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Bremer Mercedes-Werk Zwei neue Modelle laufen 2016 in Bremen vom Band

Von Martin Kowalewski | 13.02.2016, 01:30 Uhr

Frisch eingearbeitet als Standortverantwortlicher, gab Peter Theurer am Roundtable einen Einblick in die aktuelle Lage des Bremer Mercedes Werks: Die Jobs seien sicher. Die Führungsrolle für die C-Klassen-Produktion mache die Belegschaft zu besonderen Spezialisten.

Seit Oktober ist Peter Theurer Standortverantwortlicher im Mercedes-Benz-Werk Bremen. Zuvor leitete der studierte Maschinenbauer dort die Produktion der C-Klasse. Bei einem Roundtable-Gespräch gab Theurer einen Einblick in das aktuelle Geschehen im Bremer Mercedes-Werk.

„2015 war ein besonderes Jahr“, sagte Theurer. „Es war sehr anspruchsvoll, die hohe Stückzahl von 324000 trotz eines zweifachen Typenwechsels hinzukriegen.“ Besonders habe ihn auch die Wahl zur Fabrik des Jahres im vergangenen Jahr gefreut. „Wir haben in der Kategorie ,Großserie‘ gewonnen. Das ist unsere Spezialität.“

Lead-Werk für die weltweite Produktion der C-Klasse

Zukünftig stehe die digitale Transformation im Fokus, nicht zuletzt weil Bremen das Lead-Werk für die weltweite Produktion der C-Klasse ist. „Wir nutzen für den Austausch mit den anderen Werken die modernen Medien. Wenn wir ein neues Werkzeug einführen, übertragen wir das zum Beispiel online nach Peking“, sagte Theurer. Das Bremer Werk sei verantwortlich für die Auswahl von Werkzeug, die Entwicklung von Produktionsprozessen und Qualitätsprüfungen und auch das Änderungsmanagement. Die Position als Lead Werk habe eine weitaus höhere Bedeutung als die Zahl der produzierten Autos. Das Bremer Werk wird im Rahmen eines Zukunftskonzepts für 750 Millionen Euro modernisiert.

„Die Menschen in unserem Werk machen den Erfolg. Unsere Rolle als Lead-Werk verändert auch das Berufsbild der Mitarbeiter“, sagte Theurer. „Sie sind lokale Experten, die global und interkulturell agieren, und das sogar in drei Zeitzonen.“

Identifikation der Mitarbeiter mit dem Werk

Besonders viel würde man in die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Werk investieren, etwa bei dem Programm „Mein Tag“, das in zwei Jahren alle Mitarbeiter durchlaufen haben sollen. „Wir schulen unsere Mitarbeiter und zeigen ihnen, dass sie wichtig sind und dass es auf ihre persönliche Arbeit ankommt“, so Theurer.

Er beteuerte, er kenne kein besseres Team als die Mannschaft im Werk Bremen. Besonders kompetent bewältige es den Anlauf der Produktion neuer Modelle. Im Schnitte würde alle sechs Monate die Produktion eines neuen Modells anlaufen. In Spätsommer dieses Jahrs stehe die Einführung des C-Klasse-Cabriolets an. Auch die Produktion eines noch geheimen Modells soll 2016 beginnen.

Große Fortschritte würde derweil die Zusammenarbeit von Menschen und Robotern machen. So würden Roboter die Menschen bei sehr kraftaufwendigen Arbeiten entlasten. „Beim Austausch mit unseren Partnerwerken sind auch Tipps und Tricks zu dem, was an der Programmierung geändert werden muss, wichtig“, sagte Theurer.

Standortverantwortlicher hält Jobs für sicher

Theurer hält nach der Einstellung von 500 neuen Mitarbeitern im vergangenen Jahr die Arbeitsplätze der 12500 Beschäftigten für sicher. Der Grund: Die hochindividuelle Ausstattung passe nicht zu einer weiter gehenden Automatisierung. „Unser Ideal ist die Losgröße Eins. Das hieße, der Kunde kann ganz individuell bestellen, wie er sein Auto haben will, wie bei einer Manufaktur. Eine Frau könnte dann ihren Nagellack zeigen und sagen, genau diese Farbe will ich haben“, erklärte Theurer. Das sei ohne eine starke Belegschaft nicht zu machen.