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Bei Razzia Bremer Salafist in Polizeigewahrsam verletzt

Von dpa | 29.04.2016, 20:52 Uhr

Ein Bremer Salafist ist nach einer Razzia am vergangenen Dienstag im Polizeigewahrsam verletzt worden.

„Der Betroffene hat sich von Beginn an den polizeilichen Maßnahmen widersetzt, war renitent und aggressiv“, sagte Polizeisprecherin Ines Roddewieg. „Er hat im Zuge des Gewahrsams eine Verletzung erlitten.“ Zunächst hatte der „Spiegel“ darüber berichtet.

Fall weitergeleitet

Die Verletzung wurden nach Angaben der Polizei ärztlich begutachtet, der Arzt stellte die Arrestfähigkeit des Mannes fest. Die Polizei prüfe die Einleitung eines Strafverfahrens wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Außerdem habe man den Fall an die Abteilung für interne Ermittlungen der Innenbehörde weitergeleitet.

Anwalt wirft Ermittlern Misshandlung vor

Wie der „Spiegel“ berichtet, wirft der Anwalt des bereits verurteilten Terror-Helfers den Ermittlern vor, seinen Mandanten misshandelt zu haben. „Er kam blutüberströmt, mit einem Loch im Kopf und mehreren Prellungen aus dem Polizeigewahrsam“, sagte Rechtsanwalt Helmut Pollähne dem Magazin. Sein Mandant beabsichtige, eine Strafanzeige „wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung im Amt und Freiheitsberaubung“ zu erstatten. Nach der Schilderung des Mannes, der erst im Februar aus dem Gefängnis gekommen war, hätten ihn die Beamten auf eine Pritsche gefesselt. Als es ihm gelungen sei, die Fesseln zu lösen, hätten sie die Zelle gestürmt und ihn verprügelt.