Delmenhorster Kreisblatt beta
Wetter
Historie
Haben Sie Flash und JavaScript aktiviert?

Delmenhorst und seine Zeitung

Die Herausgabe einer Zeitung, die eine Auflage von 150 bis 200 Exemplaren hatte, erforderte ein landesherrliches Privileg, und sie unterlag einer Vorzensur. Ende des 18. Jahrhunderts zählte man in Deutschland rund 200 Zeitungen, von denen einige Auflagen bis zu 2000 Stück erreichten. Es wurden Anzeigen und amtliche Bekanntmachungen aufgenommen. Verlegerfamilien konnten sich an vielen Orten als Herausgeber etablieren.

Ein solches Familienunternehmen ist auch das „Delmenhorster Kreisblatt“. Die Geschichte der Familie Rieck in Delmenhorst kann man auf den 8. Juni 1822 zurückführen. An diesem Tag eröffnete Johann Hinrich Rieck im Hause des Rademachers Hermann Bolte an der Langen Straße 123 seine Buchbinderei. Der Delmenhorster Neubürger wurde am 17. Mai 1792 als zweiter Sohn und fünftes von acht Kindern in Oldenburg geboren. Nach dem frühen Tod des Vaters nahm sich Pastor Wardenburg der Erziehung des Neunjährigen an. Gleich nach dessen Konfirmation besorgte er ihm bei dem Hofbuchdrucker Johann Hinrich Ludolph Borgeest in Jever eine „ordentliche“ Lehrstelle. Nach fünfjähriger „treuer“ und „redlicher“ Lehre wurde Johann Hinrich Rieck in Gegenwart zweier Zeugen „freigesprochen“ und war nun Geselle.

Zu jener Zeit gehörte Nordwestdeutschland zum französischen Kaiserreich. Auch Johann Hinrich Rieck musste im Napoleonischen Heer dienen und im süddeutschen Raum gegen seine Landsleute kämpfen. Mit zwei Leidensgenossen desertierte er und schlug sich in seine Heimat durch. Er fand Unterkunft bei einer jüdischen Familie in Oldenburg und kurze Zeit später auch Arbeit als Drucker und Setzer bei der Druckerei Stalling.

Obwohl in Delmenhorst schon zwei Buchbinder ansässig waren, bewarb sich Johann Hinrich Rieck förmlich bei der Regierung in Oldenburg um die Niederlassung als Buchbinder. Nach Rückfrage der Regierung bei der Stadt Delmenhorst bestätigte der Bürgermeister, dass wohl auch ein dritter Buchbinder sein Auskommen haben werde. Daraufhin bewilligte die Regierung in Oldenburg in einem Schreiben an den Magistrat vom 4. Juli 1822 die Niederlassung des Buchbinders Johann Hinrich Rieck. Somit war die Gründung der Buchbinderei Rieck vollzogen. Da man nur Handwerker in einer Stadt sein konnte, wenn man auch Bürger dieser Stadt war, legte Johann Hinrich Rieck am 15. Oktober 1823 den allgemeinen oldenburgischen „Unterthaneneyd“ sowie den speziellen „Bürgereyd“ auf die Stadt Delmenhorst ab. Für diese Einbürgerung bezahlte er den niedrigsten Preis von 36 Grote Gold und war nun Bürger 4. Klasse mit allen bürgerlichen Rechten.

Die Buchbinderei scheint sich nicht so entwickelt zu haben, wie Rieck es sich erhofft hatte. In mehreren Eingaben an die herzogliche Regierung machte Rieck darauf aufmerksam, dass in dem kleinen Delmenhorst (rund 1700 Einwohner) drei und in dem wesentlich größeren Oldenburg nur fünf Buchbinder ihrem Gewerbe nachgingen. Alle Eingaben, Bitten und Gesuche, nach Oldenburg übersiedeln zu dürfen blieben erfolglos. Ende der zwanziger Jahre kaufte Johann Hinrich Rieck eine handbetriebene Druckerpresse, die auch heute noch das Arbeitszimmer des Verlegers schmückt.

In einer Audienz bei Großherzog Paul Friedrich erinnerte sich dieser seines früheren Kammermusikus Peter Rieck, dessen Sohn er nun vor sich sah, und stellte gnädig die Genehmigung des Konzessionsgesuches in Aussicht. Im Jahre 1831 bewarb sich Rieck bei der Regierung in Oldenburg um die Konzession für den Druck eines Wochenblattes. Am 6. Januar 1832, es war ein Freitag, erschien in Delmenhorst erstmals eine Zeitung, das „Wochenblatt für den Kreis Delmenhorst“.

Der Gründungsvater

Johann Hinrich Rieck war Drucker, Verleger und Redakteur in einer Person. Am 23. März 1832 ließen Präsident, Vizepräsident und Räte der Großherzoglich Oldenburgischen Regierung durch eine Urkunde wissen, dass das „geziemende Ansuchen“ des Buchbinders Rieck bewilligt sei. Allerdings müsse er die geltenden und noch zu erwartenden Verordnungen und Vorschriften, die für Buchdrucker erlassen seien, beachten. Schließlich erfuhr Rieck, dass er mitnichten für Stadt und Kreis Delmenhorst ausschließliche Berechtigung besaß. Die Regierung behielt sich vor, nach ihrem „Gutfinden“ weitere Konzessionen zu erteilen oder auch davon abzusehen.

Die Urkunde sanktionierte nur, was seit Wochen jeden Freitag geschah: den Druck des „Wochenblattes für den Kreis Delmenhorst“, also für den Bezirk des Landgerichts Delmenhorst, der außer der Stadt und dem Amt Delmenhorst noch die Ämter Ganderkesee, Berne und Wildeshausen umfasste. Vier Seiten stark erschien das Blättchen, jede Seite 16,5 Zentimeter breit und 20,5 Zentimeter hoch in einer Auflage von rund 200 Exemplaren. Nur wenige der 1645 im beschaulichen Delmenhorst gemeldeten Personen konnten damals eine Zeitung lesen. Das Jahresabonnement kostete 36 Grote Gold. Die beiden beherrschenden Teile des „Wochenblattes“ waren obrigkeitliche und private Bekanntmachungen, wobei erstere den größten Raum einnahmen. Der redaktionelle Teil brachte weniger aktuelle Beiträge als vielmehr Allerweltsgeschichten, die aus anderen Blättern zitiert wurden, was damals an der Tagesordnung war und auch von großen Zeitungen praktiziert wurde.

Gegen den revolutionären Zeitgeist zu schreiben, war den behördlich konzessionierten Zeitungen gern gestattet. Traten sie jedoch für die Ideen des nach einem deutschen Nationalstaat verlangenden liberalen Bürgertums ein, so setzten sie schnell ihre Existenz aufs Spiel. So erfuhren die Delmenhorster Leser beispielsweise, dass auf Beschluss der Bundesversammlung von 1831 die liberalen Blätter „Constitutionelles Deutschland“ und deren Nachfolger, die „Deutsche Tribüne“, der „Westbote“ und die „Neuen Zeitschwingen“ verboten seien. Das waren Zeitungen, die in der Vorgeschichte der deutschen Revolution von 1848 eine wichtige Rolle spielten. Herausgeber und Redakteure traf ein fünfjähriges Berufsverbot.

