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Neuer Bagger soll Konkurrenz das Wasser abgraben

terex-atlas Konzern-Ziel: Weltweit Platz 2

Neuer Raupenbagger ohne Atlas-schriftzug

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Der neue Raupenbagger, der nach dem Willen der hiesigen Geschäftsleitung von Terex-Atlas ab September in Ganderkesee vom Band laufen soll, wird in weiß produziert und nicht mehr den Schriftzug „Atlas“ tragen. Das Unternehmen will sich damit nach eigenen Worten von einem Negativ-Image trennen, das den bislang von Atlas hergestellten Raupenbaggern anhaftet. „Zu teuer und zu kompliziert“ nennen Marktkenner als Kritikpunkte des alten, im obigen Foto abgebildeten Modells. Das soll sich mit dem neuen Raupenbagger ändern: Neue Konstruktion und Technik, neuer Name, neue Farbe, neuer Preis – fehlt nur noch das „grüne Licht“ des amerikanischen Mutterkonzerns Terex, der weltweit 16 000 Mitarbeiter beschäftigt.  lau

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Das hiesige Werk will ins Raupenbagger-Geschäft einsteigen. Damit sollen Arbeitsplätze vor Ort gesichert und der Mutterkonzern weiter nach vorne gebracht werden.

Von Lars Laue

ganderkesee – Nach „Anpassungen“, wie die Ganderkeseer Werksleitung es nennt, der Mitarbeiterzahl von einstmals 1500 an den Standorten Ganderkesee, Delmenhorst und Vechta auf jetzt 750 will die Maschinenfabrik Terex-Atlas (vormals Atlas Weyhausen) in Ganderkesee mit ihren derzeit 400 Mitarbeitern am Aufstieg des amerikanischen Mutterkonzerns Terex zum Weltmarktführer Nummer zwei einen entscheidenden Beitrag leisten. „Wir sollten hier in Ganderkesee prüfen, ob wir in der Lage sind, Raupenbagger gewinnbringend zu fertigen“, sagte Heiko Stührenberg, Konstruktionsleiter Bagger, gestern im Rahmen eines Pressegesprächs mit Firmenpräsentation. „Wir haben das eingehend geprüft, bei den Endkunden erfragt, welche Anforderungen sie haben, und haben der Konzernleitung in den USA schließlich mitgeteilt: ,wir können’“, so Stührenberg weiter.

Ob Ganderkesee nun aber künftig tatsächlich neben Mobilbaggern, die beispielsweise im Straßenbau eingesetzt werden, Zweiwege-Baggern (für den Straßen- und Schienen-Einsatz) und Industriebaggern auch Raupenbagger (Einsatz beispielsweise für große Erdumschläge) montiert, hängt davon ab, wie Produktion und Vermarktung der fünf Prototypen, die im Mai vom Band laufen sollen, klappen. „Wir haben mit einem weißen Blatt Papier angefangen, und sind jetzt soweit, das Gerät zu fertigen“, hebt Stührenberg hervor, dass es sich bei dem „völlig neuen“ Bagger um ein Ganderkeseer Produkt handelt. Werksleiter Hans-Werner Skopp gibt sich zuversichtlich, nach der Prototyp-Phase „grünes Licht“ aus Amerika für die Montage der neuen Raupenbagger, die in weiß und nur mit dem Schriftzug Terex (ohne Atlas) zu sehen sein sollen, zu bekommen. „Das ist eine wahnsinnige Herausforderung für uns. Aber wir haben solide Anstrengungen dafür unternommen und sind sehr zuversichtlich, den Zuschlag zu bekommen“, stellt Werksleiter Skopp sich hinter sein Team.

Bekommt Ganderkesee die Freigabe für das Raupenbagger-Projekt, für das es keine weiteren firmeninternen Bewerber gibt, so soll es Anfang September losgehen – bis Ende dieses Jahres sollen dann noch 200 Stück gefertigt werden, nächstes Jahr sollen dann 1000 Raupenbagger das Ganderkeseer Werk verlassen. Die Anstrengungen hier vor Ort gehen nach Angaben von Werksleiter Skopp einher mit dem Ziel des Terex-Konzerns, bis Ende 2006 von Platz drei der Weltrangliste auf Platz zwei vorzurücken und damit den Konkurrenten Komatsu (zurzeit Platz zwei) zu verdrängen und hinter Marktführer Caterpillar zu landen. „Mit unserem Vorhaben im Bereich der Raupenbagger wollen wir hier aus Ganderkesee unseren Teil dazu beitragen, das Ziel der Unternehmensführung zu realisieren“, bekräftigt Skopp. Gleichzeitig sieht er das Projekt als Sicherung des Ganderkeseer Standortes. So seien zwar nur wenige Neueinstellungen in den „Schlüsselpositionen“ Konstruktion, Vertrieb und Marketing sowie Service geplant, „aber mit der Raupenbagger-Montage, die wir durch Umstrukturierungen unserer bestehenden Mannschaft leisten wollen, können wir unseren Mitarbeitern Sicherheit geben und nach den Einschnitten, die die Atlas-Übernahme durch Terex im Dezember 2001 mit sich gebracht hat, wieder Ruhe in die Fertigung bringen.“

 
 
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