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2008-08-30 - Lokalsport
Hudes Bürgermeister Axel Jahnz (rechts) würdigte gestern im Rathaus mit dem 70-jährigen Kurt Riep einen sehr erfolgreichen Leichtathleten. Gisela Riep begleitete ihren Mann. Foto: Rolf Tobis

Kurt Rieps Rückblick fällt sehr positiv aus

Hudes Bürgermeister Axel Jahnz würdigt die besonderen Verdienste des erfolgreichen Leichtathleten

Der 70-jährige Diskuswerfer sicherte sich bei den Europameisterschaften in Ljubljana die Bronzemedaille. Ehefrau Gisela begleitet ihren Mann und versorgt das Aushängeschild des TV Hude mit wichtigen Informationen. Von Klaus Erdmann

Hude. ,,Es war ein sehr schönes Jahr." Natürlich kann man ein Jahr Ende August noch nicht wirklich Revue passieren lassen, doch für Kurt Riep ist die Open-Air-Saison so gut wie beendet. Ein Rückblick ist angesichts dieser Tatsache legitim. Er drängt sich sogar auf, denn Riep, sehr erfolgreicher Leichtathlet und Aushängeschild des TV Hude wurde gestern geehrt - im Huder Rathaus und von Bürgermeister Axel Jahnz.
Der 70-Jährige Riep zeigte sich erfreut darüber, dass der ,,Chef" die Ehrung höchstpersönlich vornahm. Jahnz würdigte die besonderen Verdienste des routinierten Diskuswerfers, der die Sammlung seiner Erfolge gerade in diesem Jahr in imponierender Art und Weise erweiterte. Eigentlich sollte Riep bereits vor einigen Wochen im Rahmen einer Sportlerehrung ausgezeichnet werden, doch zu diesem Zeitpunkt befand er sich auf Reisen - in Sachen Sport natürlich, denn in Ljubljana stand die EM der Senioren auf dem Programm.
Beim gestrigen Gipfeltreffen im Rathaus durfte Rieps Ehefrau Gisela nicht fehlen. ,,Sie ist bei sehr vielen Veranstaltungen dabei, sieht von außen Dinge, die man als Wettkämpfer nicht sieht und gibt mir Zeichen und wichtige Tipps", erklärt der Sportler. Seine Frau, so Witt, käme nicht vom Leistungssport. Doch über den Turniertanz, der das Ehepaar bis in die Senioren-Spitzenklasse geführt habe, sei das Verständnis für diverse Körperbewegungen entstanden.
Riep, der sich als Autodidakt bezeichnet (,,In Hude gab es leider keinen kompetenten Trainer"), weiß jedoch nicht nur die ,,sportlichen Hilfestellungen", die seine Frau leistet, zu schätzen: ,,Alleine würde ich die weiten Reisen nicht machen. Ich habe das Glück, dass meine Frau Verständnis für meinen Sport aufbringt und auch bereit ist, Unannehmlichkeiten in Kauf zu nehmen."
Im Juli beteiligte sich Riep an den ,,Deutschen" in Schweinfurt, wo sich der Diskuswerfer in der Altersklasse M 70 mit 41,23 Metern die Vizemeisterschaft sicherte. Anschließend reisten Gisela und Kurt Riep in die Schweiz, wo sie ihre Tochter besuchten. Der Name der nächsten Station lautete Ljubljana. Die Europameisterschaft in der slowenischen Hauptstadt bezeichnet der Gesprächspartner als ,,Highlight". Diese Feststellung bezieht sich einerseits auf die Tatsache, dass er den Diskuswettbewerb mit 42,12 Metern und der Bronzemedaille beendete (,,Bei meinen drei vorausgegangenen Europameisterschaften habe ich die Medaillenränge knapp verpasst"). Auf der anderen Seite lobt er die ,,schöne Stadt mit ihren Prachtbauten" und die hervorragende Organisation (,,Die Siegerehrung war fast olympisch").
Die Ziele steuerten die Rieps wieder mit ihrem Wohnmobil an. ,,In Ljubljana", erinnert sich Riep, ,,konnten wir das Fahrzeug direkt am Stadion abstellen." Zwischen seinen Wettkämpfen lag eine einwöchige Pause, die die Huder dem Sightseeing widmeten. ,,Der finanzielle Aufwand ist erheblich", betont der Leichtathlet. ,,Es geht nur mit dem Wohnmobil. Die Veranstalter wissen das und stellen dementsprechend zahlreiche Parkplätze zur Verfügung." Es sei natürlich schön, so Riep, der dafür verantwortlich zeichnet, dass der Name TV Hude einen größeren Bekanntheitsgrad erlangt, wenn man die Teilnahme an Wettkämpfen und Urlaub verbinden könne.
Bis zu seinem 60. Lebensjahr hat der ehemalige Haupt- und Realschullehrer (Sport, Biologie, Mathematik und Deutsch), der seit 1962 in Hude lebt, dem TVH seine Dienste als Volleyball- und Leichtathletiktrainer zur Verfügung gestellt. Seinerzeit habe er, der sich im September noch an einigen Werfertagen beteiligt, geplant, wieder mehr für sich zu tun. Mittlerweile jedoch hat er drei weibliche B-Jugendliche, die sich dem Diskuswerfen verschrieben haben, unter seine Fittiche genommen. Mit einer solch kleinen Gruppe könne er konzentriert arbeiten, sagt Kurt Riep und fügt hinzu: ,,Es ist schön, wenn man seine Erfahrungen weitergeben kann."

 
 
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