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Staatsschutz ermittelt Welle von rechtsextremen Schmierereien in Bremen

Von Jan Eric Fiedler | 14.10.2019, 16:03 Uhr

Zwischen Freitagabend und Sonntagabend beschmierten Unbekannte in Bremen in den Stadtteilen Neustadt und Vahr Häuser mit politischen Schriftzügen, Zeichen und Aufklebern. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

Der Mitarbeiter eines Pflegedienstes bemerkte laut Polizei am Sonntagmorgen an den Scheiben eines Wohnblocks an der Kurt-Schumacher Allee etwa ein Meter große Buchstaben mit offensichtlich rechtsextremen Inhalten und rief die Polizei. Durch weitere Zeugen kann der Zeitraum, in dem die Schmierereien stattgefunden haben müssen, zwischen Samstagabend, 21 Uhr, und Sonntagmorgen eingegrenzt werden.

Zweiter Vorfall in der Neustadt

Ein zweiter Vorfall ereignete sich an einem neu gebauten und noch unbewohnten Mehrfamilienhaus in der Langemarkstraße. Im Zeitraum zwischen Freitag, 21.30 Uhr, und Sonntag, 20.55 Uhr, beschmierten Unbekannte die Fassade mit einem ein Meter großem Schriftzug, weiteren Schmierereien und Aufklebern, die sich unter anderem gegen Gentrifizierung richten.

Hinweistafel in Huckelriede zerkratzt

Am Montagmorgen meldete eine Mitarbeiterin der Friedhofsverwaltung in Huckelriede, dass eine Hinweistafel zerkratzt worden sei. Dabei wurden rechstextreme Inhalte eingeritzt. Der Zeitraum lag nach Angaben der Mitarbeiterin zwischen Mittwoch, 7. Oktober, 15 Uhr, und Freitag, 11. Oktober, 14 Uhr. In allen Fällen hat der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen.

Polizei sucht Zeugen

Die Polizei Bremen fragt: Wer hat an den Orten etwas beobachtet und kann möglicherweise sogar Angaben zu Tätern machen. Zeugen werden gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst der Polizei unter (0421) 3623888 zu melden.

Mehrere Taten in den vergangenen Monaten

Die Taten des Wochenendes reihen sich in eine Welle politisch motivierter Vandalismusvorfälle in Bremen ein. Im August waren mehrere Immobilienbüros angegriffen und beschmiert worden. Ähnliche Taten gab es erneut Anfang Oktober. Auch in diesen Fällen ermittelt der Staatsschutz.