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Forschungsprojekt abgeschlossen Bremer und Chinesen bringen E-Mobilität voran

26.01.2016, 21:31 Uhr

Mit Fragen zur Zukunft der Elektromobilität befasste sich das deutsch-chinesische Verbundprojekt Dalian-Bremen Elektromobilität (DaBrEM), das zum Jahresende 2015 auslief. Die dabei erzielten Ergebnisse können helfen, verkehrstechnische Probleme von Städten zu bewältigen und einer nachhaltigen Stadt- und Verkehrsplanung dienen, teilte das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) mit.

In dem Projekt ging es unter anderem um den Einsatz von Batterien im Schichtbetrieb von Elektrobussen und Forschungen zu autonomen Fahrzeugen. Die Nutzung elektrischer Fahrzeuge in China unterscheidet sich stark von Deutschland. „In China wird viel öffentlicher Transport mit elektrischen Bussen gemacht. Dafür gibt es weniger elektrische Pkw“, berichtet Jens Mey, Leiter des Robotic Innovation Center am DFKI in Bremen.

„Wir konnten in China einiges darüber rausfinden, wie man Ladetechnik einsetzen sollte, damit die Busse eine Schicht durchhalten und nicht nach zwei Stunden wieder an die Steckdose müssen“, sagt Mey. Die Chinesen hätten dafür eigene Batteriewechselsysteme entwickelt. „Die Chinesen haben die Schichten so angepasst, dass problemlos eine von vielen Ladestationen angefahren werden kann“, sagt Mey. Vier bis sechs Stunden seien mit einer aufgeladenen Batterie durchaus möglich.“

Solche Tests sind in Bremen bislang nicht zu machen. Die BSAG habe nach eigenen Angaben noch keine ausgereifte Technologie zur Verfügung. Nach Angaben des Verkehrsressorts soll aber im März ein erster Elektrobus zum Einsatz kommen und die Zahl solcher Fahrzeuge bei der BSAG in 2016 auf fünf steigen.

Die elektrischen Busse in China würden es aber schwer haben, in Bremen eine Zulassung zu bekommen. „Die Chinesen setzen die Technik einfach ein. Es ist egal, wenn es Ausfälle gibt. Das machen die mit einer großen Zahl an Fahrzeugen wieder wett“, so Mey.

Innerhalb dieses Projekts bauten Forscher des DFKI außerdem in vier Elektro-Autos in Bremen Sensoren und Steuerungstechnik ein, die es den Fahrzeugen erlaubte, in einer Reihe hintereinander zu fahren, obwohl nur im vordersten Fahrzeug ein Mensch am Lenkrad saß. Der Fahrer solcher sogenannten „Roadtrains“ kann Fahrzeuge während der Fahrt an- und abkoppeln.

Solche „Roadtrains“ könnten zukünftig das Car-Sharing mit Elektro-Autos in urbanen Gebieten erleichtern. „Die Fahrzeuge werden ausgeliehen und nach der Nutzung an einem ungünstigen Ort abgestellt“, sagt Mey. „Mit solchen Ketten könnte man sie kostengünstig wieder zurückholen.“ Außerdem sei so ein weiterer Schritt zum selbstfahrenden Auto gegangen worden. „Die Fahrzeuge fahren ja letztlich autonom hinter dem Führungsfahrzeug her“, so Mey.

Ebenfalls an dem Verbundprojekt beteiligt waren das Frauenhofer Institut für Materialforschung in Bremen, das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, das Ministry of Science and Technology of the People‘s Republic of China und die Technische Universität Dalian.