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Weltreise in Bremen Antarktis, Australien und mehr im Übersee-Museum

Von Thomas Wübker | 04.11.2018, 12:08 Uhr

Seit mehr als 100 Jahren gewährt das Überseemuseum in Bremen Einblicke in die Welt. Nun wird dort ein spezieller Blick auf die Antarktis geworfen. Außerdem läuft noch bis zum 25. November die Ausstellung „Ghostnets“ - dreidimensionale Kunstwerke, die Aborigines aus herrenlosen Fischernetzen angefertigt haben.

Das Übersee-Museum verfügt über eine in Europa einzigartige Sammlungskombination von Völker-, Handels- und Naturkunde. Die Besucher können in ferne Kontinente eintauchen und dabei deren Kultur- und Naturräume mit einzigartigen Exponaten aus der ganzen Welt entdecken. Verschiedene Stationen laden zum Ausprobieren ein und schaffen so ein Erlebnis der besonderen Art für große und kleine Besucher sowie für alle Sinne.

Am 27. Oktober wurde im Übersee-Museum die multimediale Ausstellung „Antarctica“ eröffnet. Sie wurde von Luc Jacquet kuratiert, dem oscarprämierten Regisseur des Filmes „Die Reise der Pinguine“. Seinem Team gelangen beeindruckende Film- und Fotoaufnahmen, wie sie noch nie zuvor in einer Tier-Dokumentation zu sehen waren. Umgeben von Filmsequenzen auf großflächigen Leinwänden und begleitet von einer Geräuschkulisse aus pfeifendem Wind und Vogelgeschrei, erleben die Besucher der Ausstellung die Tierwelt der Antarktis hautnah. Sie können sich in eine Kaiserpinguin-Kolonie einreihen oder begleiten Robben auf der Jagd unter dem Eis.

Mit rund 13 Millionen Quadratkilometern Fläche ist der eisige Kontinent größer als Europa. Er beherbergt viele Tier- und Pflanzenarten zu Wasser wie an Land. Das Übersee-Museum will mit „Antarctica“ ein einzigartiges Schaufenster in diesen von Menschen unbewohnten Lebensraum öffnen, der als eines der letzten intakten Ökosysteme unserer Erde gilt.

Flankierend zur Ausstellung gibt es ein umfassendes Beiprogramm. Am 24. November findet ein Eisfest statt, bei dem unter anderen die Gruppe Liquid Soul eine ungewöhnliche Wassermusik mit Instrumenten wie Wasserstichorgel und Aquarion aufführt. Dazu wird Familienprogramm angeboten.

Am 25. November endet die Ausstellung „Ghostnet“. Ghostnets werden herrenlose Fischernetze genannt. Sie sind in den Meeren tückische Fallen. Fische, Delfine, Wale und Meeresschildkröten verfangen sich darin und verenden qualvoll. Aus den am Strand angespülten Netzen fertigten nordaustralische Aborigines dreidimensionale Kunstwerke an. Sie haben aus den Netzen eine farbenfrohe Unterwasserwelt geformt, mit der die Künstler eine Verbindung zu ihren Vorfahren herstellen, aber gleichzeitig auf die Verschmutzung der Meere aufmerksam machen. Die Ghostnet-Skulpturen sind erstmalig in Deutschland zu sehen.

„Ghostnets“ und „Antarctica“, Überseemuseum, Bremen, Dienstag bis Freitag, 9 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag, 10 bis 17 Uhr, Eintritt: 3 bis 7,50 Euro, Kinder bis fünf Jahren frei, Infos unter http://www.uebersee-museum.de.