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| Der Delmenhorster Robel Mutlu mischte sich mit seinen Kindern Maria und Thomas (kl. Foto) unter tausende Demonstranten in Berlin.FOTOs: Privat (2 Bilder) |
380 Aramäer reisen für Demo nach Berlin
Einsatz für wichtiges Kloster in Türkei
Delmenhorst (sov). Rund 380 syrisch-orthodoxe Delmenhorster und zahlreiche Aramäer aus Ganderkesee und Bremen sind am Sonntag zu einer Demonstration nach Berlin gereist. Mit tausenden Gläubigen aus ganz Deutschland setzten sich die hiesigen Aramäer für das Kloster Mor Gabriel ein. Die aramäisch sprechende christliche Minderheit in der Türkei sieht Mor Gabriel als ihr geistliches Zentrum. Auch für die in Deutschland lebenden Aramäer hat es eine große religiöse und gesellschaftliche Bedeutung.
,,Es ist eine der letzten Bastionen unserer Religion und Kultur", erklärt Robel Mutlu, warum ihm das Kloster im Südosten der Türkei so wichtig ist. Dabei geht es nicht nur um eines der ältesten christlichen Klöster mit 1600-jähriger Geschichte, sondern auch um ein Symbol. In den drei aktuellen Gerichtsverfahren gegen die syrisch-orthodoxe Einrichtung sieht der Pressebeauftragte des Delmenhorster Kirchenbeirats ,,einen symbolischen Akt, der zeigt, dass man das Christentum dort nicht haben will".
Die Demonstration in Berlin sei friedlich und eindrucksvoll gewesen, gibt Mutlu die Eindrücke der Delmenhorster wieder. Die Polizei schätzte die Zahl der Demonstranten insgesamt auf 9000. Mit Transparenten und Fahnen, die Aufschriften wie ,,Rettet das Kloster Mor Gabriel" und ,,Stoppt Gewalt gegen Christen in der Türkei" trugen, zogen die Demonstranten vom Berliner Dom über die Straße ,,Unter den Linden" zur Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor. Für die Delmenhorster bedeutete der dreieinhalbstündige Protestmarsch eine ganztägige Reise - von 7 bis 22 Uhr waren sie unterwegs.
,,Wir hätten noch einen Bus füllen können", stellte Mutlu trotz der drei Doppeldecker- und drei normalen Busse fest. Der Bezug zu dem Kloster in der Gebirgslandschaft Tur Abdin nahe der Stadt Midyat ist groß, denn viele der hier lebenden Aramäer kommen aus dieser Region. Eine Gruppe Delmenhorster reiste erst vergangenes Jahr dorthin. ,,Es gibt neben dem geistlichen auch einen touristischen Bereich mit Unterbringung", erklärt Robel Mutlu.



