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Nach Sexismus-Vorwürfen Bremer Traditionsveranstaltung Eiswette öffnet sich für Frauen

Von dpa | 23.10.2019, 17:07 Uhr

Erstmals seit rund 190 Jahren dürfen am 18. Januar 2020 Frauen am traditionellen Eiswettfest in der Hansestadt Bremen teilnehmen. "Damen werden künftig unsere Gäste sein, können dann aber auch "Genossinnen" werden, also zum Kreis jener gehören, die ihrerseits Gäste einladen dürfen. Das möchte ich eindeutig erklären", sagte der Präsident der Eiswette, Patrick Wendisch, der Wochenzeitung "Die Zeit".

Der dpa sagte Wendisch am Mittwoch, dass er von der Richtigkeit dieser Entscheidung überzeugt sei. Auch in der Gemeinschaft der Eiswett-Genossen laufe ein entsprechender Prozess. Die Veranstalter hatten sich Anfang des Jahres dem Vorwurf des Sexismus ausgesetzt gesehen, nachdem die damalige Bremer Vize-Regierungschefin Karoline Linnert (Grüne) nicht zum Eiswettfest eingeladen worden war.

Zu der exklusiven Feier mit prominenten Rednern kamen bislang 800 Herren in Frack und Smoking zusammen, um an rund 50 weiß gedeckten Tischen nach minuziös geplantem Ablauf zu speisen, zu trinken und zu singen. Beim Eiswettfest werden Spenden für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger gesammelt. 2017 kam rund 450 000 Euro zusammen.

Den Brauch der Eiswette gibt es in Bremen seit 1828. Sie klärt jeweils am Dreikönigstag (6. Januar) die Frage, ob die Weser zugefroren ist oder nicht. Das ist sie seit 1947 schon nicht mehr. Am dritten Samstag im Januar kommen die Eiswett-Genossen und künftig auch -Genossinnen und ihre Gäste dann zum traditionellen Eiswettfest zusammen, um den Wetteinsatz zu verspeisen.