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Volksfest gestartet Bremer Freimarkt: Einmal zum Mond und zurück

Von Nina Seegers | 14.10.2016, 22:15 Uhr

Rasante Actionkarussells, Spielstände, Schmalzkuchen, Bratapfel und Zuckerwatte locken wieder viele Besucher auf Bremens Bürgerweide. Denn seit Freitag, 14. Oktober, heißt es zum 981. Mal „Ischa Freimaak“!

„Boarding completed“ tönt es aus einem der Lautsprecher, bevor sich die beheizte Gondel zu entspannter Loungemusik ganz langsam in die Höhe schraubt. Der „City Skyliner“ ist nach Angaben des Betreibers mit einer Gesamthöhe von 81 Metern der höchste mobile Aussichtsturm der Welt. Oben angekommen, dreht sich die Plattform um die eigene Achse. Der Ausblick aus gut 70 Metern Höhe ist ebenso beeindruckend wie schwindelerregend. „Wir bauen das Fahrgeschäft jedes Mal mit einem 300-Tonnen-Kran mit einer Mastspitze von 90 Metern auf“, sagt Betreiber Thomas Schneider. 3,8 Millionen Euro hat die gigantische Anlage gekostet, die mit 15 Sattelaufliegern von Stadt zu Stadt transportiert werden muss. Sieben Minuten dauert das Fahrvergnügen. „Wir können übrigens auch Rollstuhlfahrer mitnehmen, wir sind ein barrierefreies Fahrgeschäft“, ergänzt Schneider.

Kreischend im Lachsaloon

Weniger gemächlich, dafür umso amüsanter geht’s in dem Durchlaufgeschäft „Fuzzys Lachsaloon“ zu. Dort gilt es, Hindernisse zu überwinden und die einzelnen Etagen zu erklimmen, bevor man entweder eine Treppe wieder hinuntergeht, durch einen Tunnel rutscht oder sich im integrierten Fahrgeschäft, das den freien Fall simuliert, kreischend nach unten fallen lässt. Betreiber Rico Rasch ist zum ersten Mal in Bremen zu Gast. „Ich freue mich, hier zu sein. Wir haben hier viele Fans, denn schon beim Aufbau hatten wir sehr viele Zuschauer“, sagt er.

Galaktisches Erlebnis

„Houston, wir haben ein Problem!“, heißt es beim Fahrgeschäft „Apollo 13“, das zum ersten Mal auf dem Bremer Freimarkt gelandet ist. Das Kassenhäuschen in Form einer Rakete wird von (fast echten) Nasa-Astronauten bewacht. Das Fahrgeschäft wurde erst im vergangenen Jahr gebaut und feierte im März dieses Jahres seine Premiere. Mit Kräften von 4G, Tempo 120 und Überschlag werden die Fahrgäste 55 Meter in die Höhe geschleudert – definitiv nichts für schwache Nerven, bestätigt auch Betreiber Dieter Küchenmeister. „Ein bisschen belastbar sollte man schon sein“, sagt er grinsend.

Während die Fahrgäste laut kreischen, als die Gondel in die Tiefe stürzt und sich dazu noch um ihre eigene Achse dreht, steht der 14-jährige Danny Enzenross aus Bremen erfürchtig vor dem Fahrgeschäft und sieht zu. „Ich bin gerne bereit, mir ein extremes Facelifting im ,Break Dancer‘ zu verpassen, aber das hier muss nicht sein“, sagt er. Danny ist ein riesiger Kirmesfan und liebt den Freimarkt ganz besonders. Zu Hause baut er ganz ohne Bauanleitung Karussells aus Lego nach. Auf dem Freimarkt wird er vermutlich jeden zweiten Tag anzutreffen sein, schätzt er. Dort dreht er Videos von den Fahrgeschäften und zeigt diese auf seinem eigenen Youtube-Kanal.

332 Geschäfte vor Ort

332 Zulassungen hat die Marktverwaltung für die fünfte Bremer Jahreszeit ausgesprochen, darunter sind 13 Fahrgeschäfte, 18 Kinderkarussells, zwei Autoscooter, eine Go-Kart-Bahn und zwei Riesenräder. An sieben Losbuden, zwölf Schießständen und 37 Spielgeschäften können Glück und Geschicklichkeit auf die Probe gestellt werden. Neu ist die „Happy Hour“, die jeweils mittwochs (19. und 26. Oktober) von 15 bis 18 Uhr mit Vergünstigungen aufwartet.Das Volksfest ist täglich von 13 bis 23 Uhr geöffnet, freitags und sonnabends bis Mitternacht. Der Freimarkt endet am Sonntag, 30. Oktober.