Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

ECE setzt auf Kunden aus Umland Neuer Hausherr in der Bremer Waterfront

03.08.2015, 21:20 Uhr

Die ECE Gruppe verwaltet seit diesem Monat das Einkaufszentrum Waterfront. Die Marktmacht der Hamburger findet man bei der Händlervereinigung City Initiative ein wenig bedrohlich.

Mit dem Monatswechsel hat die ECE Gruppe das Einkaufszentrum Waterfront übernommen. Für die Kunden soll aber zunächst alles beim Alten bleiben. Seitens der ECE will man das Zentrum in Ruhe kennenlernen und dann weitersehen, welche Konzepte sich für die Zukunft anbieten, heißt es.

95 Prozent der Anteile hält der dänische Rentenversicherer ATP. ECE selbst hält fünf Prozent. „Wir machen das häufig so, vor allem, wenn wir das Center selber bauen. Wir wollen damit zeigen, dass wir an den Erfolg des Projektes glauben. Die Investoren finden das gut“, sagte ECE-Pressesprecher Christian Stammerjohanns.

Die ECE betreibt auch das Roland Center und den Weserpark und damit drei Einkaufszentren, die am Stadtrand liegen. Hierhinter verbirgt sich aber keine eigene Geschäftstaktik, denn die ECE würde gerne auch Zentren in der Innenstadt betreuen – wie es etwa in Oldenburg bei den Schlosshöfen der Fall ist. Anders in Bremen, so Stammerjohanns: „Das Problem ist, da gibt es nichts. Es gibt dort keine passenden Objekte oder auch Flächen.“

Auch mit dem kürzlich gescheiterten City Center habe man sich bei der ECE beschäftigt. „Wir haben uns seinerzeit die Unterlagen geben lassen. Da hat uns die Stadt aber zu viele Bedingungen vorgegeben und die maximale Größe war uns einfach zu klein“, sagte Stammerjohanns.

Mit ihren 44000 Quadratmetern Verkaufsfläche zieht die Waterfront etwa acht Millionen Kunden pro Jahr an. Dabei ziele die ECE auf Kunden aus Bremen und auch dem Umland. „Beispielsweise lockt der Modeanbieter Primark Kunden aus einem weiten Umfeld an“, so Stammerjohanns. „Beim Roland Center setzen wir eher auf die Menschen drum herum als Kunden.“

Bei der City Initiative Bremen wurde die Übernahme bereits im Vorfeld eher skeptisch gesehen. „Die ECE kommt bei Waren außerhalb des täglichen Bedarfs auf über 40 Prozent Marktanteil“, sagte Geschäftsführer Jan-Peter Halves. Es gebe die Sorge, dass etwa von Ketten künftig verlangt werden könnte, mit ihren Filialen gleich in zwei der Center zu gehen. „Die würden dann mitunter kein Geschäft mehr in der Stadt aufmachen“, fürchtet Halves. Nicht zuletzt habe das Scheitern des City Centers gezeigt, wieviel Gewicht die ECE habe. „Der abgesprungene Investor hat ins Feld geführt, dass die Vormachtstellung der ECE die Gewinnung von Mietern erschweren würde“, sagte Halves, „wir sind im Zentrum ein bisschen wie ein kleines gallisches Dorf, umzingelt von drei großen Zentren.“

Allerdings betonte Halves, dass die meisten Mietverträge in der sehr attraktiven Waterfront noch einige Jahre laufen. „Deshalb wird es da nur langsam zu Veränderungen kommen. Den Händlern in der Innenstadt empfehlen wir, auf besondere Produkte neben dem Mainstream zu setzen.“ Diese würden nicht vom typischen Center-Kunden gekauft und seien auch weniger durch den Online-Handel bedroht, so Halves.