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Flüchtlinge auf den Arbeitsmarkt Bremer Netzwerk erhält mehr Bundesmittel

Von Martin Kolbe | 15.12.2015, 23:05 Uhr

Das Bremer und Bremerhavener Integrationsnetz kann weitere vier Jahre Flüchtlinge in Ausbildung und Beruf helfen. Aufgrund der hohen Flüchtlingszahlen gibt es mehr als zwei Millionen Euro vom Bund.

Es wird mehr gebraucht denn je: Das Bremer und Bremerhavener Integrationsnetz (BIN) hilft seit 2008 Flüchtlingen in den Beruf. Das BIN erfasst den Bildungsstand der Flüchtlinge, vermittelt Jobs und Weiterbildungen.

Seit Beginn der dritten Förderperiode im Juli dieses Jahres gibt der Bund im Rahmen seines Handlungsschwerpunktes „Integration von Asylbewerbern/-innen und Flüchtlingen“ Geld dazu. Knapp 2,1 Millionen Euro Bundesmittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) kommen so ins Land Bremen, das noch Geld oben drauflegt.

Ein Team um Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) war federführend bei der Antragsstellung für die ESF-Mittel des Bundes. „Es freut mich, von diesem bremischen Erfolg berichten zu können“, sagte Günthner. Das Geld sei auch eine Würdigung. „Das Netzwerk hat bereits einen Weg aufgezeigt, wie wir der Herausforderung der Integration der derzeitigen Flüchtlingszuwanderung begegnen können“, so Günthner. Er unterstrich die Wichtigkeit einer zügigen Vermittlung. Er habe sich bei der letzten Konferenz der Wirtschaftsminister in Mainz für eine zweijährige Aussetzung der Vorrangprüfung eingesetzt, damit die Flüchtlinge schneller vermittelt werden können, um so auch eine gute Integration zu erreichen. Jetzt sei es wichtig, dass die Flüchtlinge nicht in der Vermittlung hängenblieben. In der dritten Förderperiode bis 2019 sollen 1092 Flüchtlinge und Asylsuchende mit den Leistungen des BIN erreicht werden.

Die Koordination des 2008 gegründeten Netzwerkes liegt beim Landesverband Bremen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK-Bremen). „Wir werden in den nächsten Jahren viel für die Flüchtlinge auf den Weg bringen. Die sind hoch motiviert und wollen unbedingt arbeiten“, sagte Elisabeth Mahlberg-Wilson, Leiterin des Zentrums für Beruf und Schule beim DRK Bremen.

Auch Götz von Einem, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Bremen, zeigt sich begeistert von dem Integrationsnetz. „Wir sind Kunden dieses Netzwerkes, obwohl wir kein eigenes Geld darin haben. Wir wissen aus unserem Early-Intervention-Programm genau, wie aufwendig es ist, sogar hoch qualifizierte Flüchtlinge wie Ärzte und Ingenieure zu vermitteln“, sagte von Einem.

Ebenfalls Teil des Netzwerkes sind das Kulturzentrum Lagerhaus (Vermittlung ab 25 Jahren), die Waller Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft (Vermittlung unter 25 Jahren), die HandWERK gGmbH (Ausbildungsvorbereitung unter 25 Jahren), das Paritätische Bildungswerk (Clearing und Erstberatung) sowie das Arbeitsförderungszentrum im Lande Bremen (Beratung und Vermittlung in Bremerhaven).