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Seit 2015 erlaubt Noch keine Totenasche in Bremen verstreut

Von dpa | 08.09.2016, 17:19 Uhr

Totenasche darf in Bremen seit Anfang 2015 auf öffentlichen Flächen ausgestreut werden, diese Möglichkeit wird aber bislang nicht genutzt.

Allerdings gab es in diesem Jahr bis Ende Juni 18 Genehmigungen, Totenasche auf einem Privatgrundstück zu verstreuen, im gesamten vergangenen Jahr waren es rund 50. Das geht aus einem Verwaltungsbericht für eine Sitzung der Umweltdeputation am Donnerstag hervor. Das Umweltressort geht davon aus, dass bisher noch zu wenig bekannt ist, dass Asche in Bremen nicht nur auf Privatgrundstücken, sondern auch im öffentlichen Raum verstreut werden darf. Bremen ist das erste und bislang einzige Bundesland, das das erlaubt.

„Ich glaube, die Nachfragen werden steigen“

Die seit Anfang 2015 gültige Regelung hat sich aus Sicht der Grünenfraktion in der Bürgerschaft bewährt. „Damit haben wir die Entscheidungsfreiheit des Individuums gestärkt. Wir respektieren den letzten Wunsch der Menschen“, sagte Fraktionsvorsitzende Maike Schaefer. Wer seine letzte Ruhestätte im eigenen Garten oder an einem schönen Weser-Abschnitt haben will, könne seine Totenasche dort verstreuen lassen. „Im Prinzip braucht es nur einen Antrag“, sagte sie. „Ich glaube, die Nachfragen werden steigen.“

Der Bestatterverband Bremen sieht die Lockerung immer noch kritisch. „Aus unserer Sicht ist es völlig verkehrt, Asche auf privatem Grund zu verstreuen“, sagte Verbandssprecher Christian Stubbe. Urnen sollten an einer öffentlichen Stelle bestattet werden, damit alle Trauernden den Ort aufsuchen könnten. Eine Verstreuung von Totenasche auf öffentlichen Grünanlagen hält Stubbe ebenfalls für problematisch. „Da ist vieles zu beachten. Es müssen ausgewiesene Flächen sein.“

Flächen sollen keinen Friedhof-Charakter bekommen

Der Sprecher des Umweltressorts, Frank Steffe, wies diese Darstellung zurück. „Wir wollen gerade nicht, dass Flächen ausgewiesen werden und dann den Charakter eines Friedhofs bekommen.“ Zu den Voraussetzungen für das Verstreuen von Totenasche gehört, dass es eine schriftliche Verfügung des Verstorbenen über einen Ort und eine Person für die Totenfürsorge gibt. Der letzte Hauptwohnsitz des Verstorbenen muss im Land Bremen gewesen sein. Für die benötigten Erklärungen gibt es Vordrucke, der Verwaltungsaufwand ist nach Angaben aus dem Umweltressort gering.