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Leeres Einkaufszentrum Kinder als Retter des Lloydhofs in Bremen

Von Martin Kowalewski | 23.02.2016, 21:03 Uhr

Zukünftig sollen im Lloydhof Flächen für kurze Zeit vermietet werden – eine Chance unter anderem für Künstler. Zurzeit zeigt Baukasten, eine Architekturschule für Kinder, Ideen für einen besseren Lloydhof.

Bremen. Der Lloydhof war noch im vergangenen Jahr Anlass für Frust und Streit. Jetzt hat das Projekt Bremer City Labor begonnen. Kurzfristige Zwischennutzungen sollen das Gebäude bunt und interessant machen. Die Architektur- und Bauschule Baukasten, deren Kundschaft aus Kindern besteht, ist nicht nur ein Beispiel für einen interessanten Zwischennutzer. Sie zeigt auch Lösungsansätze für das problematische Einkaufszentrum, entwickelt und modelliert von Kindern.

„Meine 16-jährige Praktikantin hat den Lloydhof nie als Einkaufszentrum wahrgenommen“, sagt Luise Lübke, Leiterin des Baukasten. Acht Kinder im Alter von neun bis 13 Jahren von der Architekturschule haben sich den Bau genau angeschaut. Die Kinder wären sich nach einer Begehung schnell einig gewesen. „Dem Lloydhof fehlt das Highlight. Es gibt einfach keinen Grund, da rein zu gehen“, fast Lübke die Meinung der Kinder zusammen. „Man hat kein Ziel, um da durch zu laufen.“

Nach mehreren Monaten Arbeit sind nun sechs Modelle entstanden, mit denen die Kinder zeigen wollen, wie es mit dem Lloydhof besser werden kann. Immerhin wollte keines der Kinder das Gebäude ganz abreißen.

Der 13 Jahre alte David, Schüler der achten Klasse, will eine große, gläserne Kuppel auf das Gebäude setzen. „Die Kuppel bringt mehr Licht in das Gebäude und sie schafft ein architektonisches Highlight für die Innenstadt“, erklärt er. Im Erdgeschoss unter der Kuppel wünscht er sich einen Wintergarten. „In der zweiten Etage könnten ein paar Geschäfte auf einem Rundweg angeordnet werden“, sagt er. „Aber ein paar Meter in der Mitte müssen frei bleiben, damit man in den Wintergarten reinschauen kann.“

Christiane Weiß von der City-Initiative Bremen ist von dem Modell sichtlich begeistert. „So ein Blick über Bremen wäre was. Wir haben noch kein Lokal in luftiger Höhe“, sagt Weiss.

Ein Kuppelcafé passt in das Modell von Milan nicht. Aber eine spannende Idee hat auch er. In die Mitte des Gebäudes will er ein Aquarium stellen. „Die Leute können sich auf Stühlen drum herum setzen, es anschauen, etwas essen oder einfach ausruhen“, erklärt er. „Damit man das Aquarium auch von außen sehen kann, muss der Eingang am Ansgari-Kirchhof vergrößert werden.“

„Ich finde es wichtig, dass Kinder lernen, dass sie in die Entwicklung der Stadt eingreifen können“, sagt Lübke. Vielleicht kommen ja ein paar Städteplaner oder Politiker vorbei. Bis einschließlich Freitag ist die Ausstellung täglich von 11 bis 15 Uhr zu sehen. Der Raum befindet sich schräg gegenüber dem Parkhaus Am Brill. Im nächsten Monat werden dort Skulpturen aus dem Gefängnis von dem Verein Mauern öffnen ausgestellt.