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Attacke auf AfD-Politiker in Bremen Frank Magnitz spricht erstmals über den Angriff

Von dpa | 08.01.2019, 10:52 Uhr

Der Bundestagsabgeordnete und Landesvorsitzende der AfD Bremen, Frank Magnitz, ist nach Polizeiangaben von mehreren Personen angegriffen worden. Er liegt mit schweren Verletzungen im Krankenhaus.

Der Bremer AfD-Abgeordnete Frank Magnitz rechnet nach einem gewalttätigen Angriff auf ihn mit einem mehrtägigen Krankenhaus-Aufenthalt. "Ich werde hier auch noch länger bleiben", sagte der Politiker am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Er gehe davon aus, dass die Ärzte ihn noch bis zum Wochenende im Krankenhaus behalten.

An die Tat habe er nur wenig Erinnerung, sagte Magnitz. Die Angreifer hätten ihn auf den Kopf geschlagen, wodurch er das Bewusstsein verloren habe. Ein Foto auf der Homepage des AfD-Landesverbandes zeigt seine Kopfverletzungen. Die Polizei geht davon aus, dass die Täter den Bremer AfD-Chef und Bundestagsabgeordneten wegen seiner politischen Gesinnung angegriffen haben.

Magnitz will in Bremen besser aufpassen

"Ich bin in Bremen halt bekannt", sagte Magnitz. Er selbst habe die Täter aber nicht gesehen und auch nicht gehört, ob sie noch etwas zu ihm gesagt hätten. Künftig werde er in Bremen besser auf sich aufpassen. "Ich werde auf jeden Fall vorsichtiger durch die Gegend gehen." In der Vergangenheit war die AfD im kleinsten Bundesland mehrmals das Ziel von Anschlägen, unter anderem wurden die Scheiben eines Parteibüros eingeschlagen und ein Auto demoliert.

Der Angriff auf Magnitz habe sich am frühen Montagabend im Bereich des Theaters am Goetheplatz ereignet, teilte die Polizei Bremen mit. Nach Angaben der Bremer AfD wurde Magnitz von drei Vermummten attackiert. Sie hätten Magnitz mit einem Kantholz bewusstlos geschlagen und vor den Kopf getreten, als er auf dem Boden gelegen habe. Die Bremer AfD bezeichnete die Tat in einer Pressemitteilung als "sinnlosen, mörderischen Akt". Ein Foto des mit einer blutigen Platzwunde verletzten Magnitz verbreitete die Partei über ihre Webseite und in einer Pressemitteilung. Dies geschah laut eines AfD-Sprechers nach einer Einwilligung des Opfers.

Die Bremer Polizei bildet nach dem Angriff eine Sonderkommission. Auch das Bundeskriminalamt ermittelt. Mindestens drei Männer hätten den 66-Jährigen beim Theater am Goetheplatz angegriffen und ihn mit einem unbekannten Gegenstand gegen den Kopf geschlagen, teilte die Polizei am Dienstag mit. Danach flohen die Täter. Eine Fahndung blieb erfolglos. Zwei Handwerker entdeckten am frühen Montagabend den am Boden liegenden Magnitz und riefen einen Rettungswagen. Die Polizei sperrte den Tatort ab und sicherte erste Spuren.Die Polizei und das BKA hätten Magnitz bereits befragt. Er habe aber kaum Erinnerungen an die Tat.

Reaktionen: "Gewalt geht gar nicht"

Zahlreiche Politiker aus verschiedenen Parteien haben den Angriff auf den Bremer AfD-Chef Frank Magnitz verurteilt. Außenminister Heiko Maas (SPD) schrieb am Dienstag bei Twitter: "Gewalt darf niemals ein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein – völlig egal, gegen wen oder was die Motive dafür sind. Dafür gibt es keinerlei Rechtfertigung." Wer ein solches Verbrechen verübe, müsse "konsequent bestraft werden".

Linke-Bundestagsfraktionschef Dietmar Bartsch erklärte, es gebe "keine Rechtfertigung für ein solches Verbrechen". Der Grünen-Politiker Cem Özdemir betonte, er hoffe, dass der oder die Täter bald ermittelt und verurteilt werden. "Auch gegenüber der AfD gibt es keinerlei Rechtfertigung für Gewalt. Wer Hass mit Hass bekämpft, lässt am Ende immer den Hass gewinnen."

Der SPD-Politiker Johannes Kahrs erklärte, Extremismus jeder Art sei "Mist". Kahrs gilt als einer der schärfsten Kritiker der AfD im Bundestag. "Gewalt geht gar nicht, gegen niemanden", schrieb Kahrs am Dienstagmorgen bei Twitter.

SPD-Chefin Andrea Nahles twitterte: "Die AfD ist ein politischer Gegner unserer toleranten und friedlichen Gesellschaft". Sie betonte: "Wer die Partei und deren Politiker mit Gewalt bekämpft, verrät diese Werte und gefährdet unser Zusammenleben."

Auch die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock äußerte sich: "Gewalt ist immer das falsche Mittel in einer Demokratie, Gewalt hat in einer Demokratie nichts zu suchen", sagte Baerbock am Dienstag am Rande einer Vorstandsklausur der Grünen im brandenburgischen Frankfurt (Oder). "Und deswegen verurteilen wir jede Form von Gewalt." Baberbock sagte weiter: "Wer Hass streut, der erntet Hass." Aber Hass sei kein Mittel in einer Demokratie. "Deswegen dürfen wir diesen Weg auf keinen Fall gehen. Wir brauchen ein neues Miteinander."

Zahlreiche AfD-Politiker verurteilten den Angriff ebenfalls und wünschten Magnitz baldige Genesung.

Erst in der vergangenen Woche hatte es im sächsischen Döbeln eine Explosion vor einem AfD-Büro gegeben. Eine Tür und eine Fensterscheibe wurden stark beschädigt. Verletzt wurde niemand.