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Breminale zu Ende Bremen: 200000 Besucher feiern am Deich

Von Martin Kowalewski, Martin Kolbe | 17.07.2016, 22:02 Uhr

200000 Menschen haben in den vergangenen Tagen die Breminale besucht. Dennoch ist die Zukunft der dörflichen Wiese auf dem Fest wacklig.

Das Wetter hat mitgespielt, das Bandprogramm war vielfältiger denn je, und die Besucher des Festivals Breminale am Osterdeich feierten kräftig oder entspannten auch auf dem Deich. Der Veranstalter sprach von 200000 Besuchern an den fünf Veranstaltungstagen.

Ganz ohne Schatten gingen die fröhlichen Tage dann aber doch nicht über die Bühne. Am Freitagabend wurden drei junge Frauen auf der Tanzfläche von vier jungen Männern bedrängt. Am Samstagabend wurde dann ein 18-Jähriger bei einer Schlägerei auf dem Festivalgelände durch eine Flasche am Kopf verletzt. Die Polizei löste die Schlägerei auf und nahm fünf Beteiligte im Alter von 16 bis 18 Jahren fest. Es kam auch zu zwei weiteren Fällen von sexueller Belästigung. So wurde am Samstagabend eine 28-jährige Frau in einem Festzelt von einem fremden Mann angetanzt und unsittlich berührt. Etwas später griff ein 17-Jähriger einer 47-jährigen Bremerin ans Gesäß. Die Polizei bittet Besucherinnen, die ebenfalls bedrängt wurden, sich unter Telefon 0421/ 3623888 zu melden.

Als Erfolg werteten die Veranstalter den Versuch, möglichst viele Glühbirnen auf der Breminale durch energiesparende LEDs zu ersetzen. Fast 1600 Armbänder für je fünf Euro gingen über den Tresen. Für jedes von ihnen wurde eine Glühbirne durch eine LED ersetzt. „Die Leute haben es sehr gut angenommen, dass wir in diesem Jahr die Armbänder statt der Lose verkauft haben“, sagte Bianca Oosterdorp aus dem Spendenteam der Breminale. „Die Bändchen wurden querbeet von allen Besuchergruppen gekauft. Da war keine Alters- oder Personengruppe auffällig stark vertreten.“ Im nächsten Jahr wird es aber wohl eine andere Aktion geben. Es seien kaum noch Glühbirnen übrig, die nicht ausgetauscht wurden, so Oosterdorp.

Sehr zufrieden sind die Veranstalter mit der Entwicklung der dörflichen Wiese mit Verkaufsständen für fair gehandelte und biozertifizierte Nahrungsmittel. Die Menschen hätten sich dort rege darüber ausgetauscht, wie sich Bremen insgesamt als lebenswerte Stadt der Zukunft aufstellen kann.

Mit Sorge weisen die Veranstalter aber darauf hin, dass im nächsten Jahr die Bundesmittel der zwei mitveranstaltenden Vereine ProZept und Sozialökologie auslaufen. Es stelle sich die Frage, wie diese Plattform für ökologisch sinnvolles Konsumverhalten künftig bereitgestellt werden könne, so Susanne von Essen aus dem Leitungsteam der Breminale. Die Breminale 2017 ist für die Zeit vom 5.bis 9. Juli geplant.