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Baustelle am Hauptbahnhof Bremer Bauressort: Keine Gefahr durch absackende Erde

Von Martin Kowalewski | 06.05.2016, 20:25 Uhr

Um die Baustelle für das City Gate ist Erde abgesackt. Zwei Straßenbahngleise wurden gesperrt. Die Hochstraße hat sich einige Millimeter geneigt.

Seit einigen Tagen sorgt die Baustelle für das – nicht von allen Bremern geschätzte – City-Gate wieder für Gesprächsstoff. Um die Baustelle herum ist an einigen Stellen die Erde abgesackt. Die Bauarbeiten wurden vorübergehend eingestellt, die Straßenbahn-Gleise A und B an der benachbarten Großhaltestelle gesperrt. Bis zur Klärung der Ursache leitet die Bremer Straßenbahn AG die betroffenen Linien auf die Nachbargleise um. Die Sperrung bleibt solange, bis sichergestellt ist, dass die Erde nicht noch weiter absackt.

Auch die Hochstraße nahe der entgegengesetzten Grenze der Baustelle hat sich einige Millimeter geneigt. Das ist aber nach Aussage des Bauressorts unbedenklich. Die Hochstraße könne ohne jedes Risiko befahren werden. „Wir prüfen jetzt, was wir an der Hochstraße machen. Über die Stempel, auf denen sie steht, lässt sich die Höhe wahrscheinlich korrigieren“, sagt Jens Tittmann, Sprecher des Bau-Ressorts.

Die Erde gab auch nicht mit einem Ruck oder einem Einsturz nach. „Es handelt sich dabei um keinen plötzlichen Vorfall, sondern um eine Entwicklung der letzten vier bis fünf Monate. Wir wissen das seit Wochen“, sagt Tittmann. Zurzeit versuche man beim Bauressort rauszufinden, woran das liegt.

Zwei mögliche Erklärungen

Es gebe zwei naheliegende Erklärungen. „Die erste sieht die Ursache darin, dass Anker in den Boden getrieben und nach außen ausgebracht wurden, um die Spundwand zu halten. Da es sich um lockeren Boden handelt, kann es sein, dass dieser nachgerutscht ist“, so Tittmann. Hierfür spreche, dass die Gleise der Straßenbahn nicht auf ihrer vollen Länge entlang der Baustelle abgesackt sind, sondern nur an einigen Stellen.

Die zweite mögliche Ursache ist einfacher, „Es kann auch daran liegen, dass seit Monaten viele schwere Lastwagen mit Sand auf die Baustelle fahren und so Druck auf die Erde ausüben“, so Tittmann. „Wir müssen das jetzt in den Griff kriegen, so weitergehen darf das nicht.“

Seit Baubeginn würden die Arbeiten durch einen Statiker begleitet. „Der hat jetzt noch mal allen Beteiligten gesagt, dass die Baugrube statisch in Ordnung ist. Da besteht keine Einsturzgefahr“, so Tittmann. „Das solche Sachen um eine Baugrube herum passieren, ist nichts Ungewöhnliches.“