Ein Angebot der NOZ

Ostsee-Pipeline Nord-Stream-2-Bau geht auch im Winter weiter – Keine Angaben zu Sanktionen

Von dpa | 23.12.2019, 12:18 Uhr

Die USA wollen die Gaspipeline Nord Stream 2 kurz vor der Fertigstellung stoppen. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat jetzt einen Weiterbau genehmigt.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat einen Weiterbau der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 in den Wintermonaten gebilligt. Bei der Genehmigung sei es um ein neues Zeitfenster für die Verlegung der Rohrleitungen auf einer verbleibenden Strecke von 16,5 Kilometern in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) Anfang 2020 gegangen, teilte das BSH am Montag mit. Dafür sei ein Zeitraum von zweimal fünf Tagen für zwei Stränge veranschlagt worden. Die AWZ umfasst eine Zone von 200 Seemeilen direkt vor der Ostsee-Küste. Mit den aktuellen US-Sanktionen hat die BSH-Entscheidung nichts zu tun.

Weiterlesen: US-Sanktionen gegen Russlands Nord Stream 2 – Wie geht es weiter?

Sanktionen stören Fertigstellung

Das BSH muss bei Großprojekten zur See prüfen, ob sie naturschutzrechtlich genehmigungsfähig sind. Zu aktuellen Entwicklungen und drohenden Verzögerungen in Folge der US-Sanktionen gegen das Nord-Stream-2-Projekt äußerte sich die Behörde nicht. Durch die kürzlich in Kraft getretenen US-Sanktionen dürfte sich auf den letzten Metern die Fertigstellung der Pipeline mit Kosten von zehn Milliarden Euro verzögern. Die Firma Allseas, die mit Spezialschiffen die Gasröhren verlegt, setzte die Arbeiten vorerst aus. Das Nord-Stream 2-Konsortium erklärte, zusammen mit Partnerfirmen "an der schnellstmöglichen Fertigstellung des Projektes" zu arbeiten.

Das jetzt genehmigte neue Zeitfenster für die Verlegung wurde nach Angaben des BSH nötig, weil es außerhalb der AWZ zu unvorhersehbaren Verzögerungen gekommen sei. Ursprünglich sollte die beantragte Strecke im Sommer verlegt werden. Die Pipeline verläuft in der Ostsee südlich von Bornholm durch die Pommersche Bucht nach Lubmin. Im deutschen Küstenmeer sowie zur Hälfte in der AWZ seien die Rohre verlegt, berichtete der zuständige BSH-Abteilungsleiter.

Die Nord Stream 2 AG hatte laut BSH am 23. September 2019 eine Änderung der 2018 erteilten Genehmigung beantragt. Das BSH musste prüfen, ob es bei der Rohrverlegung im Winter zu Auswirkungen auf Rastvögel in dem Überwinterungsgebiet kommen könnte.