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Wahrzeichen von Bremerhaven Großsegler „Seute Deern" im Hafenbecken abgesackt

Von dpa | 31.08.2019, 19:57 Uhr

Der Großsegler „Seute Deern" gilt als Wahrzeichen Bremerhavens und hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Durch eindringendes Wasser liegt das Schiff jetzt auf dem Grund des Hafenbeckens in Schieflage. Aufgegeben ist das Schiff aber noch nicht.

Nach dem Absacken der „Seute Deern" im Hafenbecken in Bremerhaven hat Oberbürgermeister Melf Grantz weiter Hoffnung für das historische Segelschiff. „Auch wenn die „Seute Deern" schwer beschädigt ist, müssen wir das Schiff zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht aufgeben", sagte Melf Grantz am Samstag. Entscheidungen zum Wahrzeichen der Stadt müssten mit großer Sorgfalt vorbereitet werden. Der Dreimaster war am Freitagabend durch einen Ausfall der Pumpen und einströmendes Wasser in Schieflage geraten und um etwa zwei Meter auf den Hafengrund abgesackt.

Die „Seute Deern" (Hochdeutsch „Süßes Mädchen") gehört zur Museumsflotte des Deutschen Schifffahrtsmuseums und liegt seit mehr als 50 Jahren im Alten Hafen. Das Areal zwischen Segelschiff und Museum wurde aus Sicherheitsgründen weiträumig abgesperrt. Ursache und Ausmaß der Schäden müssen laut einer Mitteilung der Stadt aber noch geprüft werden.

Für Prognosen, was dies für die anstehenden Sanierungsmaßnahmen bedeutet, sei es jetzt noch zu früh, sagte Konrad Otten vom Schifffahrtsmuseum. Ein Gutachter solle sich ein Bild machen und die Sicherung des Schiffes koordinieren. Mit Zwischenergebnissen werde in der kommenden Woche gerechnet.

Als Bremerhavener sei er über die erneute Havarie des Schiffs sehr traurig, sagte OB Grantz. Im Februar hatte es einen Schwelbrand im Restaurantbereich des historischen Großseglers gegeben. Im Mai waren für die anstehende Sanierung Planungsmittel in Höhe 1,4 Millionen Euro bewilligt worden - anteilig finanziert vom Bund, dem Land Bremen und der Stadt Bremerhaven. Im Juni feierte die Stadt den 100. Geburtstag der „Seute Deern".

Nach Angaben der Stadt liegt das Segelschiff bereits seit 1966 an ihrem heutigen Liegeplatz im Alten Hafen in Bremerhaven. 1972 wurde sie dem Deutschen Schifffahrtsmuseum zu seiner Gründung von der Stadt Bremerhaven geschenkt. Seit 2005 steht der Dreimaster zusammen mit den anderen Museumsschiffen sowie den Gebäuden des Deutschen Schifffahrtsmuseums unter Denkmalschutz.