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Das neue Haus an der Brücke Entwurf für neues Stammhaus von Kühne und Nagel vorgestellt

29.01.2016, 17:17 Uhr

Kühne und Nagel plant den Neubau des August-Kühne-Hauses an der Wilhelm-Kaisen-Brücke. Dort soll das gesamte Bremer Firmenpersonal zusammenkommen. Geplant ist ein treppenförmiger Bau aus Weser-Sandstein.

Die Logistik-Firma Kühne und Nagel hat Pläne für den Bau eines neuen Firmenhauses in Bremen vorgestellt. Es besteht aus einem Hochhaus, das im ersten Bauschritt fertiggestellt wird, und weiteren flachen Gebäudeteilen. Dazwischen befinden sich ein öffentliches Foyer und weitere frei zugängliche Flächen. Gebaut wird aus Weser-Sandstein, ein Material, das in der Umgebung häufig anzutreffen ist.

Das Unternehmen beschäftigt insgesamt 1500 Menschen in Bremen, 800 davon bei der Tochterfirma Stute. Die sollen zukünftig an einem Ort konzentriert werden, wofür das in den 1960er-Jahren gebaute heutige Firmenhaus nicht ausreicht. Der Neubau soll die hierfür bebenötigten 12500 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung stellen.

Elf Stockwerke soll der größere Teil des Neubaus hoch sein, ein Stockwerk mehr als die bisherige Zentrale. Das Gebäude hat eine Treppenform und wird somit nach oben hin immer schmaler. Mit einer Höhe von 39 Metern ist dieser Teil auch fünf Meter höher als das aktuelle Kühne und Nagel-Hochhaus. „Die Höhe, mit der wir arbeiten konnten, war begrenzt. Der Blick auf historische Gebäude wie den Dom oder auch die Martini-Kirche musste frei bleiben“, sagt Architekt Jan Meding. Zudem grenzt der geplante hohe Teil des Neubaus direkt an die Wilhelm-Kaisen-Brücke, getreu dem Motto dieses Projekts „Das Haus an der Brücke“. Der Altbau aus den 60ern steht etwas versetzt. Dort befand sich bis 1895 eine frühere Weser-Brücke.

Für das Projekt kaufte das Unternehmen 971 Quadratmeter Bauland von der Stadt zum Preis von knapp einer Million Euro. Das ist ein Drittel des üblichen Quadratmeterpreises für diese zentrale Lage. Allerdings schließt die Stadt auch weitere Gewährleistungen aus. Kühne-und-Nagel-Regionalleiter Uwe Bielang betonte, dass sein Unternehmen erst die Baureife auf dem Land herstellen müsse. „Wir haben zum Beispiel ein 110-kV-Kabel unter der Erde gefunden. Ich konnte am Anfang kaum glauben, dass damit eine halbe Million Euro Umleitungskosten auf uns zukommen.“

Jens Tittmann, Sprecher des Bauressorts, verwies auf eine ähnliche Lage beim Neubau der Dudler-Hochhäuser vor dem Bremer Hauptbahnhof. „Da war die Stadt auch heilfroh, im Vertrag keine Folgekosten übernommen zu haben.“, sagte Tittman Es sei zu massiven Problemen mit unterirdischen Kabeln der Bremer Straßenbahn AG gekommen.

Einen Architektenwettbewerb für den Bau an der sehr exponierten Stelle hatte Kühne und Nagel abgelehnt. „Wir sind nicht ein Investor, der einfach Fläche vermieten will und dem es egal ist, wie das Gebäude aussieht. Wir sind ein Bauherr“, sagte Bielang. „Bei einem Wettbewerb kann ein Entwurf rauskommen, der für uns nicht funktional ist.“

Bereits in diesem Jahr sollen die Bauarbeiten an der Konzernzentrale beginnen. Der Bauantrag ist bereits gestellt., 2017 soll der erste Abschnitt fertig sein. Dann kann das Personal vor Ort umziehen und der Abriss der alten Zentrale beginnen. Mitte 2019 soll dann alles fertig sein.

Die Tageszeitung „taz“ hatte kürzlich für Aufsehen gesorgt, nachdem sie ein Kaufangebot für ein vier Quadratmeter großes Grundstück vor dem geplanten Neubau abgegeben hatte, um ein sogenanntes „Arisierungs-Denkmal“ zu errichten. Damit will die Zeitung an die Geschäfte des Logistik-Unternehmens mit dem Nazi-Regime während des Zweiten Weltkrieges erinnern.