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Kritik vom Nabu Neue Messstation für Schiffsabgase geht in Bremerhaven ans Netz

Von dpa | 05.10.2018, 16:51 Uhr

Im Kampf gegen Abgassünder auf See ist am Freitag in Bremerhaven eine neue Messstation für Schiffsemissionen ans Netz gegangen. Die Anlage prüft die Abgasfahnen vorbeifahrender Schiffe auf Schadstoffe.

Aus den Daten kann laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) abgeleitet werden, welchen Kraftstoff die Schiffe nutzen. Wird der zulässige Grenzwert für Schwefel überschritten, sei das ein Indiz für Schweröl. Schweröl gilt als Abfallprodukt von Raffinerien und ist wesentlich billiger als der umweltfreundlichere Marinediesel.

Nabu zeigt sich skeptisch

Der Umweltverband Nabu kritisierte, dass die Messanlagen in Deutschland nur Schiffsabgase an den Hafeneinfahrten kontrollieren. "Die große Unbekannte bleibt: was passiert auf See?", betonte Daniel Rieger vom Nabu in Berlin. Auf dem Meer prüfe niemand, welche Schadstoffe die Schiffe auspusten.

An den Hafeneinfahrten in Hamburg und Kiel stehen zwei weitere Anlagen des BSH. Auch sie erfassen die Abgase von Schiffen nur, wenn sie in der Nähe vorbeifahren, wie ein Sprecher des BSH sagte. Auf Nord- und Ostsee gelten seit 2015 strengere Schwefelgrenzwerte für Schiffsabgase. Ab 2020 sollen auf allen Weltmeeren strengere Schwefelgrenzwerte gelten.