritik überrollt
von Ulrich Arlt
Die SPD wird öffentlich eingeholt von der Dynamik, mit der sie ihre Landtagsabgeordnete und langjährige Kommunalpolitikerin Swantje Hartmann loswerden wollte. Außer in der eigenen Partei, die inzwischen auch nachdenklich geworden ist, wie das Gesprächsangebot des Landeschefs Garrelt Duin zeigt, gibt es kaum noch jemanden, der das Ausmaß der Attacken und Rücktrittsforderungen gegen Hartmann wegen der bekannten Vorwürfe als gerechtfertigt ansieht. Der Unterbezirk war bereits zurückgerudert, als es hieß, es gehe nicht um die (unbewiesenen) ,,Vergehen" sondern das ,,Verhalten" der Abgeordneten. Umso unverständlicher bleibt, weshalb sich die Ortsvereine vor den landespolitischen Karren spannen ließen, es sei denn - was inzwischen vielfach vermutet wird - der Anstoß zur politischen Demontage von Hartmann über die mutmaßliche Finanzaffäre ihres Ex-Freundes kam aus dem Unterbezirk Delmenhorst selbst. Das würde auch erklären, dass ein Garrelt Duin, der offenbar über wenig Fähigkeiten eines Krisenmanagers verfügt, so rigoros Hartmann aufforderte, ihr Amt als SPD Landes-Vize niederzulegen. Möglicherweise hatte Duin Angst, Hartmann könnte tief verstrickt sein in finanzielle Unregelmäßigkeiten und wollte sie nicht schützen. Spätestens als er wusste, dass die Staatsanwaltschaft nicht gegen die Abgeordnete ermittelt, hätte er das Vorgehen besser wägen müssen.