Noch im selben Jahr der Zeitungsgründung brachte Johann Hinrich Rieck einen Volkskalender heraus. Unter dem Titel „Gemeinnützig-unterhaltender Volks-Kalender für den Bürger und Landmann auf das Jahr 1833“ konnte man nützliche Hinweise und Ratschläge für die verschiedensten Lebensbereiche sowie unterhaltende Beiträge lesen. Neben dem Kalendarium, in dem auch Auf- und Untergangszeiten der Sonne verzeichnet waren, erfuhr der Leser auch, wann in Delmenhorst, Oldenburg und anderen Städten Gerichtstag oder Wochen-, Kram- und Viehmarkt war, um welche Zeit in Oldenburg und Bremen die Stadttore geöffnet und geschlossen wurden, wann in Elsfleth Hochwasser zu erwarten war und wie es sich mit den allgemeinen Gebühren verhielt. Dass Rieck auch mit diesem Verlagsprodukt auf dem richtigen Weg war, beweist die Tatsache, dass der Kalender für das Jahr 1837 in zweiter Auflage erschien. Mit Beginn der Herausgabe seines „Wochenblattes“ dürfte Rieck das Nachbarhaus seines bisherigen Domizils, das Bürgerhaus Lange Straße 122, gekauft haben, um dort seine Druckerei einzurichten. Dieses Haus ist bis heute die Verlagsadresse des „Delmenhorster Kreisblattes“.

Am 30. Oktober 1836 heiratete Johann Hinrich Rieck die Frau, die er vierzehn Jahre zuvor als dreijährige Tochter seines Vermieters kennen gelernt hatte, Juliane Dorothee Bolte. Ein Jahr später schenkte sie ihrem ersten Kind, Hermann, das Leben. Es folgten: Louise, Siegfried und Emilie. Die Erbfolge der Zeitungsverlegerfamilie Rieck war gesichert. Neben den Terminzwängen von Druckerei und Zeitungsverlag, wobei das Hauptaugenmerk auf Freitag, den Drucktag, gerichtet war, muss eine wichtige Tätigkeit hervorgehoben werden - die des Zeitungsaustragens. Für diese Tätigkeit stand zunächst Paul Segelken zur Verfügung. Der Nachbar Georg Hinrich Suhr erinnert sich 1932 zum hundertjährigen Jubiläum: „Der wackere Bote Segelken bediente zu Fuß folgende Route: Delmenhorst - Dwoberg - Elmeloh - Stenum - Grüppenbühren - Hohenböken - Nordenholz - Vielstedt - Hude - Almsloh und Tiergarten.“ Legt man die Luftlinienentfernung von 14 Kilometern zugrunde, so kommen leicht 40 Kilometer zusammen. Nicht immer wird diese Strecke an einem Tag zu bewältigen gewesen sein, zumal der Zeitungsbote gleichzeitig Briefe, Pakete und andere Utensilien transportierte. Wer abseits dieser Route wohnte, ließ sich die Zeitung durch die Post zustellen. Die Delmenhorster selbst werden sich ihr „Wochenblatt“ vermutlich in der Druckerei abgeholt haben. Wie viele Abonnenten es damals gab, ist unbekannt. Bei der damaligen Einwohnerzahl Delmenhorsts von etwa 1800 Personen dürfte die Auflage bei einigen hundert Exemplaren gelegen haben.

Aus dem „Wochenblatt“ wird das „Delmenhorster Kreisblatt“

Durch die Umbenennung des „Wochenblattes“ in „Delmenhorster Kreisblatt“ im Jahre 1847 und das zweimalige Erscheinen wöchentlich, schuf sich Johann Hinrich Rieck ungewollt und unerwartet eine nicht zu unterschätzende Konkurrenz. Kaum hatte Rieck, der sich die Titeländerung wohl für zukünftige Expansionsmöglichkeiten offen halten wollte, den Titel „Wochenblatt“ freigegeben, versuchte sich sein ehemaliger Buchbinderlehrling, der Buchbindergehilfe Louis Horstmann, als Verleger und gab eine zweite Zeitung heraus. Geradezu bedrohlich wurde das neue „Wochenblatt“ für das „Kreisblatt“, als der Lehrer Karl Segelken die Verlagsrechte des konkurrierenden Blattes im Jahre 1871 übernahm. Er hatte sicher den Vorteil des Schreibens auf seiner Seite. Als Handwerker konnte Rieck setzen und drucken, war aber, wie fast alle kleinen Zeitungen, in redaktioneller Hinsicht auf das Nachdrucken aus anderen Druckschriften angewiesen.

Bedingt durch finanzielle Engpässe kam es jedoch nicht zu der von Rieck befürchteten bedrohlichen Situation. Den neuen Verlegern fehlten die Mittel, um eine eigene Druckerei zu gründen. Das „Wochenblatt“ musste auswärts bei der Firma Littmann in Oldenburg gedruckt werden, wodurch sich die Kosten enorm erhöhten. Ausgehend von der ohnehin nicht rosigen wirtschaftlichen Lage und der entstandenen Konkurrenzsituation schuf sich Rieck ein drittes „Standbein“. So beantragte er zusätzlich die Lizenz als Buchhändler, Antiquar und Bibliothekar, was am 19. Mai 1856 von der Regierung in Oldenburg genehmigt wurde.

Bedingt durch das Ansteigen der Anzeigen und um das Angebot an Lesestoff zu erhöhen, erschien das „Delmenhorster Kreisblatt“ vom 3. Juli 1867 an in einem wesentlich größeren Format. Es war jetzt 25 Zentimeter breit und 35,5 Zentimeter hoch. Zugleich ging Rieck vom zweispaltigen auf den dreispaltigen Umbruch über.

Entwicklungsjahre

Johann Hinrich Rieck, der Gründer des „Delmenhorster Kreisblattes“, starb am 10. März 1869. Er hinterließ zwei Söhne, Hermann und Siegfried, sowie zwei Töchter, Louise und Emilie. Seit dem Tode der Mutter am 1. September 1859 führte Louise dem Vater den Hauhalt und ersetzte den jüngeren Geschwistern die Mutter. Nach dem Tode des Vaters hätte, wie zunächst vorgesehen, dessen ältester Sohn Hermann das Geschäft übernehmen sollen. Doch durch die Abenteuerlust, die Sprunghaftigkeit und den Wankelmut Hermanns war das Verhältnis zwischen Vater und Sohn stark belastet. Nach Hermanns Rückkehr von seinen diversen Reisen, stellte ihm sein Vater die Mittel zur Verfügung, um in Berne die Zeitung „Stedinger Boten“ zu gründen. Da sich Hermann weniger zum Zeitungmachen als vielmehr zum Lieferanten für Zeitungsgeschichten eignete, verkaufte er seinen Verlag an den Drucker Bessin und wanderte nach Australien aus, wo er mit der Einführung des Bananenanbaus in die australische Geschichte einging. Aufgrund des Streits zwischen Hermann und seinem Vater auf der einen Seite und der Unterstützung, die Rieck durch seinen zweiten Sohn Siegfried erfuhr, bestimmte er diesen zu seinem Nachfolger. Siegfried Rieck, der bei der Firma Lohse in Oldenburg in der Lehre als Verlagskaufmann war, folgte dem Ruf des Vaters, brach seine Lehre ab und lernte und arbeitete im väterlichen Betrieb weiter. Beim Ableben des Vaters war Siegfried 23 Jahre alt und somit nach den damaligen Gesetzen noch nicht majoren (volljährig). Aus diesem Grunde war er auch nicht berechtigt, vor dem Gesetz als verantwortlich zeichnender Verleger aufzutreten. Die Regierung in Oldenburg erteilte Siegfried Rieck am 20. April 1869 die Konzession zur Betreibung der Druckerei und für die Herausgabe des „Delmenhorster Kreisblattes“ mit der Auflage, bis zu seiner Volljährigkeit einen Bürgen zu benennen, der in dieser Zeit dem Gesetz gegenüber als verantwortlicher Verleger auftrat. Für diese Aufgabe konnte Siegfried Rieck den Standesbeamten Hermann Töbelmann gewinnen, der in dieser Funktion am 25. Mai 1869 von der Regierung bestätigt wurde. Einen knappen Monat später, am 23. Juni 1869 wurde Siegfried Rieck 24 Jahre alt und somit volljährig. In der an diesem Tag erschienenen Zeitung hieß es im Impressum: „Verantwortlicher Redacteur, Drucker und Verleger Siegfried Rieck in Delmenhorst.“

