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Einschränkungen durch Bauarbeiten Testphase in Bremen: „Am Wall“ wird Einbahnstraße

17.08.2015, 22:16 Uhr

Die Straße „Am Wall“ wird nach dem Brandanschlag auf das Geschäft Harms am Wall über Jahre nur einseitig nutzbar sein. Während der Arbeiten werden Einbahnstraßenbetrieb und mehr Platz für Fußgänger getestet.

Die lange Zeit, die die Straße „Am Wall“ nach dem Brand des Modehauses Harms am Wall nur eingeschränkt nutzbar sein will, will das Bremer Verkehrsressort nicht ungenutzt verstreichen lassen. Man wolle Erfahrungen mit Einbahnstraßenbetrieb sammeln. Dann könnte die Straße mit ihren vielen Geschäften eine Flanier- und Einkaufsmeile werden. Fußgänger bekämen mehr Platz, Autos müssten auf der anderen Seite geparkt werden.

Haus wird abgerissen

Weite Teile der Straße sind noch bis Anfang Oktober voll gesperrt. Vor der Brandruine steht ein großer Kran. Das Haus wird abgerissen und ein neues errichtet. „Dort wird weiter ein großer, weit ausschwenkender Kran stehen. Es kommt eine unbestimmte Phase von zwei bis drei Jahren, in der nur eine Fahrbahn frei sein wird“, sagt Olaf Orb, Verkehrsreferent der Handelskammer Bremen. „Dann gibt es nur zwei Möglichkeiten, Einbahnstraßenbetrieb oder eine Baustellenampel.“ Auch Orb findet, das sei eine gute Gelegenheit, um den Einbahnstraßenbetrieb zu testen. „Dann muss auch etwas gemacht werden, damit es für die Fußgänger schön wird.“ (Weiterlesen: Harms stellt Insolvenzantrag)

Testergebnis ungewiss

Dazu, ob die Einbahnstraßenlösung für die Kaufleute wirklich die bessere Idee ist, will sich Orb vor der Versuchsphase nicht äußern. „Wenn nur noch die Hälfte der Autos vorbeifährt, muss die andere Hälfte ausweichen. Ich bin mir nicht sicher, ob das für die anderen Straßen in der Umgebung so gut ist.“

Bettina Wassmann findet durchaus Gefallen an der Idee. Sie betreibt einen kleinen Buchladen nahe der Brandstelle, der viele Stammkunden hat. Sie bemerkt die Straßensperrung deutlich. „Es kommen fast nur noch Stammkunden, der Rückgang durch die Straßensperrung ist fatal, eine richtige Krise“, sagt sie. „Aber diese Ruhe ist auch schön.“ Ihr Geschäft müsse zwar per Auto erreichbar sein, aber weniger Verkehrslärm und mehr Verweilqualität für Fußgänger wären eine Verbesserung.

Verkehrsströme werden analysiert

Im Bauressort ist man gespannt auf die Ergebnisse der Testphase. „Zurzeit läuft es am Wall nicht gut. Viele Geschäfte gehen pleite, und andere kommen nach“, sagt Jens Tittman, Pressesprecher des Bau- und Verkehrsressorts. „Wenn sich die Straße zu einem tollen Boulevard entwickelt, macht es keinen Sinn, zur alten Straßennutzung zurückzukehren.“ Zurzeit würden die betroffenen Verkehrsströme analysiert.