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Bremer Ehepaar gestaltet Briefmarken Design auf wenigen Quadratzentimetern

Von dpa | 27.12.2015, 20:46 Uhr

Jubiläen, Architektur oder Persönlichkeiten im Kleinformat. Sonderbriefmarken sind bei Sammlern begehrt. Das Bremer Grafiker-Ehepaar Haase gestaltet seit 37 Jahren Briefmarken für Deutschland. Rund 120 kleine Zeitzeugen aller Couleur sind seitdem entstanden.

Im Grafikatelier Haase&Knels im verwinkelten Schnoorviertel finden sich nicht nur Entwürfe, Fotografien und Zeichnungen aller Art, sondern vor allem das Symboltier der Designer: der Hase. Ob aus Stoff, Porzellan oder gezeichnet – das Tier schaut aus jedem Winkel des Büros auf Besucher herab.

Besonders stolz sind die Grafikdesigner Sybille und Fritz Haase auf den kleinsten Vertreter des Langohrs im Büro: 2010 wurde eine Briefmarke mit ihrem Symboltier gedruckt. Denn Ehepaar Haase gehört seit 37 Jahren dem ausgewählten Kreis von Briefmarkendesignern der Deutschen Post an. Seitdem haben sie fast 120 Briefmarken veröffentlicht; der Hase gehört nicht dazu – er war ein privater Wunsch. „Es ist der spannendste Beruf, den wir uns vorstellen können“, sagt Fritz Haase. „Die Briefmarke ist schließlich wie die Visitenkarte eines Landes.“

Nur rund 100 Grafiker gehören nach ihren Angaben zu der Gruppe, die in Deutschland an Designwettbewerben für offizielle Sonderpostwertzeichen teilnehmen darf. Im Unterschied zu den Standardmarken sind diese Briefmarken nur in begrenzter Auflage verfügbar und bilden bestimmte Anlässe, Jubiläen oder besondere Persönlichkeiten ab. Rund 50 solcher Marken werden im Jahr vom Bundesfinanzminister herausgegeben. Für die einzelnen Wettbewerbe werden fünf bis acht Grafiker mit jeweils drei Entwürfen zugelassen.

„Briefmarken Höhepunkt unserer Arbeit“

„Die Gestaltung von Briefmarken ist der Höhepunkt unserer Arbeit“, sagt Sybille Haase, geborene Knels. Das Ehepaar entwirft auch Verpackungen und Werbung. Die Briefmarken seien aber eine besonders aufregende Herausforderung. „An den Tagen vor der Einreichung ist die Spannung ziemlich hoch: Wir hatten schon Projekte, bei denen wir in letzter Minute die Entwürfe komplett geändert haben.“Ihre Marke zum 100-jährigen Jubiläum des Künstlerdorfs Worpswede wurde von Sammlern zur schönsten deutschen Briefmarke 1989 gewählt. 1994 erhielten die beiden die Auszeichnung zum zweiten Mal für „Miteinander leben – Ausländer in Deutschland“.

Rückmeldungen der Sammler seien aber nicht immer nur positiv. Besonders deutsche Philatelisten seien genau bei der Untersuchung von Marken, meint Haase, der 27 Jahre als Professor an der Hochschule für Künste in Bremen gelehrt hat. „Genauigkeit und Präzision sind daher die absolute Voraussetzung bei Recherche und Gestaltung.“Der technische Fortschritt hat die Arbeit der Designer über die Jahre stark verändert. Durch den Computer würden die Entwürfe nahezu perfekt und es gebe viel mehr Auswahl, sagt Sybille Haase. „Vorher spielte Improvisation eine entscheidendere Rolle.“ Um mit der neuen Technik umgehen zu können, holten sich die beiden über 70 Jahre alten Designer Hilfe bei jüngeren Kollegen.