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Familie prüft Beschwerde Nach SEK-Einsatz in Bremerhaven: „Sind nervlich am Ende“

Von Eckhard Stengel, Eckhard Stengel | 07.07.2016, 20:23 Uhr

Die Bremerhavener Familie, die nach dem Kauf eines mutmaßlichen Sammlergewehrs Objekt eines SEK-Einsatzes wurde, lässt jetzt von einem Anwalt prüfen, ob sie Beschwerde einlegt und Schadenersatz fordert. Das teilten der Waffenkäufer und sein Vater am Donnerstag unserer Redaktion mit.

Der 28-Jährige hatte im Februar bei einem Österreich-Urlaub eine Repetierbüchse erstanden, die nach seinen Angaben von 1891 stammt. Er habe das Gewehr für die Einrichtung einer Jagd- und Fischerhütte verwenden wollen, erzählte er jetzt. Der Verkäufer habe ihm gesagt, die Waffe sei nicht mehr scharf.

Bei der Rückreise beschlagnahmten Grenzer das Gewehr, um es untersuchen zu lassen. Inzwischen steht laut Staatsanwaltschaft Traunstein fest, dass es sich um eine funktionsfähige Repetierbüchse handele. Der Beschuldigte habe somit gegen das Waffengesetz verstoßen.

Wegen dieses Gewehrs sei der Verdacht entstanden, dass er noch weitere Waffen besitzen könnte, sagte ein Justizsprecher zu unserer Redaktion. Zusätzliche Indizien für diesen Verdacht konnte er nicht nennen.

Durchsucht wurde nicht nur das Haus, in dem der 28-Jährige mit seinen Eltern wohnt, sondern auch ein Nachbarhaus von Verwandten. Nach Angaben der Familie wurden die aus dem Schlaf Gerissenen wie Schwerverbrecher behandelt und beide Häuser auf den Kopf gestellt. Laut Staatsanwaltschaft wurde scharfe Munition gefunden sowie eine Handfeuerwaffe, bei der noch zu klären sei, ob sie dem Waffengesetz unterliege. Nach Darstellung der Familie, die im Schrotthandel arbeitet, handelt es sich dabei um eine Dekorationswaffe, und die Munition stamme vom Schrott.

„Wir sind nervlich am Ende“, sagte der Vater nach dem SEK-Einsatz. „Genauso wie sie unsere Häuser verwüstet haben, haben sie uns innerlich verwüstet.“