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Klinik jetzt zertifiziert Bremer Dermatologie wird Hautkrebszentrum

28.08.2016, 19:12 Uhr

Zwei Jahre haben die Vorbereitungen in Anspruch genommen – jetzt hat die Deutsche Krebsgesellschaft die Klinik für Dermatologie und Allergologie am Klinikum Bremen-Mitte als erstes Hautkrebszentrum im Nordwesten anerkannt und entsprechend zertifiziert.

„Die Messlatte dafür liegt hoch“, sagt eine Sprecherin. „Die Zahl der behandelten Patienten muss dafür eine Mindestzahl überschreiten, um Erfahrung voraussetzen zu können. Ebenso muss es eine ausreichende Zahl an Fachärzten und Pflegekräften geben.“ Weitere Voraussetzungen seien eine moderne technische Ausstattung sowie begleitende psychologische und soziale Angebote, um „eine ganzheitliche Behandlung zu gewährleisten“ . So sei die psychoonkologische und sozialmedizinische Mitbetreuung „intensiviert und standardisiert“ worden. Es wurden „neueste medizintechnische Geräte angeschafft“ und die Abläufe in der Klinik neu strukturiert.

Patientenversorgung verbessert

„Die Patientenversorgung hat sich deutlich verbessert. Wir bieten ein komplettes modernes Hautkrebszentrum“, sagt Dr. Markus Zutt, Direktor der Klinik. Als Kernstück der Neuaufstellung bezeichnet er die Etablierung einer wöchentlichen interdisziplinären Hauttumorkonferenz, bei der Krankengeschichten von Patienten vorgestellt und von den Fachärzten verschiedener Disziplinen begutachtet werden.

Übergreifende Therapie

Bei dieser Hauttumorkonferenz sind neben der Dermatologie die Klinik für Allgemeine, Viszerale und Onkologische Chirurgie, die Onkologie, die Strahlentherapie und die Radiologie beteiligt. Hier werden Therapien festgelegt, Eingriffe und Nachsorgen besprochen. Bei Patienten, die ausschließlich an Hautkrebs leiden , findet die gesamte Behandlung dann direkt in der Dermatologie statt.

Selbsthilfegruppe gegründet

Für die Patienteninformation hat die Klinik ebenfalls einiges getan. Gemeinsam mit der Bremer Krebsgesellschaft hat sie eine Selbsthilfegruppe speziell für Hautkrebspatienten ins Leben gerufen . Diese trifft sich an jedem ersten Montag im Monat um 19 Uhr in den Räumen der Bremer Krebsgesellschaft (Am Schwarzen Meer 101). Dabei sind in regelmäßigen Abständen auch Fachärzte der Klinik für Dermatologie, die Fragen beantworten und neue Therapieverfahren vorstellen.

Erhöhte Überlebensrate

Und davon gibt es gegenwärtig einige, sagt Dr. Zutt: „Mit neuen Tablettenpräparaten und einer gezielten Immuntherapie hat sich die Überlebensrate in den vergangenen Jahren deutlich erhöht“. Wer noch vor fünf Jahren an einem metastasierten schwarzen Hautkrebs litt, hatte eine Überlebenschance von gerade einmal zehn Prozent. Heute liege sie bei einer umfassenden Therapie bei 50 bis 60 Prozent nach zwei bis drei Jahren, heißt es.

2200 stationäre Patienten im Jahr

Im vergangenen Jahr hat die Klinik für Dermatologie und Allergologie etwa 2 200 Patienten stationär und etwa 3 500 Patienten tagesklinisch behandelt. Dafür stehen nach Klinikangaben neben dem Chefarzt und dem leitenden Oberarzt drei weitere Oberärzte und sechs Assistenzärzte zur Verfügung.