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Neuer Minister in Kiel Claus Ruhe Madsen will Landespolitik mit dänischem Stil aufmischen

Von Martin Schulte und Christina Norden | 04.07.2022, 08:30 Uhr

Das gab es so noch nie: Claus Ruhe Madsen ist der erste Minister ohne deutschen Pass. Wir haben den Shootingstar in Daniel Günthers Kabinett gefragt: Macht die Nationalität einen Unterschied? Madsen hat dazu einen dänischen Spruch parat.

Bundesweit bekannt wurde Claus Ruhe Madsen als Rostocks dänischer Bürgermeister mit Rauschebart - seit ein paar Tagen ist er Wirtschaftsminister in Schleswig-Holstein. Die ersten Arbeitstage in Kiel seien sehr intensiv gewesen, erklärt Madsen im Gespräch mit unserer Redaktion. Es gebe viele drängende Themen, die er schnell angehen will – vom Fachkräftemangel im Tourismus bis zum LNG-Terminal. „Die Chancen stehen sehr gut für Schleswig-Holstein, vielleicht so gut wie nie, aber sie müssen jetzt auch ergriffen werden.“

Sätze wie diesen sagt wahrscheinlich jeder neue Minister bei seinem Amtsantritt. Aber Claus Ruhe Madsen steht unter besonderer Beobachtung. Er ist der erste Minister in Deutschland ohne deutschen Pass. Bringt er deshalb möglicherweise einen neuen Politik-Stil mit nach Schleswig-Holstein?

Claus Ruhe Madsen hasst ein deutsches Wort ganz besonders

Zumindest in einem Punkt sieht Madsen einen großen Unterschied zwischen Dänen und Deutschen. Die Fehlerkultur in Deutschland sei schon sehr speziell. Dabei handele es sich um einen Mentalitätsunterschied.

Ein bestimmtes Wort kann der neue Wirtschaftsminister in diesem Zusammenhang überhaupt nicht leiden. Welches? Das verrät er unserem Chefreporter Martin Schulte hier im ausführlichen Interview zur Amtseinführung. Außerdem spricht er über sein Verhältnis zu Daniel Günther, Schleswig-Holsteins Zukunftschancen und den Ärger bei seinem Abschied aus Rostock.

Müssen die Schleswig-Holsteiner also dänischer werden? „Nein, aber vielleicht etwas optimistischer“, entgegnet Madsen und hat sofort einen passenden Spruch parat:

„Wenn eine Weltwirtschaftskrise ansteht, laufen die Dänen und die Deutschen los und kaufen guten Wein. Während die Dänen ihn am ersten Abend genießen, bewahren ihn die Deutschen endlos lange auf, weil sie nicht wissen, wann sie sich wieder so guten Wein werden leisten können. Schleswig-Holstein sollte diesen Wein aber trinken, denn es hat große Chancen aus der gegenwärtigen Krise als großer Gewinner hervorzugehen.“
Claus Ruhe Madsen
Wirtschaftsminister in Schleswig-Holstein
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