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Direktion Verkehr zieht in Kaserne Bremer Polizisten schneller auf der Autobahn

18.12.2015, 21:39 Uhr

Die Direktion Verkehr der Bremer Polizei ist in die Scharnhorst-Kaserne gezogen. Damit sind neben der A1 auch weitere Autobahnen schneller erreichbar, auch die noch nicht fertiggestellte A281.

4000 Quadratmeter Bürofläche der Militäranlage nutzt die Direktion Verkehr seit diesem Freitag - gewissermaßen als Nachmieter der zuvor dort untergebrachten Feldjäger. Die 50 Beamten sind zuständig für die umliegenden Autobahnen, aber auch für schwere Unfälle sowie Unfälle mit Senioren und Kindern im Stadtgebiet. Vorher war die Direktion Verkehr im Polizeigebäude in der Daniel-von-Büren-Straße untergebracht.

Der stellvertretende Dienststellenleiter Reinhard Lueßen und Teamleiter Sascha Schütte mögen den neuen Standort. Er sei schön geräumig und befinde sich in einer praktischen Lage. Von hier aus werden auf den Autobahnen Streifen gefahren oder auch Transporte gesichert. „Wir sind 24 Stunden am Tag im Einsatz. Es sind immer Streifenwagen von uns unterwegs, sagt Lueßen. Die Einsatzfahrzeuge legten durchaus mehr als 1000 Kilometer am Tag zurück.

Unfälle passieren glücklicherweise nicht rund um die Uhr. Dennoch kann es von einem Augenblick auf den anderen heißen: ausrücken! Dann muss es schnell gehen. „Jetzt gibt es keine Alarmfahrten mehr durch die Stadt“, sagt Schütte. In zwei bis drei Minuten erreichen die Fahrzeuge die A1 in Arsten. Auch die A27 und die noch nicht fertiggestellte A281 sind nun besser erreichbar.

Die Beamten haben eine spezielle Ausbildung, um am Unfallort sicher arbeiten zu können. „Wir können uns und andere sichern. Wir haben zum Beispiel besondere Kleidung“, sagt Lueßen. „Außerdem legen wir Schwellen aus.“ Mit sich führen die Spezialbeamten auch große Signalhütchen. Dennoch: „Trotz alledem gibt es immer noch Autofahrer, die uns nicht sehen“, so Lueßen.

Die Arbeit auf der Straße ist gefährlich, doch das ist noch nicht alles. Von den Beamten wird bei der Arbeit auf der Fahrbahn höchste Präzision und Sorgfalt verlangt. „Was wir am Unfallort nicht festhalten, ist für immer verloren“, sagt Lueßen. „Gerade wenn Verletzte oder gar Todesopfer zu beklagen sind, gehen unsere Feststellungen einem Verfahren mit vielen Forderungen voraus.“ Falls Gutachter herangezogen werden, sperren die Beamten die Fahrbahn auch für längere Zeit. Mit ihrer akribischen Arbeit widerlegte die Direktion im vergangenen Sommer zum Beispiel die Annahme, der Tod einer 52-Jährigen in Bremen-Nord sei auf ein Autorennen zurückzuführen. Die Frau hatte Alkohol im Blut.

Sechs Streifenwagen, sechs Motorräder und zwei Sicherungswagen sind hier stationiert. Die Ausrüstung unterscheidet sich von der normaler Polizei-Fahrzeuge. An Bord ist unter anderem ein gelber Sichtschutz. „Wir verhindern, dass von Vorbeifahrenden Fotos von den Unfall-Opfern gemacht und dann bei Facebook hochgeladen werden“, sagt Schütte.

Spontan besuchen kann man die Verkehrsbereitschaft allerdings nicht: Bereits der Zugang zum Kasernengelände ist durch einen Security-Dienst geschützt. Und die Türen von Gebäude vier können nur von innen aus geöffnet werden.