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Sarah Connor (24) – ein Pop-Produkt wird besichtigt

Das scheinbar Private gerät zum Kommerz

Gestern Abend stellte Pro 7 in Hamburg die TV-Seifenoper „Sarah & Marc in Love“ vor. Die Hauptdarsteller haben keine Angst vor dem Ausverkauf ihres Reststücks Privatleben.

Von Thomas Breuer

Delmenhorst/Hamburg. In der Hamburger Nobel-Bar „Golden Cut“ wurden den Journalisten gestern Abend Cocktails, Empanadas mit Chili und geschmorte Kaninchenkeulen auf Tomaten-Orangen-Ragout gereicht. Und es war viel von Projekten die Rede. „Die Hochzeit ist unser größtes Projekt“, sprach Pop-Diva Sarah Connor ins Mikrofon, „neben unserem Sohn natürlich.“ Ja, und natürlich neben der am 28. Juni startenden Fernseh-Doku-Seifenoper „Sarah & Marc in Love“. Um die zu präsentieren, hatte der Privatsender Pro 7 sich das freundlich stimmende Ambiente einfallen lassen.

So viel Connor war noch nie: neues Album, Titelsong für den Kinofilm „Robots“, Tournee im Herbst und jetzt die Vorbereitungen für die neunteilige Dienstag-Serie.

So wenig Sarah war auch noch nie: Wenn die 24-Jährige mal in Delmenhorst anzutreffen war, wollte sie an der Seite ihres Ehemanns Marc Terenzi (26) mit dem gemeinsamen Baby Tyler (1) am liebsten ihre Ruhe und Zeit für die Familie haben.

Bis jetzt.

Ab sofort wird alles anders. Connor und Sarah, geborene Lewe, werden endgültig eins. Verschmelzen zum Pop-Produkt, kommerzialisieren auch die Bereiche ihres Lebens, die sie bislang für sich allein genießen wollten.

Zwei Tage wurde bereits in Wildeshausen für die Serie gedreht, wo das Paar jetzt eine Villa bezieht. „Man wird Tyler nie frontal sehen“ sagt Sarah Connor. „Wir haben uns beide entschieden, seine Identität zu wahren.“ Wohl aber werde das Fernsehpublikum an den Vorbereitungen für die geplante kirchliche Hochzeit im August teilhaben. „Wir werden sehen, was jede normale deutsche Hausfrau beschäftigt, die kurz vor ihrer Hochzeit steht“, erklärt Jobst Bent­hues, der Unterhaltungschef von Pro 7.

Wir werden vor allem sehen, was im Medienzirkus derjenige bekommt, der bundesweite Schlagzeilen verspricht und für „Exklusivität“ zahlt: eine Seifenoper, die sich gewaschen hat; bei der am Ende niemand mehr weiß, was die Fakten sind und was Fiktion ist. Fakt ist: Nach dieser Serie wird niemand schlauer sein.

Aber darum ging es auch gestern Abend in Hamburg nicht. „Marc & Sarah in Love – Die Hochzeit des Jahres“ dient allein dem Ausbau der Marke Sarah Connor. Der Trailer zur Serie zeigt ein verschmustes Pärchen mit glücklichem Anhang und die ersten Schritte in das neue Haus in „Delmenhorst“. Dass Delmenhorst Wildeshausen ist, wen soll das stören? Sarah Connor am allerwenigsten: „Ich verleugne meine Herkunft nicht.“ Ob sie auf lange Zeit dort wohnen werde, wer könne das bei zwei Akteuren im Popgeschäft schon sagen. „Wir haben auch das Haus in Orlando/Florida, wohin wir uns längere Zeit zurückziehen können.“

Warum also der ganze Zauber, wenn die Rückzugsmöglichkeiten ins Private so wichtig sind? „Wir wollen ein Bild davon geben, wie wir wirklich sind“, sagt Sarah Connor. Wenig später sitzt der Gatte am Piano und beide intonieren „Happy Anniversary“, das Lied, dass er ihr zum Hochzeitstag geschrieben hat. So sieht eine glückliche Familie ganz privat aus. Abends in Hamburg, kurz bevor die Limonentarte mit Tonkabohnensahne auf den Tisch kommt.

 
 
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