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Tierkinder Gut geschützt im Ei

Von Philipp Brandstädter | 16.04.2022, 07:00 Uhr

Im Gegensatz zu den meisten Säugetieren legen Vögel und fast alle Reptilien und Fische Eier. In denen wächst gut versorgt neues Leben heran. Welche Vorteile das hat, liest du hier.

Das Ei ist ein berühmtes Zeichen für das Leben und den Anfang. Schließlich schlüpfen sehr viele Lebewesen aus Eiern. Nur die meisten Säugetiere machen es anders. Vögel, die meisten Reptilien, Amphibien, Fische und Insekten legen Eier. Fachleute sagen auch: Sie sind ovipar. Die Oviparie funktioniert seit Millionen Jahren sehr gut als eine Art der Fortpflanzung im Tierreich.

Vogelmütter können schneller wieder abheben

Eier legen hat viele Vorteile. Im Ei kann der Nachwuchs geschützt und außerhalb der Mutter heranreifen. „Dadurch kann die Anzahl an Nachkommen erhöht werden“, erklärt der Biologe Markus Klamt. „Denn Weibchen können mehr Eier legen als Platz für Jungtiere in ihrer Leibeshöhle wäre.“ Selbst wenn ein Weibchen gefressen würde, kann der Nachwuchs im Ei möglicherweise überleben. Vogelweibchen können darüber hinaus schnell wieder fliegen, sagt der Experte. „Trächtig wären sie dafür zu schwer.“

Brüten für Nestwärme

Viele Tiere müssen sich auch nach dem Legen um ihre Eier kümmern. Denn der Nachwuchs braucht meist Wärme, um zu wachsen. Die meisten Vögel setzen sich deshalb auf ihr Gelege, oft in einem Nest, und brüten ihre Eier aus.

Auch die Sonne brütet Eier aus

Viele Reptilien hingegen machen es anders. Krokodile und Schildkröten etwa verbuddeln ihre Eier im warmen Sand. Die Sonne brütet die Eier aus.

Im Ei stecken alle Nährstoffe, die das werdende Lebewesen braucht. „Zuerst bilden sich Blutgefäße, die aus dem Dotter und dem Eiklar versorgt werden“, sagt Markus Klamt. Die Gefäße werden immer dichter und bilden nach und nach einen Körper. Organe und Gliedmaßen entstehen. Das Wunder des Lebens hat längst seinen Lauf genommen.

Wenn es in den Eiern piepst, geht’s los

„Bei Hühnereiern kann man schon nach zwölf Tagen einen kleinen Vogel erkennen“, sagt der Experte. „Auch die Federn entwickeln sich bereits.“ Ein Hühnerküken schlüpft nach 21 Tagen. Es hat schon im Ei die Laute der Mutter wahrgenommen.

Wenige Stunden vor dem Schlupf piepsen sie selbst im Ei. „Die Küken nehmen durch die Schale hindurch Kontakt mit ihren Geschwistern auf“, erklärt Markus Klamt. „Sie sprechen sich sozusagen ab, damit alle gleichzeitig schlüpfen.“ Dadurch kann die Henne später alle Küken gemeinsam unter ihre Fittiche nehmen und sie wärmen und schützen.

Aus dem Ei schlüpfen ist harte Arbeit

Doch vorher muss es jedes Küken erst einmal aus dem Ei schaffen. Das ist harte Arbeit. „Das Küken hebt den Kopf und drückt ein Loch in die Schale“, sagt der Experte. Dazu hat das Jungtier einen so genannten Eizahn an der Spitze seines Schnabels. Das Küken drückt und stemmt sich gegen die Schale. So wird das Loch größer und größer, bis das Ei schließlich entzwei bricht. Das Jungtier ist geschlüpft!

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