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Krieg gegen die Ukraine Scholz warnt Russen vor Einsatz von Atombomben: „Lasst es bleiben!“

Von Burkhard Ewert und Tobias Schmidt | 28.09.2022, 01:00 Uhr

Im Interview mit unserer Redaktion kritisiert Bundeskanzler Olaf Scholz wiederkehrende Rufe nach Kampfpanzern für Kiew. Er wundere sich, „dass manch Kritiker so tut, als würden wir nur Helme liefern”. Die Teilmobilisierung russischer Streitkräfte nennt Scholz eine „panische Reaktion“ Putins.

Bundeskanzler Olaf Scholz hat Russlands Präsidenten Wladimir Putin eindringlich vor dem Einsatz von Atombomben gewarnt. Auf die Frage, ob Putin seine Drohungen wahr machen könnte, sagte der Kanzler im Video-Interview mit unserer Redaktion. “Wer weiß das schon? Wie US-Präsident Joe Biden will ich aber ganz klar in Richtung Russland sagen: Lasst es bleiben!”

Scholz will Schein-Referenden nicht akzeptieren

Auf die Frage, ob Deutschland seine militärische Unterstützung der Ukraine ausweite, wenn Russland wie angekündigt die eroberten Gebiete in der Ostukraine annektiert, sagte der Kanzler: “Wir werden das Ergebnis dieser Schein-Referenden nicht akzeptieren und die Ukraine mit unverminderter Kraft weiter unterstützen.” Die bereits gelieferten Panzerhaubitzen, Mehrfach- Raketenwerfer und Flak-Panzer vom Typ Gepard leisteten schon “einen ganz wichtigen Beitrag für die Erfolge der ukrainischen Streitkräfte im Osten des Landes”.

Genervt zeigte sich Scholz über wiederkehrender Forderungen nach deutschen Kampf- und Schützenpanzern für Kiew: In der Debatte werde „völlig ausgeblendet, dass wir mit unserem Ringtausch auch die Lieferung von mehr als 100 Kampf- und Schützenpanzern an die Ukraine ermöglichen.“ Partner wie Tschechien und die Slowakei, Rumänien und Griechenland gäben Panzer aus osteuropäischer Produktion an die Ukraine ab, wo sie sofort einsatzfähig seien, weil Logistik, Munition, Ersatzteile und das nötige Knowhow vorhanden sind. „Im Gegenzug füllen wir die Bestände unserer Partner nach und nach mit westlichem Gerät auf.” Er wundere sich daher, „dass manch Kritiker so tut, als würden wir nur Helme liefern”.

Kampfpanzerlieferungen: Der Bundeskanzler will keine Alleingänge

Zur Frage eigener Kampfpanzerlieferungen sagte der Kanzler: „Die Haltung der Bundesregierung ist eindeutig: Keine Alleingänge; und das wird auch so bleiben.” Allerdings sei die Situation in der Ukraine „sehr dynamisch und wir bewerten die Lage immer wieder neu”. Sein „klarer Kurs” aber bleibe: „Deutschland unterstützt die Ukraine nach Kräften und tut gleichzeitig alles, um einen direkten Konflikt zwischen Nato und Russland zu verhindern.” Das sei die Grundlage aller Beschlüsse. Und „das entspricht auch dem Willen der ganz überwiegenden Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger”.

Die Teilmobilisierung der russischen Streitkräfte nannte Scholz im Interview einen „Akt der Verzweiflung und eine etwas panische Reaktion auf die Misserfolge der russischen Streitkräfte in der Ostukraine”, das sorge für erhebliche Unruhe in Russland. „Putin reiht Fehler an Fehler”, sagte der Kanzler. „Wladimir Putin könnte diesen Krieg sofort beenden, indem er seine Truppen zurückzieht und danach auf Gespräche mit Kiew setzt.”

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