Da es nach dem Ableben des Gründers zu Erbauseinandersetzungen zwischen Siegfried und seinem älteren Bruder gekommen war, strebte er nun eine Absicherung der Ansprüche gegenüber seinem Bruder an. Aus diesem Grund firmierte er auch im Handelsregister unter „Siegfried Rieck, Buch- und Kunstdruckerei, Verlag des „Delmenhorster Kreisblattes“. Dieser Schritt führte dazu, dass die Firma bis heute nicht mehr unter dem Namen des Gründers geführt wird, was die Nachfolger im Nachhinein bedauern. Siegfried Rieck gelang es, sich „freizulosen“, um somit vom Wehrdienst freigestellt zu werden. So konnte er sich auch bei Ausbruch des deutsch-französischen Krieges 1870/71 mit ganzer Kraft seiner Firma widmen. Das wichtigste Problem, dem sich Siegfried Rieck gegenübersah, war die Konkurrenzsituation zum „Wochenblatt“, das unter dem neuen Inhaber Karl Segelken aufblühte. Erste Fusionsverhandlungen beinhalteten Segelkens Vorschlag, das „Kreisblatt“ eingehen zu lassen und gemeinsam das „Wochenblatt“ herauszugeben. Diesen Vorschlag lehnte Rieck ab. Später liefen die Verhandlungen umgekehrt. Bereits zum 1. Januar 1872 stellte das „Wochenblatt“ sein Erscheinen ein. In dem Gesellschaftsvertrag vom 4. Februar 1873 wurden die Einzelheiten festgelegt. Segelken wurde Redakteur auf Lebenszeit. Für 100 verkaufte Zeitungen sollte Segelken 25 Thaler erhalten. Tatsächlich fasste man eine jährliche Zahlung von 250 Thalern ins Auge, was auf eine Auflage des „Delmenhorster Kreisblattes“ von etwa 1000 Exemplaren hinweist. Die Hinterbliebenen Segelkens sollten bei dessen Ableben von Siegfried Rieck 1000 Thaler erhalten, die so eine Art Lebensversicherung darstellten.

Nach zwölfjähriger, konkurrenzloser Zeit erschien ein neuer Konkurrent am Zeitungshimmel. Als im Jahre 1883 Heinrich Steenken, Sohn des Tierarztes Steenken, in Delmenhorst die „Delmenhorster Nachrichten“ gründete, war dies zunächst natürlich ein Konkurrenzunternehmen, doch gefährlich wurde es dem „Kreisblatt“ nicht. Das Verhältnis der beiden Konkurrenzblätter basierte auf einer kollegialen Grundlage. So konnte man kontinuierlich weiterarbeiten, was auch äußerlich feststellbar war. Im Jahre 1888 entstand an der Stelle des bürgerlichen Gründerhauses, Lange Straße 122, ein neues Verlagsgebäude im Stile der italienischen Renaissance.

Um diese positive Entwicklung fortzusetzen, stellte das „Kreisblatt“ einen hauptamtlichen Redakteur ein. Nach dem Ersten Weltkrieg sollten es sogar zwei werden. Seit 1897 erschien die Zeitung dreimal wöchentlich. Die Kniehebelpresse wurde durch die erste Schnellpresse, die zunächst per Hand, später mit Gasmotor betrieben wurde, ersetzt.

Die erfolgreiche Arbeit des „Kreisblattes“ dauerte bis Ende des Jahres 1902. Am Weihnachtsabend dieses Jahres teilte der Verleger der „Delmenhorster Nachrichten“ seinen Lesern mit, dass er die Verlagsrechte zum 1. Januar 1903 an die Bremer Zeitungsgesellschaft abtreten werde. Das bedeutete für Siegfried Rieck den Auftakt zu einer Periode erbitterten Konkurrenzkampfes. Hier kämpften: Handsetzer gegen Maschinensetzer, Schnellpresse gegen Rotationsmaschine, bescheidene Redaktionsarbeit gegen weitverzweigten Mitarbeiterstab, geringe Mittel des Einzelunternehmers gegen die Geldmittel einer AG. Dieser Kampf sollte vier Jahre dauern. Siegfried Rieck hielt dagegen. So kaufte er 1903 die Johannes Berger Doppel-Schnellpresse und ließ das „Kreisblatt“ täglich erscheinen. Der redaktionelle Teil wurde durch das Telegraphenbüro Wolff in Berlin täglich mit aktuellen Nachrichten versorgt.

Am 1. Mai 1903 wurde Delmenhorst Stadt 1. Klasse und verwaltete sich selbst. Um gegen die Bremer Konkurrenten bestehen zu können, kaufte Siegfried Rieck im Jahre 1905 die erste Setzmaschine, eine „Fraktur-Simplex-Linotype-Setzmaschine“ für 12.000 Mark von der Mergenthaler Setzmaschinenfabrik in Berlin, die er in seinem Schaufenster aufstellte und dort arbeiten ließ, damit auch das Publikum das technische Wunderwerk bestaunen konnte. Statt jeden Buchstaben einzeln aus dem Setzkasten zu holen, konnten jetzt ganze Bleizeilen in eins gesetzt werden. Der erste Maschinensetzer war Hermann Mangels. In den folgenden Jahren kamen weitere Setzmaschinen hinzu. Als Leiter der Technik (Faktor) führte Heinrich Kröger ein strenges Regiment.

