Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Abzocke am Telefon Falsche Polizeibeamte treiben in Bremen ihr Unwesen

02.11.2015, 16:37 Uhr

Erneut haben Betrüger im gesamten Bremer Stadtgebiet versucht, ältere Menschen um ihre Wertsachen zu bringen. Meistens wurden die Menschen angerufen und in ihrem Telefon-Display erschien eine übertragene Rufnummer, die angeblich von der Polizei Bremen ist. Das sogenannte Call-ID-Spoophing-Verfahren wird von den Betrügern gerne angewandt.

Das Call-ID-Spoophing ist eine Methode, mit der Anrufe über das Internet unter einer vorgetäuschten Nummer erfolgen können. In den meisten Fällen gaben die Betrüger am Telefon vor, dass Einbrecherbanden ihr Unwesen treiben. Der meist männliche Anrufer meldete sich mit einem ausgedachten Namen als angeblicher Polizeibeamter. Es wurde auch die Legende benutzt, dass Täter gefangen wurden und die Angerufenen nun ihr Geld, ihre Wertsachen und ihren Schmuck überprüfen müssen. Der Anrufer versuchte, in Erfahrung zu bringen, wo die Menschen ihren Schmuck und dergleichen in der Wohnung aufbewahren. Um dem Ganzen den Anschein der Echtheit zu geben, wies der Anrufer auf die übertragende Rufnummer hin. In einem Fall wurde die Nummer des Zentralrufs 362-0 übertragen, in anderen Fällen die des Präventionszentrums 362-19003.

79-jährige meldet Betrugsfall

In einem weiteren Fall in Kirchhuchting präsentierte der Anruferin eine wahre Räuberpistole: Man habe zwei Rumänen geschnappt, die die Daten der Angerufenen bei sich gehabt hätten. Ein Syrer sei jedoch geflüchtet und man gehe davon aus, dass dieser nun bei ihr einbrechen wolle. Zur Überprüfung solle sie doch bitte ihre Daten nennen. Als sie dies nicht tat, behauptete der Anrufer, dass der Syrer mit einer Pistole bewaffnet sei und durch die Tür schießen werde. Die 79 Jahre alte Frau ließ sich davon allerdings nicht beirren, beendete das Gespräch und verständigte die Polizei über 110.

Polizei weist auf falsche Informationen hin

Die Betrüger erzeugen laut Polizei perfide und ohne Rücksicht auf die lebensälteren Menschen Ängste, um sie zur Herausgabe ihrer Wertsachen zu bringen. Die Polizei Bremen weist darauf hin, dass die Rufnummern des Notrufes, des Zentralrufes, aber auch die Rufnummer des Präventionszentrums nicht übertragen werden.