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Bremen Classic Motorshow Flitzer aus den 70ern in Bremen

26.01.2016, 21:39 Uhr

Von keilförmigen Sportflitzern bis zu schnellen japanischen Motorrädern: Die Bremen Classic Motorshow lässt Herzen von Nostalgikern höher schlagen – und natürlich werden auch wieder viele Autos und Teile den Besitzer wechseln.

Am Freitag, 5. Februar, wird die Messe Bremen wieder zum Anziehungspunkt für Auto und Oldtimer-Freunde. Dann öffnet bis zum darauffolgenden Sonntag, 7. Februar, die Bremen Classic Motorshow ihre Pforten, eine Ausstellung und ein Markt für klassische Fahrzeuge.

600 Aussteller aus mehr als elf Nationen präsentieren sich und ihre edlen Stücke auf zwei und vier Rädern. 45.000 Gäste werden erwartet. Zu den Ausstellern gehören Händler, aber auch Motorclubs und Sammler. „Die Leute wollen kommen, weil ihnen das auch Spaß macht. 2011 fielen trotz eines extremen Schneetreibens nur zwei von 600 Ausstellern aus“, erzählt Frank Ruge, seit der ersten Stunde Projektleiter bei der Classic Motorshow.

Die Show umfasst alle sieben Hallen der Messe sowie eine weitere mobile Halle. Im Parkhaus der Messet stehen, wie auch an weiteren Orten, Autos zum Verkauf. „Die Classic Motorshow ist kein Museum. Da wird gehandelt. Man kann einen VW-Käfer kaufen, einen Opel Kapitän oder auch einen Oberklasse-Mercedes.“ Dabei könne man für 5000 Euro fündig werden, aber auch ohne weiteres 50.000 Euro ausgeben.

Breit gefächert zeigt sich das Programm. Im Zentrum stehen zwei Sondershows. „Die 70er: Einfach Keil“ befasst sich mit der Keil-Design-Mode bei Autos in den 70ern. „Damals zählten Farbe, Form und Leistung“, sagt Ruge. „Leistung gab es zuvor nur für wenige Reiche. Jetzt konnte sie jeder haben. Damals haben einige ihren Opel mit Rallye-Streifen aufgepimpt.“

Die Farben seien schrill gewesen und ins Auge gesprungen. Beliebt seien knallgrün, orange oder auch bissiges gelb gewesen. Provozieren sollte auch die Form. „Einfach ein Keil. Das hat angeeckt. Das war Science-Fiction für die Straße“, sagt Frank Ruge mit sichtlicher Begeisterung.

Sportliche Rennmaschinen zeigt die Sonderschau „Japan: Attacke!“ „Wir haben hier 15 Motorräder der 60er bis 80er zusammengetragen, die wirklich Renngeschichte geschrieben haben, echte technische Wunderwerke“, erzählt Ruge. „Erst haben die Japaner fremde Motorräder nachgeahmt. Dann begannen sie, Technik aus dem Rennsport in normalerhältliche Motorräder zu verbauen. Jeder konnte Renntechnik fahren. Damit haben die Japaner den Markt aufgeräumt, ja eine richtige Attacke gefahren.“

Wer einfach nur in Ruhe gucken und staunen will, sollte sein Glück am Freitag versuchen. „Samstag ist einfach der besucherstärkste Tag. Relativ leer ist es auch Sonntagvormittag. Ab 12 Uhr wird es dann schnell voll“, sagt Ruge.

Zum Gucken und Fachsimpeln einladen will zum Beispiel Christian Tost. Er ist Profi für die Instandsetzung historischer Rallyefahrzeuge. Er zeigt einen Ford Capri, mit dem der bekannte Rennfahrer Walter Röhrl 1972 bei Olympia gestartet ist. „Man bei den ersten Runden gedacht, ein Zeitnahmefehler sei aufgetreten. Röhrl war unbekannt und keiner glaubte, dass ein Ford Cabri es auf die vorderen Plätze schaffen kann“, sagt Tost. Er musste den Wagen teilweise anhand alter Zeitungsfotos restaurieren, denn dieser wurde später zum normalen Pkw umgebaut.