Eine neue Ära

Als Siegfried Rieck am 6. Juli 1907 verstarb, vererbte er seine Hinterlassenschaft seiner Frau Bernhardine, geborene Duhnkrack, und seinen drei Kindern Otto, Lina und Almuth. Beinahe vier Jahrzehnte lang hatte er die Firma Rieck geleitet - die Jahre, in denen Delmenhorst aus einem Landstädtchen zur Industriestadt und das „Kreisblatt“ aus einer zweimal wöchentlich erscheinenden Postille zu einer vollwertigen Tageszeitung mit über 5000 Beziehern wurde. Der Nachfolger wirkte bereits in der Firma. Otto Rieck, geboren am 7. Mai 1882, arbeitete nach seiner Schulentlassung etwa zwei Jahre im väterlichen Betrieb, bevor er in Erfurt seiner militärischen Dienstpflicht nachkam. Von März 1904 bis Februar 1905 war er als Redaktionsvolontär bei der „Pfälzischen Presse“ in Kaiserslautern tätig. Auf Wunsch des Vaters brach Otto Rieck mit Rücksicht auf dessen schlechten Gesundheitszustand seine Berufsausbildung vorzeitig ab und kehrte in den elterlichen Betrieb zurück. Nach dem Wortlaut des Testamentes war Otto Rieck von seinem 25. Lebensjahr an berechtigt, Haus, Garten, Geschäft und Verlag zu pachten. Frühestens ab seinem 30. Lebensjahr konnte er den Betrieb kaufen, wofür ihm aber zunächst die finanziellen Mittel fehlten. Von diesen Rechten machte Otto Rieck nach dem Tode des Vaters im Jahre 1907 Gebrauch und pachtete den Betrieb. Otto Rieck war im Gegensatz zu seinem Vater und erst recht zu seinem Großvater weniger Handwerker als vielmehr Verleger und Publizist - ein Mann, der genau in die heraufziehenden, überaus streitbaren Jahrzehnte passte.

Seine erste Aufgabe sah Rieck in der Aufnahme von Verhandlungen mit denen in Bremen gedruckten „Delmenhorster Nachrichten“, die dem alteingesessenen Verlag ein Vorankommen schwer machten. Noch im Jahre 1907 kam ein Vertrag zustande und Ende des Jahres ließen „Kreisblatt“ und „Nachrichten“ ihre Leser wissen, das Vierteljahresabonnement werde ab dem nächsten Jahr 1,50 Mark kosten. Mit gewiss berechtigtem Stolz druckte Otto Rieck dazu die von dem „beeidigten Bücherrevisor“ Hermann Gehle ermittelten Zahlen ab. Das „Delmenhorster Kreisblatt“ hatte demnach eine Auflage von 5621 Exemplaren. 5361 davon gingen über die Zeitungsausträger und die Post an die Abonnenten. Dazu kamen 170 Stück für Beschäftigte des Verlages und Austräger und 130 Stück für Belege.

Im Jahre 1908 vollendete Otto Rieck den von seinem Vater begonnenen Anbau des Verlagsgebäudes Lange Straße 122 a. In einer weiteren Kraftanstrengung gelang es ihm, auch technisch und redaktionell einen Schritt nach vorn zu tun, indem er im Jahre 1912 die erste vierseitige Rotationsmaschine kaufte und mit ihr in der Lage war, wesentlich schneller zu drucken, also noch aktueller in der Berichterstattung zu sein, weil der Redaktionsschluss weiter hinausgeschoben werden konnte. In der Ausgabe vom 9. Juli 1912 vermittelte Rieck der Leserschaft über das neue Medium Rotation eine attraktive Mischung aus Nachrichten von nah und fern. Das alte Gliederungsschema bestand nicht mehr. Die wichtigsten Rubriken des Blattes hießen jetzt in der Reihenfolge der bevorzugten Anordnung „Politischer Teil“, „Lokales“, „Aus der näheren Umgebung“, „Aus dem Reiche“ und „Aus aller Welt“. Seit dem 1. März 1913 hieß das „Delmenhorster Kreisblatt“ im Untertitel „Generalanzeiger für Stadt und Amt und Stadt Delmenhorst“. Gleichzeitig rückte das Stadtwappen in den Zeitungskopf, eine typographische Verbesserung, die zudem die Möglichkeit bot, nun links davon Johann Rieken als verantwortlichen Redakteur und rechts Dietrich Bunke als den für den Anzeigenteil verantwortlichen Mitarbeiter auszuweisen. So gefällig der neue Zeitungskopf sein mochte, was ab Sommer 1914 darunter seinen Platz finden musste, war hart und bedrohlich. Der Erste Weltkrieg war ausgebrochen. Während des Ersten Weltkrieges, den Otto Rieck von Anfang bis zum Ende mitmachte, wurde der Betrieb von Anni Rieck, die er 1906 geheiratet hatte, Buchhalter Bunke und Faktor Kröger geführt. Immer wenn am Hause Lange Straße 122 die schwarz-weiß-rote Fahne gehisst wurde, dann wussten die Passanten, dass ein Extrablatt erscheinen würde. Noch war Extrablatt gleichbedeutend mit deutschem Sieg. In das Kriegsjahr 1915 fiel ein aufregendes Erlebnis. Seine Majestät Kaiser Wilhelm II. kam im Kraftwagen durch Delmenhorst und die Lange Straße gefahren, als die schwarz-weiß-rote Fahne um Aufmerksamkeit warb. Der Kaiser ließ halten. Die Neugierigen, die vor dem Verlagshaus auf das Extrablatt warteten, wandten sich dem Ankömmling zu und erlebten mit, wie Anni Rieck aus dem Haus trat und dem Kaiser das erste, noch druckfrische Exemplar der Siegespostille überreichte. Wilhelm II. äußerte sich befriedigt sowohl über den Sieg als auch über die Promptheit, mit der das „Delmenhorster Kreisblatt“ die Nachricht verbreitete. Schlechte, schlimme, unheilvolle Nachrichten gewannen am Ende die Oberhand, bis das „Kreisblatt“ vom 12. November 1918 die Schlagzeilen brachte: „Rücktritt des Kaisers“, „Der Großherzog von Oldenburg ist abgesetzt“. Der Krieg war verloren. Im Anzeigenteil konnte man lesen, dass in Sudmanns Hotel ein Soldatenrat gebildet worden war.

Nach seiner Heimkehr aus dem Krieg konnte Otto Rieck seinen beiden Schwestern Lina und Almuth die Anteile des väterlichen Erbes auszahlen und wurde somit zwar alleiniger Besitzer der Firma, doch der politische Umschwung vom Kaiserreich zur Republik und der Konkurrenzkampf mit der Bremer Zeitungsgesellschaft stellten ihn vor neue Herausforderungen. Unruhen hatten Delmenhorst erschüttert und auch vor dem „Kreisblatt“ nicht halt gemacht. Durch das Betriebsrätegesetz vom 4. Februar 1920 und dessen Umsetzung in den Betrieben veränderte sich das Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern grundlegend. Nun gab es in den Personen des Maschinensetzers Karl Uhlmann, dessen Kollegen Mangels und des Prokuristen Bunke sogar einen ersten Betriebsrat in der Firma. Streiks mussten überstanden werden, 1921dauerte eine solche Auseinandersetzung neun Tage. Dass dennoch die Berichterstattung in diesen Jahren ständig verbessert wurde, zeigt den Kampfgeist, der in Otto Rieck steckte. 1919 hatte er einen ersten politischen Redakteur in Gestalt von Hans Korn eingestellt und erstmals eine dauernde Sportberichterstattung aufgenommen. Ständige Beilagen wie „Bausteine“ zur Kultur und zum Staatsaufbau sowie ab 1920 „Der Frauen Leben und Schaffen“ boten den Lesern noch mehr Informations- und Unterhaltungsmöglichkeiten. Die zuletzt genannte Beilage wurde seit dem 2. Februar 1921 von Ella Heine, der ersten Redakteurin, gestaltet. Das war der Gipfel an Fortschrittlichkeit.

