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| Hundefriseurin Silvia Knublauch hat im November ihren Salon im Tierheim Arche Noah eröffnet. FOTO: Karin Mahlstedt |
Vierbeiner profitieren von Kooperation
Hundefriseurin hat Salon im Tierheim
Seit November sorgt Silvia Knublauch im Tierheim Arche Noah mit Kamm und Schere dafür, dass Hunde sich in ihrer Haut wohl fühlen.
Von Karin Mahlstedt
Brinkum. ,,Das ist für mich der schönste Beruf, den ich mir denken kann." Silvia Knublauch ist Hundefriseurin. Vor knapp zwei Monaten hat sie ihren Salon in Räumen des Tierheims Arche Noah in Brinkum eröffnet - und trägt dazu bei, dass Tierheimhunde schneller ein neues Zuhause finden.
,,Manche Hunde sehen sehr schlimm aus, wenn sie bei uns ankommen", sagt Tierheimleiter Stefan Kirchhoff. Bevor Silvia Knublauch im Tierheim Kamm und Schere schwang, wurden die dann meistens einfach geschoren. Jetzt sorgt Silvia Knublauch dafür, dass die Hunde sich wieder wohlfühlen, entfernt verschmutztes und verklebtes Fell oder befreit die Vierbeiner von toten Haaren, die unter dem Deckhaar auf der Haut hängen bleiben und zu Juckreiz führen. Ein Honorar verlangt sie für die Arbeit an den Tierheimhunden nicht - dafür zahlt sie vorerst keine Miete. Aber auch, wenn das Geschäft läuft: ,,Tierheimhunde werde ich immer weiter pflegen," sagt Knublauch.
,,Ich habe schon früher im Tierheim geholfen", erzählt die gebürtige Bremerin, die jetzt auch ihren Wohnsitz nach Stuhr verlegen will. 30 Jahre lang saß sie beruflich hinter dem Steuer von Reisebussen, Lastwagen und sogar Straßenbahnen. Genauso lange hatte sie auch selbst Hunde, arbeitete auch als Hundetrainerin.
Bevor sie sich als Hundefriseurin selbstständig machte, hat sie auch eine Ausbildung zur Tierpsychologin und Verhaltenstherapeutin gemacht und ein Jahr lang bei der Tierhilfe in Rotenburg in diesem Bereich gearbeitet. Dabei hat sie viel über Körpersprache von Hunden und Katzen gelernt. Das kommt ihr jetzt auch bei ihrer Arbeit mit den Hunden zugute. Auf dem Tierheimfest im September hat sie sich und ihre Arbeit präsentiert. Im November hat sie ihren Salon im umgestalteten Frühstücksraum des Tierheimpersonals eröffnet und arbeitet jetzt auch mit dem Tierarzt des Tierheims zusammen.
Den zahlenden Kunden, die ihre Hunde zu ihr bringen, erklärt die Hundefriseurin ganz genau, warum sie was macht. ,,Wenn ich einen Hund, zum Beispiel einen Terrier, ,trimme', dann ziehe ich tote Haare aus dem Fell", sagt sie, ,,dann kann die Haut auch wieder atmen". Das Fell von Golden Retrievern oder Schäferhunden bringt sie zum Glänzen, indem sie es von der so genannten Unterwolle befreit, die weder vor Nässe noch Kälte schütze, sondern nur die Haut blockiere. ,,Die Leute meinen, sie können das rauskämmen", sagt Knublauch, ,,kämmen ist aber nur oberflächlich".
Tierheimleiter Stefan Kirchhoff hofft, dass der eine oder andere Kunde von Silvia Knublauch sich auch einmal im Tierheim umsieht - und vielleicht einen zweiten Hund mit nach Hause nimmt.


