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Kampagne für stärkeres Stromaggregat Schulschiff in Bremen soll mobiler werden

Von Martin Kolbe | 21.12.2015, 21:50 Uhr

Per Crowdfunding soll für das Schulschiff Deutschland ein stärkeres Stromaggregat beschafft werden. Der Traditionssegler könnte damit noch das eine oder andere maritime Fest anlaufen.

Wenn das Schulschiff Deutschland seinen Liegeplatz im Bremer Stadtteil Vegesack verlässt und auf Fahrt geht, braucht es Schlepper. Für die Bordelektronik reicht dann ein in die Jahre gekommenes Aggregat aus. Das ist allerdings viel zu schwach, um die Gastronomie auf dem einstigen Ausbildungssegler zu versorgen. Auch die Auswahl an Orten zum Anlegen ist hierdurch eingeschränkt. Um dafür nicht immer auf das Stromnetz an Land angewiesen zu sein, soll nun ein anderes Aggregat her.

40000 Euro müssen her

Das wurde auch schon gefunden. Für 40000 Euro hat die BVT-Werft in Bremerhaven, die das Schulschiff vor einem Jahr aufwendig saniert hat, ein Notstromaggregat abzugeben. Das Geld soll über Crowdfunding aufgebracht werden. Die Kampagne wird zusammen mit Matthew Hunter, dem Leiter der Rudermannschaft der Jacobs-Universität in Bremen-Nord, vorangetrieben. Dieser hat im Rahmen einer Kampagne für die Flüchtlingsarbeit in Syrien in 24 Stunden 6000 Euro zusammenbekommen. Er ließ dafür Ruderer binnen 24 Stunden im Trainingsraum die Strecke von Bremen nach Damaskus in simulierter Form zurücklegen.

Mit dem Aggregat könnte der 1927 fertiggestellten Deutschland noch mal eine mobilere Zukunft bevorstehen. Zwar betont Claus Jäger, der Vorsitzende des Deutschen Schulschiff-Vereins, dass es nicht so weit kommen soll, dass für das Schiff ein Verlegeplan nötig werde. Dem dürften allerdings sowieso die weiterhin hohen Kosten des Transports mithilfe von Schleppern entgegenstehen.

Traditionssegler soll zu maritimen Veranstaltungen

Jäger betont aber, dass sich Interessenten gemeldet hätten, die den Traditionssegler nur zu gern auf maritimen Veranstaltungen sehen wollen. „Bei der Maritimen Woche würde man uns gerne dabei haben. Ein solcher Besuch bedeutet aber auch ein komplettes Manöver“, sagt Jäger. „Wir brauchen einen Schlepper vorne und einen hinten, einen Kapitän, einen Lotsen und eine Menge Hände an Bord, die zupacken.“

Für eine Fahrt zur Maritimen Woche in Bremen entstünden Kosten in Höhe von 30000 Euro, wofür die Deutschland aber hin und zurück kommen würde. „Es ist für die Kosten gar nicht so ausschlaggebend, ob 15 oder 40 Kilometer gefahren werden. Man muss immer alles bereitstellen“, sagt Jäger.

Weitere Interessenten aus Elsfleth und auch Bremerhaven hätten sich gemeldet. In Elsfleth war das Schulschiff bereits auf dem Schifffahrtstag 2003 zu Gast. Bremerhaven wurde in diesem Jahr zum Windjammer-Festival Sail angelaufen. Touren an entferntere Orte wie Emden oder Hamburg sollen dem in die Jahre gekommenen Schiff aber nicht mehr zugemutet werden, so Jäger.