Im Konkurrenzkampf mit der Bremer Zeitungsgesellschaft als Besitzerin der „Delmenhorster Nachrichten“ entzog sich diese jedoch selbst den Boden unter den Füßen, indem sie versuchte, mit Rabattsätzen bis zu 80 Prozent für Großinserenten und anderen Mitteln dem „Delmenhorster Kreisblatt“ Leser und Inserenten abzuwerben.

Das dk im Dritten Reich

Otto Rieck, der aus seiner schwarz-weiß-roten Gesinnung keinen Hehl machte, brachte die Situation nach dem Ersten Weltkrieg in Anspielung auf die neue Flagge auf den Punkt: „schwarz - die Zukunft, rot - die Gegenwart, gold - die Vergangenheit.“ Die Revolutionszeit überstand das „Delmenhorster Kreisblatt“, von kleineren Streiks abgesehen, relativ schadlos. Zum Druck durch die Arbeitnehmer kam für die Zeitungsverleger die inflationäre Entwicklung. Zwei Beispiele mögen die explosionsartige Entwicklung der Preise verdeutlichen: Musste man im Juli 1914 für einen Waggon Papier noch 2000 Mark bezahlen, so kostete er im Oktober 1922 750.000 Mark. Der Wochenlohn eines Schriftsetzers betrug im Jahre 1914 41 Mark, 1922 bereits 3420 Mark. Am 12. März 1932 sagte Otto Rieck als verantwortlicher Verleger und Schriftleiter im „Delmenhorster Kreisblatt“ mit seinem Aufruf „Deutschland erwache!“ den braunen Machthabern den Kampf an.

Das Ziel, das die Nationalsozialisten unmittelbar nach der Machtergreifung am 30. Januar 1933 anstrebten, war die Gleichschaltung der gesamten deutschen Presse, um sie für ihre Propagandazwecke einzusetzen. Nach dem Reichstagsbrand am 28. Februar 1933 nutzten die braunen Machthaber sofort die Möglichkeit, die Meinungs- und Pressefreiheit durch die „Notverordnung zum Schutze von Volk und Staat“ aufzuheben. Die wichtigsten Werkzeuge zur anschließenden Gleichschaltung der bürgerlichen Presse waren das am 22. September 1933 erlassene Reichskulturkammergesetz, durch das alle Pressetätigen zur Zwangsmitgliedschaft in der Reichspressekammer verpflichtet wurden und das am 4. Oktober 1933 erlassene Schriftleitergesetz. Die Hauptlast der Verantwortung legten die Nationalsozialisten auf die Redakteure. So bestimmte der Paragraf 1 des Schriftleitergesetzes als zentrale Vorschrift, dass der Träger der öffentlichen Aufgabe der geistigen Gestaltung von Zeitungen und politischen Zeitschriften allein der Schriftleiter sei. Die Mitwirkung der Verleger wurde auf die kaufmännischen Aufgaben reduziert.

Adolf Hitlers Machtergreifung am 30. Januar 1933 verstand das „Delmenhorster Kreisblatt“ keinesfalls so, dass es nun der NSDAP zu folgen hatte. Als einige Monate später Otto Rieck dem abgelösten zweiten Bürgermeister von Delmenhorst, dem Sozialdemokraten August Jordan, wie auch etwas später dem Oberbürgermeister Rudolf Königer, anerkennende Worte in der Zeitung aussprach, war der Eklat da. In einem Schreiben an das „Kreisblatt“, das vom Staatskommissar im Delmenhorster Rathaus und kommissarischen Kreisleiter der NSDAP verfasst war, wurde der Verleger und Schriftleiter Otto Rieck aufgrund des Paragrafen 35 des Schriftleitergesetzes mit sofortiger Wirkung aus der Berufsliste der Schriftleiter gestrichen und bereits einen Tag später zum Staatsfeind erklärt.

Trotz des Schreibverbots erschien am 7. März 1933 erneut ein Artikel zum Oberbürgermeisterwechsel in Delmenhorst mit dem Bild des Oberbürgermeisters, in dem in lobender Weise die in fast drei Jahrzehnten erworbenen Verdienste hervorgehoben wurden. Daraufhin wurde dem „Delmenhorster Kreisblatt“ mit sofortiger Wirkung die Teilnahme an Stadtratssitzungen untersagt und eine Berichterstattung verboten. Außerdem entzog man dem Blatt die amtlichen Anzeigen. Obwohl die Zeitung bis zur Kapitulation von der Stadtverwaltung keine Druckaufträge mehr erhielt, wurden die amtlichen Bekanntmachungen vom „Kreisblatt“ veröffentlicht.

Während der Verlag zweimal mit einem Publikationsverbot der Zeitung bedroht wurde, ging der neue Oberbürgermeister und Kreisleiter Dr. Wilhelm Müller noch einen Schritt weiter, in dem er öffentlich erklärte, dass er nicht eher ruhen werde, bis er das „Delmenhorster Kreisblatt“ vernichtet habe. Die Auseinandersetzung gipfelte darin, dass der Minister des Inneren, Georg Joel, im Jahre 1936 die Akte über die Firma Rieck der Gestapo zur weiteren Bearbeitung übergab. Dies auszubaden sollte der nächsten Generation vorbehalten bleiben. Im Jahre 1937 zog sich Otto Rieck in sein Domizil nach Bremen zurück, wo er im Jahre 1940 starb.

Nach der Erbfolgeregelung sollte eigentlich der älteste Sohn Siegfried den Betrieb übernehmen. Doch der hatte die schlimmen Hunger- und Grippewinter nicht überlebt. Günter, der zweite Sohn, starb schon als Säugling. Nachdem Käthe den Tierarzt Lindhorst geheiratet hatte, blieb nur noch Anneliese übrig. Anneliese Schulte Strathaus, die jüngste Tochter Otto Riecks, wurde am 26. April 1911 geboren. Nach ihrer Schulausbildung trat sie in den Betrieb ihres Vaters ein und arbeitete nach ihrer Lehre als Volontärin, Fotografin und Bildjournalistin. Nach der Übersiedlung ihres Vaters nach Bremen führte Anneliese Schulte Strathaus zusammen mit ihrem Ehemann, Theodor Schulte Strathaus, den sie 1936 geheiratet hatte und der seit dieser Zeit als Prokurist im Betrieb tätig war, die Firma, deren Inhaberin sie am 23. Dezember 1940 wurde. Während der kriegsbedingten Abwesenheit ihres Mannes leitete sie als Mitverlegerin das Verlagshaus. Obwohl Anneliese Schulte Strathaus die fachlichen Voraussetzungen für die Mitgliedschaft im Reichsverband der deutschen Zeitungsverleger erfüllte, wurde ihr aus politischen Gründen die Mitgliedschaft versagt. Als Nichtmitglied der Reichspressekammer wurde ihr damit auch die Ausübung ihres Berufes als Verlegerin verboten. Getreu dem Motto: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns, verfolgten die „Nazis“ die 1932 begonnene Kampagne gegen die Firma Rieck. Im Jahre 1942 erpresste die Reichspressekammer von der Verlegerin den Vertrag vom 4. Dezember, wodurch sie als Eigentümerin der Firma mit Grundstück, Gebäuden und der gesamten Betriebseinrichtung ausgeschaltet wurde. Ihr verblieb als Pfandnehmerin ihrer eigenen Firma lediglich eine Hypothek in Höhe von 62.785 RM. Doch dieser Rest wurde ihr am 28. Juli 1943 auch noch genommen. Aufgrund der „Anordnung zur Wahrung der Unabhängigkeit des Zeitungsverlagswesens“ forderte die Reichspressekammer die Ausschaltung als Pfandnehmerin und entfernte somit die Inhaberin restlos aus ihrem eigenen Unternehmen.

