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Defizit der GeNo sinkt Bremer Klinikverbund gesundet langsam

04.11.2015, 19:26 Uhr

Die Sanierung des Klinikverbunds Gesundheit Nord schreitet voran. Der Senat geht von schwarzen Zahlen nach 2017 aus. Die CDU ist skeptisch. Das Klinikum Bremen-Nord erreicht nächstes Jahr schwarze Zahlen.

Seit 2012 befindet sich der Klinikverbund Gesundheit Nord (GeNo) nach einem Leistungs- und Gewinneinbruch auf Sanierungskurs. Mittlerweile liegt der dritte Sanierungsbericht des Gesundheitsressorts dem Senat vor. Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) erklärte, der Senat wolle der Einschätzung des Gesundheitsressorts folgen. Diese besagen, die GeNo habe bereits zahlreiche Maßnahmen zur Sanierung des Krankenhausverbunds ergriffen, muss ihre Anstrengungen aber noch verstärken.

In dem Bericht sei eine eindeutige Verbesserung zu erkennen, so die Sprecherin des SPD-geführten Gesundheitsressorts, Christina Selzer. Besonders erfreulich sei, dass das Defizit in diesem Jahr nur noch 18,8 Millionen Euro betrage, während im letzten Jahr noch 23,7 Millionen Euro prognostiziert wurden. Für das nächste und übernächste Jahr geht man im Gesundheitsressort von jeweils zehn Millionen Euro Defizit aus. „Das hängt allerdings von vielen Kennziffern ab und ist deshalb schwer genau einzuschätzen“, so Selzer. Vor allem die Bauarbeiten am Klinikum Mitte würden die GeNo-Bilanz belasten. Die Neubauten sollen 2017 zum Teil in Betrieb sein.

„Wir gucken allerdings weiterhin kritisch auf den Verbund“, so Selzer weiter. „Der Zeitverzug der Sanierung ist geringer geworden.“ Dieser betrage nur noch ein halbes statt einem ganzen Jahr. Selzer hält es für realistisch, dass die Sanierung Ende 2017 abgeschlossen wird. Zurzeit würden im Rahmen eines Zukunftsplans 2017 unter anderem Materialkosten gesenkt und Verwaltungspersonal auf andere Stellen in der öffentlichen Verwaltung versetzt. Das interne Controlling, das Projektmanagement sowie das Berichtwesen wurden bereits verändert. Inzwischen behandelt die GeNo mehr Patienten als je zuvor.

Weniger zufrieden ist man mit dem Stand der Dinge bei der Bremer CDU. „Der Sanierungsprozess ist nicht ganz in Schwung gekommen“, so die CDU-Sprecherin Claudia Grabowski. „Wir gehen nicht davon aus, dass die GeNo nach 2017 schwarze Zahlen schreibt. Allerdings liegt uns der dritte Sanierungsbericht noch nicht vor.“

Auch bei der GeNo herrscht eher vorsichtiger Optimismus. „Wir sind auf dem richtigen Weg und die Zahlen zeigen Fortschritte. Ob die Sanierung 2017 abgeschlossen wird, ist im Moment schwer abschätzbar“, sagt GeNo-Pressereferent Daniel Goerke.

Das erfolgreichste Krankenhaus des Klinikverbunds ist das Klinikum Bremen-Nord. Dieses wird schon 2016 schwarze Zahlen schreiben. „Bremen-Nord ist ein Markt für sich. Hier ist die Konkurrenz geringer. Das ist aber nur ein Grund“, sagt Goerke. Zudem habe man die Innere Medizin neu aufgestellt, sowie die Lungenheilkunde und die Kardiologie. Zudem sei das Haus schon immer eine gute Adresse im Bereich Gefäßmedizin gewesen.