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Initiativen wollen Alternative Bremen: Fronten bei A281 verhärtet

Von Martin Kowalewski, Martin Kolbe | 11.05.2016, 21:53 Uhr

Viele vom geplanten Abschnitt 2/2 der A281 betroffene Bremer kämpfen weiter gegen das Projekt. Ihr Alternativvorschlag wird aber nicht gehört, weil die Planung zu weit fortgeschritten ist.

Ist es einfach zu spät für eine Lösung, die möglicherweise besser ist? Die Fronten zwischen der Politik und Bürgerinitiativen gegen den Bau des Abschnitts 2/2 der A281 bleiben auch nach einer weiteren Podiumsdiskussion im Gemeindesaal der Markusgemeinde am Dienstagabend verhärtet.

Der Vorschlag mehrerer Bürgerinitiativen ist dabei nicht neu. Statt des Abschnitts 2/2 soll die B6N zügig in Angriff genommen werden. Diese soll vom Hornbachgelände unter dem Flughafen hindurch nach Brinkum bis zur Auffahrt auf die A1 verlaufen. Zudem müsste eine vierspurige Auf- und Abfahrt von der Neuenlander Straße zum Abschnitt 2/1 der A 281 fertiggestellt werden. „Dafür gibt es schon seit 2002 einen Planfeststellungsbeschluss“, sagt Norbert Breger, Sprecher mehrerer Bürgerinitiativen. „So könnten die Gelder für den Abschnitt 2/2 und die B6N in einen Topf kommen und aus zwei schlechten Lösungen entstünde eine gute.“ Der Abschnitt 2/2 würde überflüssig. Es gäbe zum Beispiel kein Verkehrschaos durch die Baustellen in der Neustadt. Auch ein vollständiger Ringschluss würde entstehen. Sehr positive Resonanzen habe er von den Bremer Linken und auch der FDP erhalten, so Breger. Umso enttäuschter ist er von den Regierungsparteien und der CDU, die sich auf keine inhaltliche Debatte mehr einlassen würden.

„Zug ist jetzt wirklich abgefahren“

Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Ralph Saxe, hat zwar Verständnis für den Alternativvorschlag. Doch es sei mittlerweile zu spät, um noch etwas am Vorgehen zu ändern. „Vor zehn oder 15 Jahren hätte man darüber reden können. Doch der Zug ist jetzt wirklich abgefahren. Wir können weitere Verzögerungen niemanden mehr verständlich machen, außer vielleicht den Gegnern“, sagt Saxe. „Natürlich hätte man alles vor 30 Jahren auch anders anpacken können.“ Auch die Wirtschaft habe sich auf die Entstehung des Abschnitts 2/2 eingestellt. „Wir müssen zum Beispiel unsere Zusagen gegenüber dem Güterverkehrszentrum einhalten“, so Saxe weiter.

Doch seiner Meinung nach habe er nicht nur schlechte Nachrichten gebracht. „Wenn wir die B6N bauen, dann unter die Startbahn hindurch. Da der Bund das nicht zahlt, wurde sie jetzt beim Bundesverkehrswegeplan in den weiteren Bedarf zurückgestuft“, sagt Saxe. Der Bund hätte lediglich eine B6N um den Flughafen herum bezahlt. Die von der Bremer Bürgerschaft beschlossene und von den Anwohnern geforderte Variante unter die Startbahn hindurch ist 100 Millionen Euro teurer.

Für die Rückstufung habe es einen attraktiven Ausgleich gegeben. „Wir bekommen den achtspurigen Ausbau der A1 und noch Lärmschutz dafür. Das sorgt für eine Entspannung des Verkehrs und für eine Reduzierung des Lärms“, sagte Saxe. „Wir haben sehr gut mit dem Bund verhandelt. Einem Antrag der CDU bei der B6N auf Denkverbote zu verzichten und die billigere Alternativvariante zu verfolgen, gibt Saxe keine Chance. „SPD, Grüne und Linke und FDP würden da nicht mitmachen“, so Saxe.

Klage angekündigt

Den Widerstand gegen den Abschnitt 2/2 aufgeben wollen Breger und seine Mitstreiter trotz allem nicht. „Wir warten den Planfeststellungsbeschluss ab. Danach werden wir wohl vor dem Bundesverwaltungsgericht klagen. Die größten Chancen hat wahrscheinlich eine Klage wegen Eigentumsbedrohung. In der Neuenlander Straße werden Anwohner Teile ihrer Grundstücke verlieren“, sagt Breger. Dadurch würde sich der Bau weiter verzögern und die Politik vielleicht gesprächsbereiter werden.