Theodor Schulte Strathaus, der Ende April 1933 in die NSDAP eingetreten war, weil er sonst als Diplom-Handelslehrer nicht in das Beamtenverhältnis hätte übernommen werden können, kämpfte nun mit den Pressegewaltigen aus Oldenburg um den Erhalt des Verlages. Man bot ihm an, im Generalgouvernement, dem besetzen Polen, ein Kino, eine Fabrik oder ein Rittergut zu erwerben. Über dem gesamten Verhandlungspaket schwebte die Drohung, dass man sich nötigenfalls gezwungen sehen würde, die Verhandlungen abzubrechen und das Problem zwangsweise durch Übernahme der Zeitung zu lösen. Theodor Schulte Strathaus spielte auf Zeit. Zunächst ließ er die oben erwähnte gelöschte Hypothek seiner Frau auf sich übertragen. 1941 beantragte er direkt in Berlin die Aufnahme in den Reichsverband deutscher Verleger. Fast zwei Jahre wurde der Antrag verschleppt. Erst nach Überwindung zahlreicher Schikanen und fast unerträglicher Zugeständnisse teilte ihm der Reichsverband durch Brief vom 8. Juni 1943 mit, dass er aufgenommen sei, wodurch die Firma zunächst einmal gerettet war.

In den letzten Kriegsjahren war das „Kreisblatt“ als eine der wenigen Zeitungen, die noch in privatem Besitz waren, nach wie vor den Anordnungen, Kontrollen und Schikanen der „Nazis“ ausgesetzt. Am 15. April 1945 erschien das „Delmenhorster Kreisblatt“ vorerst zum letzten Mal. Als am 20. April 1945 die Stadt Delmenhorst kampflos von englischen und kanadischen Truppen besetzt wurde, bot sich das leer stehende Verlagsgebäude als Unterkunft für die Soldaten an.

Die frühen Nachkriegsjahre

Anfang Mai 1945 bat Anneliese Schulte Strathaus sowohl die Stadtverwaltung als auch den Town-Major, das Gebäude zu räumen, um den Betrieb wieder aufnehmen zu können. Während die britische Polizei das Gebäude räumte, verlangte die Stadtverwaltung einen Antrag auf Arbeitsgenehmigung. Die vier folgenden Anträge blieben unbeantwortet.

Mit dem Besetzungsbefehl vom 3. November 1945 wurden Druckerei und Wohnung, Lange Straße 122, mit Wirkung vom 9. November 1945, 12 Uhr beschlagnahmt und der englischen Militärregierung zur Verfügung gestellt. Dabei versäumten es sowohl die britischen als auch die für die Besatzungsmacht zuständigen deutschen Instanzen, eine Bestandsaufnahme zu machen. Durch ein langwieriges, kostspieliges Beweissicherungsverfahren versuchte der Verlag Rieck in der Folgezeit seine Ansprüche auf Entschädigung zu untermauern. In das Verlagsgebäude zog eine kanadische Einheit ein und begann mit dem Druck der Soldatenzeitung „Maple Leaf“ (Ahornblatt), einer Tageszeitung für die vornehmlich in Nordwestdeutschland stationierten kanadischen Truppen. Am 4. Mai 1946 erschien „Maple Leaf“ zum letzten Mal. Kurze Zeit nach dem Abzug der Kanadier transportierten die Briten fast das gesamte Inventar ab in Orte, in denen die Britische Rheinarmee Druckereien unterhielt. Ohne Setzmaschinen, Setzkästen und Stereotypie war die Firma trotz noch vorhandener Rotationsmaschine, nicht in der Lage, den Betrieb wieder aufzunehmen. Anneliese Schulte Strathaus nahm den Kampf um ihr Recht auf. In ungezählten Eingaben an britische und deutsche Dienstellen bis hin zum britischen Kriegsministerium in London sowie dem Ausschuss für Besatzungsfolgen des Deutschen Bundestages forderten sie fast ein Jahrzehnt lang Wiedergutmachung für erlittenes Unrecht. Abgesehen von kleineren Teilerfolgen, wie die Rückgabe einzelner Maschinen oder Pachtregulierungen für die noch ausgelagerten Maschinen, entschied das „Claims Tribunal“, das höchste britische Entschädigungsgericht in Deutschland, am 27. Januar 1955 zugunsten des Verlagshauses Rieck.

Nach der Freigabe des Gebäudes im Oktober 1946 konnte man daran denken, die Arbeit im Betrieb wieder aufzunehmen. Zunächst hielt man sich mit der Akzidenzdruckerei über Wasser, später druckte man Bücher, und mit der Herausgabe des einmal in der Woche erscheinenden „Delmenhorster Anzeigenblattes“ ab Januar 1949 war Theodor Schulte Strathaus auf dem richtigen Weg, seine verlegerische Arbeit fortzusetzen.

Pünktlich, mit dem Wegfall des Lizenzzwanges und der Einführung der Pressefreiheit in der jungen Bundesrepublik Deutschland erschien zum 1. Oktober 1949 das „Delmenhorster Kreisblatt“. Schon bald bestätigten die Vertriebs- und Anzeigenerlöszahlen, dass sich der Verlag auf dem richtigen Weg befand. Mit rund 7000 zahlenden Beziehern war das Jahr 1949 abgeschlossen worden. 1950 kletterte die Auflage auf 9100 bezahlte Exemplare. Fünf Jahre später war die Auflage auf 12.500 und weitere fünf Jahre später auf 14.500 Exemplare gestiegen. Musste man zunächst die Zeitung in Syke drucken lassen, so war man seit Anfang 1950 in der Lage, die Rundgüsse für die Rotation wieder selbst herzustellen und die Zeitung über die eigene Maschine laufen zu lassen.

Im Stammhaus an der Langen Straße platzte man bald aus allen Nähten. Der Umbau 1961 konnte nur für kurze Zeit Entlastung bringen. Ausgehend vom Stand von 1939 mit einer Auflage von knapp 8000 Exemplaren, 30 Mitarbeitern und 40 Austrägern hatten sich die Zahlen Mitte der 60er Jahre mehr als verdoppelt, was räumlich gesehen einer generellen Lösung bedurfte. Am 10. Februar 1965 setzte Oberbürgermeister Wilhelm von der Heyde im neu entstandenen Druckhaus an der Bremer Straße die neue 32-seitige Vier-Farben-Rotationsmaschine in Betrieb, die 1971 auf 48 Seiten erweitert wurde. Ende der 60er Jahre veränderte das „Delmenhorster Kreisblatt“ sein Outfit, indem man vom vierspaltigen Umbruch auf den sechsspaltigen überging. Eine weitere, revolutionäre Neuerung gab es 1977 durch die Umstellung vom alten gutenbergschen Bleisatz auf den modernen Fotosatz mit Computertechnik, mit Kathodenröhrenstrahlen und modernen Datenträgern, der Hochdruck wurde vom Offsetdruck abgelöst. Um die gesamte Technik und die dafür erforderlichen Maschinen aufstellen zu können, bedurfte es einer Erweiterung des Druckhauses an der Bremer Straße.

