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Freipaak wird geschlossen Bremen überschreitet Corona-Grenzwert von 50

Von dpa | 07.10.2020, 17:53 Uhr

Die stark ansteigende Zahl neuer Corona-Infektionen führt nun auch in Bremen zu schärferen Maßnahmen. Ein kritischer Schwellenwert wurde überschritten. Der "Freipaak" wird geschlossen.

Die Stadt Bremen hat erstmals die Grenze von 50 Corona-Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten. Das teilten die Gesundheitsbehörden am Mittwoch mit. Der Wert liege bei 57,6. Damit gelten in der Hansestadt automatisch schärfere Regeln unter anderem für private Feiern und Großveranstaltungen.

99 neue Fälle am Mittwoch

Schon am Dienstag hatten die Behörden eine Zunahme der bestätigten Corona-Fälle um 70 für die Stadt Bremen gemeldet. Das war der bislang stärkste Anstieg. Am Mittwoch lag diese Zahl sogar bei 99. Der Senat hatte am Dienstag mehrere Maßnahmen für den Fall beschlossen, dass die 50er-Grenze überschritten wird.

Maskenpflicht soll verschärft werden

Unter anderem sind alle Veranstaltungen, bei denen Alkohol ausgeschenkt wird, auf maximal 25 Teilnehmer beschränkt. Für Veranstaltungen - etwa Theater oder Lesungen - ohne Alkoholausschank liegt die Grenze bei 100 Teilnehmern. Bislang gelten Obergrenzen von 250 in Innen- und 400 im Außenraum. Auch die Maskenpflicht soll verschärft werden. Für Privatfeiern gilt eine Begrenzung auf 25 Teilnehmer. Für private Feiern in Wohnungen gibt es die "dringende Empfehlung" die Zahl der Gäste auf zehn zu beschränken.

Auch für den "Freipaak" - die deutlich abgespeckte Ersatzveranstaltung für den Bremer Freimarkt - ist mit dem Überschreiten des Grenzwertes zunächst Schluss. Er muss sofort unterbrochen werden. Die Besucherzahlen waren bereits von 6000 auf 3000 reduziert worden. Ob der SPD-Landesparteitag am Samstag unter diesen Bedingungen stattfinden kann, ist unklar. Es wird eine Verschiebung auf 2021 geprüft.

Keine große Belastung in Krankenhäusern

"Diese Maßnahmen gelten solange, bis der Inzidenzwert stabil unter 50 liegt", hieß es in einer Pressemitteilung. Die Regelung gilt nur für Stadtgemeinde Bremen und nicht für das zum Bundesland Bremen gehörende Bremerhaven. Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) hatte am Dienstag betont, dass die Situation in Krankenhäusern und auf Intensivstationen "in keinster Weise" besorgniserregend sei. Diese seien nicht über Gebühr belastet.

17 Patienten auf Intensivstationen

Im Land Bremen müssen 17 an Covid-19 erkrankte Personen stationär versorgt werden, davon vier auf Intensivstationen (Stand: Dienstagnachmittag). Zwei der intensivmedizinisch behandelten Personen müssen nach Angaben der Gesundheitsbehörden beatmet werden. Bei drei Personen müsse der Gesundheitszustand als schlecht oder kritisch beschrieben werden.