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Falsche Polizisten am Telefon Polizei warnt vor Betrugswelle in Bremen

Von Eyke Swarovsky | 25.05.2016, 13:36 Uhr

Die Polizei in Bremen warnt erneut vor Betrügern, die sich gegenüber Senioren am Telefon als vermeintliche Polizisten ausgeben um an Wertgegenstände zu gelangen. Seit April gab es 55 verzeichnete Fälle.

Am Montagabend wurde laut Mitteilung der Polizei ein 60 Jahre alter Bremer von einem angeblichen Polizisten angerufen. Der Betrüger schilderte dem Angerufenen, dass seine Personalien auf der Liste einer rumänischen Einbrecherbande vermerkt seien und er das nächste Opfer sein werde. Der 60-Jährige wurde zur Herausgabe von Wertgegenständen aufgefordert und über zwei Stunden am Telefon unter Druck gesetzt. Am Ende wurde er misstrauisch und legte auf.

Betrüger nutzen falsche Telefonnummer

Im Display sah er vorher die Nummer 110. Die Betrüger nutzten mit dem Call-ID-Spoofing eine Methode, mit der Anrufe über das Internet unter einer vorgetäuschten Nummer erfolgen können. Der Bremer tat das Richtige und wählte selbst die Nummer der Polizei.

Damen beenden Gespräche

Ein weiterer Fall: Drei 80, 81 und 85 Jahre alten Frauen aus Burg-Grambke erhielten am Dienstag jeweils den Anruf eines vermeintlichen Polizeibeamten. Die Betrüger gaben den Damen gegenüber an, dass man nach einem Überfall am Bahnhof einen Koffer aufgefunden habe, in dem sich ein Notizbuch mit den Personalien der Seniorinnen befunden hätte. Die Damen wurden unter anderem nach ihren Kontodaten, einem vorhandenem Safe und Bargeld zu Hause ausgefragt. Alle drei reagierten richtig und verweigerten sämtliche Auskünfte.

Polizei: „Täter sind rhetorisch sehr begabt

Diese und weitere ähnliche Fälle der vergangenen Wochen beschäftigen derzeit die Ermittler der Bremer Polizei. Die Tricktäter sind laut erfinderisch, schauspielerisch und rhetorisch sehr begabt. „Die Legendenbildung ist in diesem Zusammenhang ausgesprochen variabel, fantasievoll und für Außenstehende plausibel.“ Allen Varianten ist gemeinsam, dass der „falsche Polizeibeamte“ ankündigt, dass die Gelder und Wertsachen von einem „Kollegen“ abgeholt und vermeintlich gesichert werden.