Bedingt durch die Schneekatastrophe 1978/79 konnten die überregionalen Nachrichten, die bis dahin aus Oldenburg kamen, aufgrund der Schneemassen nicht nach Delmenhorst gebracht werden. Die im eigenen Haus produzierten Notausgaben brachten auf der Titelseite Lokales. Mit positivem Echo: Verlagsleitung und Redaktion wurden bestürmt, es dabei zu belassen. Die Reaktion erfolgte ein dreiviertel Jahr später: Am 1. September 1979 schob das „Delmenhorster Kreisblatt“ seinen Lokalteil nach vorn und wurde damit Pionier einer Neuerung, die im deutschen Blätterwald, vor allem bei Lokalzeitungen mit klar zu überblickendem Verbreitungsgebiet, immer mehr um sich greift. Als am 9. Mai 1981 Oberbürgermeister Otto Jenzok im Beisein von Niedersachsens Ministerpräsident Dr. Ernst Albrecht im neuen Druckhaus Rieck mit einem Knopfdruck die 32-seitige Mehrfarben-Rollenoffset-Rotationsmaschine in Betrieb setzte, hatte für den Verlag das neue Druckzeitalter begonnen.

Das Verlegerehepaar, das die Nazidiktatur überstanden und die schweren Nachkriegsjahre gemeistert hatte, konnte mit der Entwicklung zufrieden sein. Dieser vierten Generation folgten mit den Töchtern Irmhild, Sieglind, Heide und dem Sohn Dirk schon bald die Nachkommen. Durch die tatkräftige Unterstützung ihres Sohnes Dirk fand man nun auch wieder einmal die Muße, seinem Hobby nachzugehen. Während Theodor Schulte Strathaus die in der Kriegsgefangenschaft begonnene Malerei vervollkommnete und mit seinen Bildern weit über die Grenzen Delmenhorsts bekannt wurde, widmete sich Anneliese Schulte Strathaus der Fotografie und gab einige Bildbände der Stadt Delmenhorst heraus. Theodor Schulte Strathaus starb am 15. November 1985, seine Frau Anneliese folgte ihm zehn Jahre später am 15. August 1995.

Dirk Schulte Strathaus wurde am 24. November 1939 in Delmenhorst geboren. Nach dem Besuch der Freien Waldorfschule in Bremen, wo schon frühzeitig seine künstlerische Begabung bemerkt und gefördert wurde, erhielt er als künftiger Firmenchef eine gründliche Ausbildung in Großdruckereien, Verlagen, einer Buchbinderei und einer Klischeeanstalt. Mit dem Meisterbrief als Schriftsetzer in der Tasche trat er 1961 in die Firma ein, wo er zunächst alle Abteilungen kennen lernte, um dann den Vertrieb und die technische Leitung zu übernehmen. Als Juniorchef war er an den bereits geschilderten technischen Veränderungen maßgeblich beteiligt. Seine Kreativität und grafische Begabung nutzt der Verleger Dirk Schulte Strathaus nicht nur gezielt für Werbe- Marketingmaßnahmen des „Delmenhorster Kreisblattes“, er setzt dieses Können auch privat in Pastelle, Druckgrafiken, Aquarelle und Acrylbilder um. Mit Weitblick und Organisationstalent leitete er erfolgreich zahlreiche neue Aktivitäten des Verlags- und Druckhauses ein.

Im Jahr 1964 wurde der erste Buchshop in Ganderkesee eröffnet. Ihm folgten die Buchshops in Hude und Moordeich/Huchting. Diese Einrichtungen dienten für die Leser und Anzeigenkunden in den Landgemeinden des Verbreitungsgebietes des „Delmenhorster Kreisblattes“ als Verkaufsstätten mit zusätzlichem Serviceangebot. Zusammen mit dem Reisebüro Janssen & Mayer wurde 1990 die Gesellschaft „Optimal Reisen Delmenhorst“ gegründet. Dies war eine sinnvolle Ergänzung, da schon seit Jahrzehnten für die Leser als zusätzlicher Service dk-Leserreisen angeboten wurden. 2004 bezog das dk-Reisebüro GanterReisen neue Geschäftsräume am Markt in Ganderkesee. Nun konnte diese Leistung verbessert und ausgebaut werden. Neben dem dk-shop, wo Treuebücher, CDs und weitere Artikel verkauft werden, wird das Angebot im Verlagshaus durch den dk-ticket-shop abgerundet. Hier können Tickets für lokale und regionale Veranstaltungen, wie Konzerte und Theateraufführungen, per Computer gebucht werden.

Auf dem Weg ins neue Jahrtausend

Bereits im September 1990 wurde die erste neue Offsetmaschine in den neuen Bundesländern unter Beteiligung vieler Delmenhorster in Eberswalde eingeweiht und die Tageszeitung „Oberbarnimer Kreisblatt“ gegründet. Nach zwei Jahren erreichte diese Zeitung eine Auflage von 5000 Exemplaren, die aber unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht ausreichte. So musste die Zeitung wie viele andere Neugründungen wieder aufgegeben werden. Das Druckhaus Eberswalde erschloss sich in der Folgezeit neue Märkte. Mehrere Anzeigenblätter wie der „Oder Anzeiger“ mit einer Auflage von 52.000 Exemplaren und der „Schwedter Wochenbote“ mit einer Auflage von 60.200 Exemplaren wurden auf Initiative von Dirk Schulte Strathaus neu gegründet und werden nun, zusammen mit dem „Eberswalder Sonntag“ und dem „Bernauer Blick“, in Eberswalde gedruckt. In Haldensleben bei Magdeburg entstand 1992 eine weitere Druckerei mit einer 64-seitigen Uniman Rotationsmaschine und einer Einstecklinie von Ferag. Dort werden ebenfalls Anzeigenblätter und Beilagen in hoher Auflage gedruckt. Das DruckHaus Haldensleben ist stolz darauf, inzwischen weit über 100 Mitarbeiter aus der Region beschäftigen zu können.

Nach dem Neubau der Produktionshalle an der Bremer Straße weihte Oberbürgermeister Jürgen Thölke im Beisein von Ministerpräsident Gerhard Schröder im Oktober 1994 die neue computergesteuerte, 64-seitige Rotationsmaschine von König und Bauer ein. Diese Investition in modernste Technik ermöglicht es dem DruckHaus RIECK, auch weiterhin Aufträge wie Anzeigenblätter oder Beilagen, weit über die Grenzen Delmenhorsts hinaus zu drucken. Die Zahl der Arbeitsplätze konnte gesichert, ja sogar erweitert werden. Im Verlags- und Druckhaus sind heute 150 hochqualifizierte Mitarbeiter beschäftigt, die sich den neuen technischen Herausforderungen gestellt haben. Rund 60 engagierte Halbtagskräfte und rund 200 zuverlässige Zeitungsboten sorgen zusätzlich dafür, dass das „Delmenhorster Kreisblatt“ und „Kreisblatt am Sonntag“ pünktlich bei seinen Lesern ist.

