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Mit Spaß gegen Rassismus „Vielfalt rockt!“-Festival lockt 2500 Zuschauer an

Von Martin Kowalewski | 01.05.2016, 21:18 Uhr

Der Domshof füllte sich schnell mit etwa 2500 Besuchern, als auf dem Festival für ein weltoffenes und tolerantes Bremen „Vielfalt rockt!“ am Samstagabend die erste Band – Ophéleia – mit einer Mischung aus Funk, Jazz und Hip-Hop die Bühne eroberte.

Mit coolen Riffs sorgte die Band für eine lockere Stimmung. Als Sänger Malik den Wunsch „1. Mai, nazifrei!“ in die Menge rief, wiederholte das Publikum diesen lautstark.

Mit dem Auftritt des Rap-Projekts G-Warriors, bestehend aus drei afrikanischen Flüchtlingen, die sich in der Notunterkunft in Habenhausen kennengelernt haben, begannen die ersten Reihen zu den Rap- und Hip-Hop-Klängen zu hüpfen und die Arme zu schwenken.

Auch Bremens Bürgermeister Carsten Sieling (SPD), Schirmherr der Veranstaltung, erklomm die Bühne und richtete ein Grußwort an die feiernden Gäste. „Bremen war immer eine Stadt, in der Menschen aus aller Welt willkommen sind. Heute geht es auch um die Kraft, sich einzumischen“, sagte Sieling. „Wir brauchen auch Spaß, um die Kraft zu haben, gemeinsam gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu kämpfen.“

An dem vierstündigen Programm waren ausschließlich Bremer Künstler beteiligt. Neben fünf Bands waren auch zwei Poetry-Slammerinnen auf der Bühne. Die 28-jährige Janina Mau, gebürtig in Hamburg, skizzierte in ihrem Gedankenspiel „Egoversum“ eine Welt der abgeschotteten Länder, die sich nur mit sich selbst beschäftigen. „Die Menschen mutieren. Sie kriegen lange Nasen und braune Gehirne“, heißt es in dem vorgelesenen Text. „Stellen Sie sich vor, die Egoversen treffen wieder aufs Festland. Die Bewohner könnten die anderen noch nicht mal als zum eigenen Genpool gehörig erkennen. Jede Verständigung wäre unmöglich.“

Das Wetter spielte einwandfrei mit und der Gastgeber, DGB Region Bremen-Elbe-Weser, war mit der zweiten Ausgabe des „Vielfalt rockt!“-Festivals sehr zufrieden. Bereits die Veranstaltung 2015 war ein voller Erfolg gewesen.