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Delmenhorst
Apothekerin Ina Stelling von der Apotheke Delmenhorst-Süd ist Fachfrau in Sachen Naturheilkunde und Homöopathie. FOTO: Andreas Nistler
2010-07-31

„Nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“

Viele Krankenkassen unterstützen alternative Heilmethoden

Wundermittel oder echte Helfer: Der Großteil der Krankenkassen schließt die Wirkung von Globuli, Schüßler-Salzen und Co. nicht aus – wissenschaftlich bewiesen ist sie jedoch nicht.

Von Torsten Dobe

Delmenhorst · Landkreis Oldenburg. Für Hans-Heinrich Hubmann, Heilpraktiker aus Ganderkesee, ist klar: Naturheilkunde und Homöopathie sind aus der Medizin nicht wegzudenken. Seiner Meinung nach sollten die Krankenkassen deutlich mehr in alternative Behandlungsmethoden investieren. „Durch die Wirtschaftskrise sind viele meiner Kunden allerdings nicht mehr in der Lage, diese Art von Behandlung zu finanzieren“, berichtet der Naturheilkundler. Der Bedarf an Homöopathie und anderen Naturheilmitteln, den Hubmann anhand seiner Patienten ausmacht, würde kaum durch die Krankenkassen gedeckt. „So wie es jetzt geregelt ist, ist es nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“, sagt Hubmann. Dabei bieten etliche Krankenkassen an, die Kosten für alternative Behandlungsformen zu übernehmen.

Doch das scheint nur bei wenigen Patienten angekommen zu sein. „Die Nachfrage ist nicht ausreichend, um dieses Angebot noch weiter auszudehnen“, schildert Joachim Maass von der AOK Niedersachsen. In Niedersachsen seien es weniger als 1000 Kunden, die die Zusatzversicherung für Naturheilkunde und Homöopathie in Anspruch nähmen. „Wir würden uns mit diesem Thema mehr beschäftigen, wenn es auch die entsprechende Nachfrage danach gäbe“, beschreibt Maass die derzeitige Situation.

Ein Bild, das sich auch Dr. Bernd Roth bietet. Dem Allgemeinmediziner aus Ganderkesee gegenüber äußerten Patienten nur selten den Wunsch nach naturheilkundlichen oder pflanzlichen Arzneimitteln. Eben auch, weil diese Art der Behandlung für viele Patienten zu teuer sei. Bei leichteren Beschwerden wie einer beginnenden Nasennebenhöhlenentzündung etwa rät Roth selbst zu pflanzlichen Heilstoffen statt der üblichen Antibiotika. So konnte er in diesem Winter nach eigener Schätzung rund ein Viertel an Antibiotika einsparen. „Und die Patienten wurden auch gesund“, betont der Schulmediziner. Überzeugt von der Wirkung von Globuli, Schüßler-Salzen und Co. ist auch Apothekerin Ina Stelling von der Apotheke Delmenhorst-Süd. Deshalb hat sie sich auf den Bereich Homöopathie und Naturheilkunde spezialisiert: „Weil es eben hilft.“

 
 
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