Im Zeitalter neuer Medien muss sich der Verlag weiteren Herausforderungen stellen. Eine Beteiligung am privaten Rundfunk kam dazu. 1995 folgte die Digitalisierung des redaktionellen Ganzseitenumbruchs. Der Verleger Dirk Schulte Strathaus vertrat als Vorsitzender im Aufsichtsrat der Lokalpresse und durch seine Mitarbeit in weiteren überregionalen Verbänden die Interessen der kleinen und mittleren Zeitungsverlage und untermauert deren Bedeutung in den Ausschüssen. Ein zusätzliches Anliegen des Verlegers ist die Förderung des Vereinslebens und der Kunst in Delmenhorst und Ganderkesee. So engagiert er sich in der Universitätsgesellschaft, der „Ganter Art“ in Ganderkesee und für die Erhaltung denkmalgeschützter Bauten. Zusammen mit der Familie van Staden gründete er im Jahre 1990 eine Stiftung zum Erhalt der Bilder des Delmenhorster Malers Josef Pollak. Außerdem finden in seinem Atelier BerGer, in der junge und ältere Künstler arbeiten, in regelmäßigen Abständen Ausstellungen statt. Der Verlag Siegfried Rieck sieht eine weitere Aufgabe darin, sich für die Belange der Stadt Delmenhorst und des Umlandes einzusetzen. Zahlreiche Bildbände und Heimatbücher dokumentieren die enge Bindung des Verlages an die Region. Darüber hinaus engagiert sich Dirk Schulte Strathaus in seiner Freizeit im Beirat des Verkehrsvereins und der Werbegemeinschaft.

In 175 Jahren ist aus dem Einmannbetrieb mit Kniehebelpresse ein hochmodernes Medienunternehmen geworden. Bei den Aktivitäten der letzten Jahre wurde Dirk Schulte Strathaus von seinem Neffen Frank Dallmann bereits tatkräftig unterstützt. Frank Dallmann, Sohn seiner Schwester Sieglind, wurde am 10. November 1960 in Delmenhorst geboren. Nach seiner Schulausbildung absolvierte er eine Lehre als Bankkaufmann bei der Oldenburgischen Landesbank in Delmenhorst. Seinem Wehrdienst bei der Bundesmarine schloss sich eine Ausbildung zum Schriftsetzer (Fotosatz) im Hauchler-Studio in Biberach an. Danach folgte das Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule für Wirtschaft in Pforzheim. Als Diplom-Betriebswirt trat er im Jahre 1990 in den Axel Springer Verlag AG in Hamburg ein, wo er als Assistent des Zeitschriften-Vertriebsleiters erste verlegerische Erfahrungen sammelte.

Im Oktober 1993 wechselte Frank Dallmann von Hamburg nach Delmenhorst in die Geschäftsleitung des „Delmenhorster Kreisblattes“. Vertrieb und EDV gehörten zu seinen ersten Aufgabenschwerpunkten. Bereits im Juli 1994 übernahm er die Geschäftsführung im Druckhaus Haldensleben, wo er die erfolgreiche Aufbauarbeit kompetent fortsetzte. Inzwischen hat sich die Druckerei mit ihren 50 Mitarbeitern eine Position erarbeitet, die weit über die Region hinaus bekannt ist. Nach dem Tode der Verlegerin Anneliese Schulte Strathaus wurde ihr Enkel Frank Dallmann Anfang 1996 an der Seite seines Onkels Dirk Schulte Strathaus Mitgesellschafter und Geschäftsführer des Verlags- und Druckhauses in Delmenhorst. Unter maßgeblicher Mitwirkung von Frank Dallmann erschien Anfang März 1997 die erste Ausgabe des „Delmenhorster Kreisblattes“ im Internet. Täglich ab 21 Uhr sind die neuesten Nachrichten aus Delmenhorst und „umzu“ im world-wide-web abrufbar. Täglich informiert dk-online über das breite lokale Veranstaltungsangebot, Termine der Vereine, Beratungsdienste und weitere öffentliche Serviceleistungen. Seit 2007 bietet das dk auch Audio- und Videodateien zu lokalen Tagesereignissen als Podcast an. Fotogalerien komplettieren den Online-Auftritt.

E-Mails von ausgewanderten Delmenhorstern machen deutlich: Das „Delmenhorster Kreisblatt“ ist eine Brücke zur Heimat. Den Internet-Auftritt realisiert die eigens dafür gegründete Medien GmbH Delmenhorst, die auch Online-Konzepte für andere Firmen entwickelt. Ein weiterer Schritt des Verlages auf dem Weg in das Multimedia-Zeitalter stellt die im Jahre 1997 vollzogene Einführung des digitalen Ganzseitenumbruchs im Anzeigenbereich dar. Ein neues Redaktionssystem hielt ab 1. Juli 2002 Einzug. Es basiert auf dem modernen Gestaltungsprogramm InDesign. Damit waren die Redakteure erstmals in der Lage, Beiträge und Bilder auf der elektronisch angezeigten Zeitungsseite selbstständig über ein gemeinsames Datencenter zu bearbeiten. Mit der Einführung des neuen Systems hatte sich zudem das Layout der Zeitung verändert. Eine logistische Meisterleistung gelang dem dk ab Oktober 2003. Bei laufender Produktion fand der Umzug von der Bremer Straße an die Sulinger Straße statt. Während mit der einen Hälfte der Maschinen pünktlich die Zeitung gedruckt wurde, baute man am neuen Standort die zweite Hälfte auf. Dieser Umzug brachte neben der besseren Verkehrsanbindung und mehr Platz auch technische Verbesserungen. So konnte man farbiger drucken und mehr Beilagen produzieren.

Seit Eröffnung des dk-Kundencenters 2004 ist das „Delmenhorster Kreisblatt“ auch in Ganderkesee fest verwurzelt. Die Landredaktion fand in den gleichen Räumlichkeiten an der Straße Im Knick einen neuen Platz. 2005 wechselte das dk seinen Kooperationspartner: Die überregionalen Mantelseiten zu Politik, Sport und Kultur liefert seither nicht mehr die Oldenburger Nordwest-Zeitung, sondern der Weser Kurier aus Bremen. Ein deutliches Zeichen setzte das dk im Februar 2008 mit dem Ausgabensplitting: Erstmals in seiner Geschichte erscheint die Zeitung in zwei eigenständig produzierten Ausgaben für die Stadt Delmenhorst und die Gemeinde Ganderkesee. Damit hat die Berichterstattung der Landredaktion spürbar mehr Gewicht bekommen. Neu ist auch eine tägliche Kinderseite für die jüngeren Leser. Mit einer organisatorischen Neuerung stellte sich das dk im Frühling 2008 auf die neuen Erfordernisse im Kommunikationswesen ein: Als zentrale Steuerungseinheit wurde in den Delmenhorster Redaktionsräumlichkeiten der so genannte Newsdesk eingerichtet. Bis tief in die Nacht haben die dort eingesetzten Redakteure die Nachrichtenlage im Blick - eine Garantie für aktuelle Berichterstattung bei wichtigen Meldungen.

 
 
© Verlag RIECK GmbH & Co. KG - Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Die Inhalte sind nur für die persönliche Information bestimmt. Jede weitergehende Verwendung, insbesondere die Speicherung in Datenbanken, Veröffentlichung, Vervielfältigung und jede Form von gewerblicher Nutzung sowie die Weitergabe an Dritte - auch in Teilen oder in überarbeiteter Form - ohne Zustimmung des Delmenhorster Kreisblattes ist untersagt.