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Land sieht Chance für Schiffbau 30 Millionen für marode Kaje

28.07.2015, 21:49 Uhr

Der Bremer Senat sieht in der strategischen Partnerschaft der Bremerhavener Lloyd Werft mit der asiatischen Genting Group und der Wiederaufnahme des Schiffbaus eine historische Chance. Darum soll die notwendige Sanierung einer Kaje für 30 Millionen Euro bereits Donnerstag auf den Weg gebracht werden.

Nach Einschätzung des Bremer Senats stellt das Interesse der malaysischen Genting Group eine historische Chance für den Schiffbaustandort Bremerhaven dar. Aus diesem Grund investiert das Land Bremen 30 Millionen Euro in die Sanierung einer Kaje, die im Besitz des Bundeslandes ist. Der asiatische Konzern will eine strategische Partnerschaft eingehen und fünf Kreuzfahrtschiffe in Bremerhaven bauen lassen.

Von Qualität überzeugt

„Wir stellen uns dieser Herausforderung“, sagte Bremens Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, Martin Günthner (SPD) nach Angaben seines Sprechers Holger Bruns. Bei dem Zusammentreffen der Spitze der Lloyd-Werft mit Vertretern der Genting Group am Sonntag seien auch der Bremer Bürgermeister Carsten Sieling (SPD), der Bremerhavener Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) sowie Martin Günthner dabei gewesen. „Die Politiker wollten sich bei dem Treffen ein eigenes Bild von der Thematik machen. Sie wurden von der Qualität des Projektes überzeugt“, sagte Holger Bruns. „Der Bürgermeister sieht für Bremerhaven die historische Chance, beim Neubau von Schiffen wieder mitzuspielen.“

Bereits die vorliegenden Aufträge hätten ein Volumen von 2,8 Milliarden Euro, wovon zwei Drittel direkt an Bremerhaven gehen würden. In der Politik hofft man auf Hunderte neue Arbeitsplätze für Bremerhaven auf der Werft und bei Zulieferern.

Eile ist geboten

Um diese historische Chance zu nutzen, sei jetzt Eile geboten. „Wir müssen eine 800 Meter lange Kaje im Kaiserhafen erneuern, und das unter Zeit- und Gelddruck. Es reicht zunächst, wenn wir erst mal 500 Meter sanieren. Das kostet 30 Millionen Euro“, sagte Bruns. „Wir müssen allerdings in zwei Jahren fertig sein. Wir brauchen sechs Monate Planungsvorlauf und 18 Monate Bauzeit. Das wird eng.“ Am Donnerstag soll die Wirtschaftsdeputation tagen, wo die Pläne vorgestellt werden. „Noch am selben Tag soll der Auftrag an Bremenports gehen“, so Bruns.

Herkunft der Mittel noch unklar

Die erforderlichen Finanzierungsbeschlüsse sollen im Herbst gefällt werden. Woher das klamme Bremen 30 Millionen Euro nehmen will, steht noch nicht fest. Probleme sieht das Ressort bei der Finanzierung aber nicht. „Wir halten das für realisierbar“, sagte Bruns. Das Projekt müsse schließlich nicht auf einmal bezahlt werden, sondern könne über mehrere Jahre finanziert werden. Umschichtungen im Haushalt seien jedenfalls möglich. (Mit dpa)