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2017 letzte Veranstaltung Aus für Bremer Musikschau der Nationen

27.01.2016, 17:59 Uhr

Zweimal noch, dann ist Schluss: Das Blasmusik-Festival Musikschau der Nationen, zu dem sich seit dem Jahr 1965 Orchester aus aller Herren Länder in Bremen treffen, findet im kommenden Jahr zum letzten Mal statt.

„Mit der Entscheidung haben wir uns nicht leicht getan“. sagt Isa Nolle, Geschäftsführerin des Landesverbandes Bremen im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der das Festival seit 52 Jahren auf die Beine stellt. Der Erlös der Musikschau der Nationen – die nicht mit ähnlich präsentierten, aber rein kommerziell ausgerichteten Veranstaltungen wie der Musikparade der Nationen zu verwechseln ist – kommt der Vereinsarbeit zugute.

Die aber habe sich über die Jahre geändert, sagt Nolle unserer Redaktion. Die Gedenkkultur im Zusammenhang mit den Kriegsopfern befinde sich seit langem im Wandel – letztlich auch unter demografischen Aspekten, denn die Zahl der Vereinsmitarbeiter nehme ab. „Wir stellen uns inhaltlich neu auf, bündeln unsere Kräfte und kümmern uns künftig noch intensiver um eine unserer Hauptaufgaben: Der historisch-politischen Bildung junger Menschen“, teilte Nolle am Mittwoch mit.

Die Musikschau sei ins Leben gerufen worden, um dem Verein die nötigen Geldmittel für seine Tätigkeiten zu verschaffen. Dem Erlös stehe allerdings bei schwindenden Personalkapazitäten ein enormer Aufwand bei der Planung und Durchführung der Musikschau gegenüber, so Nolle: „Alles können wir nicht schaffen.“ Dass der Vertrag mit der ÖVB-Arena als Veranstaltungsort nun ohnehin ausläuft, habe man zum Anlass genommen, die Veranstaltung der Schau nach dann 53 Jahren einzustellen. Als „sehr schade“ bezeichnet Arena-Leiter Peter Rengel das Ende für die Traditionsveranstaltung. „Aber wir akzeptieren die Neuausrichtung des Vereins.“

Für die diesjährige Auflage der Schau vom 29. bis zum 31. Januar in der ÖVB-Arena sind sieben Orchester aus ebensovielen Ländern gemeldet.